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Session (Irish Folk)

Im Irish Folk ist eine Session ein lockeres Zusammentreffen und Musizieren von Musikern, die sich der traditionellen irischen Musik verschrieben haben.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung der Session
  3. 3. Soziale Regeln und Teilnahme
  4. 4. Musikalischer Ablauf
  5. 5. Sessions in anderen Musikrichtungen

Begriff und Bedeutung

Eine Session im Irish Folk ist ein lockeres Treffen von Musikerinnen und Musikern, die gemeinsam traditionelle irische Musik spielen. Sie findet meist in einem Irish Pub statt. In Irland heißen solche Treffen Irish traditional music session, kurz trad session, oder pub session. Treffen sich die Musiker bei jemandem zu Hause, spricht man meist von einer kitchen session.

Obwohl eine Session spontan wirken kann, folgt sie bestimmten sozialen und musikalischen Regeln. Sie ist seit den 1950er Jahren eine verbreitete und besonders prägende Form der traditionellen irischen Musik.

Entwicklung der Session

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde irische Tanzmusik hauptsächlich von einzelnen Musikern gespielt. Nach 1900 entstanden in den USA erste Tonaufnahmen irischer Auswanderer, bei denen ein Melodieinstrument durch Klavier oder Gitarre begleitet wurde. Um 1922 bildeten sich erste Musikgruppen; ihre Aufnahmen bestimmten einen großen Teil der irischen Musik während der Zeit der Schellackplatte.

Nach 1920 entstanden in Irland kommerzielle Céilí-Bands. Sie spielten Musik für die damals neu aufkommenden Céilí-Tänze, beeinflussten den Amateurbereich aber nur wenig.

Ein genauer Ursprung der pub session ist nicht bekannt. Ende der 1930er Jahre wurde in einigen Pubs an der Grenze zwischen den Grafschaften Cork und Kerry bereits traditionelle irische Musik gespielt, doch dies war noch eine Ausnahme. In den späten 1940er Jahren waren Sessions unter irischen Auswanderern in englischen Irish Pubs verbreitet. Heimkehrende Auswanderer brachten diese Form anschließend nach Irland zurück. Seit den 1950er Jahren ist sie dort weit verbreitet.

Anfangs nahmen ausschließlich Amateure teil. Seit den 1970er Jahren bezahlten manche Pubbetreiber einen oder zwei Musiker als festen „Kern“ einer regelmäßig stattfindenden Session. Weitere Amateurmusiker sollten dazukommen und dazu beitragen, den Pub als Ort guter irischer Musik bekannt zu machen.

Soziale Regeln und Teilnahme

Der Ablauf wird unter anderem durch den Status der Beteiligten beeinflusst. Musiker mit höherem Status besitzen mehr Kontrolle. Dieser Status hängt vom Instrument, vom Alter, vom Können und vom Ansehen einer Person ab.

Wer sich einer laufenden Session anschließen möchte, sollte die bereits aktiven Mitglieder um Erlaubnis bitten. Außerdem soll niemand versuchen, ein Stück mitzuspielen, das er nicht kennt. Ein potenzieller Teilnehmer muss daher wenigstens ein Grundrepertoire beherrschen.

Das gemeinsame Musizieren wird häufig durch Soloeinlagen unterbrochen. Einzelne Musiker können Songs vortragen, die gegebenenfalls vorsichtig begleitet werden. Spieler der Uilleann Pipes, des traditionellen irischen Dudelsacks, werden wegen der Klangfülle ihres Instruments oft um ein Solo gebeten. Bei manchen Treffen werden fast ausschließlich Lieder gesungen; sie heißen song session oder ballad session.

Musikalischer Ablauf

Die Musik beruht auf einem Grundrepertoire aus Tunes, also kurzen traditionellen Melodiestücken. Neue oder seltenere Tunes ergänzen dieses Repertoire und sorgen für einen regen Austausch von Melodien. Besonders beliebte Stücke können in das Standardrepertoire einer bestimmten Session aufgenommen werden.

Mehrere Tunes werden zu einem Set verbunden. Ein Musiker mit einem Melodieinstrument beginnt das Set. Die anderen steigen ein, sofern sie den jeweiligen Tune kennen. Jeder Tune wird typischerweise zweimal wiederholt. Wer das Set begonnen hat, entscheidet über die Zahl der Wiederholungen und die Reihenfolge der Tunes. Die Verständigung erfolgt oft durch Blickkontakt; manchmal wird auch der Titel oder nur die Tonart des nächsten Tunes ausgerufen.

Die Musiker spielen nicht nach Noten, sondern nach Gehör und aus dem Gedächtnis. Es gibt keine Polyphonie, also keine gleichzeitig erklingenden selbstständigen Melodien. Grundsätzlich spielen alle Melodieinstrumente zur selben Zeit dieselben Töne. Durch unterschiedliche Verzierungen entsteht jedoch Heterophonie, also die gleichzeitige Wiedergabe leicht verschiedener Varianten derselben Melodie.

Sessions in anderen Musikrichtungen

Sessions sind nicht auf traditionelle irische Musik beschränkt. Vergleichbare Treffen gibt es in nahezu jedem Land mit einer aktiven Volksmusikszene, besonders in England, Schottland, Frankreich und Spanien. Auch im Jazz ist das gemeinsame, nicht vollständig festgelegte Musizieren als Jamsession bekannt. Der genaue Ablauf kann sich je nach Land und Musikrichtung deutlich unterscheiden.

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