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Schwangerschaftstest

Ein Schwangerschaftstest (oder eine Schwangerschaftsprobe) dient dem Nachweis einer Schwangerschaft. Um sich bei Schwangerschaftszeichen zu vergewissern …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip und Nachweismethoden
  2. 2. Urintest und Zuverlässigkeit
  3. 3. Funktionsweise des Schnelltests
  4. 4. Digitale Tests, Bluttest und Ultraschall
  5. 5. Fehlerquellen und frühere Verfahren

Grundprinzip und Nachweismethoden

Ein Schwangerschaftstest dient dazu, eine Schwangerschaft nachzuweisen. Immunologische Tests prüfen dafür meist das Hormon hCG. Dieses schwangerschaftserhaltende Hormon kommt im Trophoblastengewebe vor, das vom Fetus oder von der Plazenta gebildet wird, und kann deshalb während einer Schwangerschaft nachgewiesen werden.

Für den Nachweis gibt es drei wichtige Methoden: den Urintest, den Bluttest und die Ultraschalluntersuchung. Sie können eine Schwangerschaft zu unterschiedlichen Zeitpunkten erkennen. Der Bluttest kann bereits sieben bis zehn Tage nach der Befruchtung anschlagen, ein Urinschnelltest frühestens ungefähr 14 Tage danach. Im Ultraschall ist eine Schwangerschaft ungefähr ab der sechsten Schwangerschaftswoche feststellbar.

Urintest und Zuverlässigkeit

Der häusliche Urin- oder Stäbchenschnelltest ist die am häufigsten verwendete Methode. Die Teststäbchen sind unter anderem in Apotheken und Drogerien erhältlich. Sämtliche dieser Tests beruhen auf einem Prinzip, das Unipath Ltd. 1980 in Großbritannien patentierte.

Der Teststreifen wird in den Urinstrahl gehalten. Frühestens ungefähr 14 Tage nach der Befruchtung der Eizelle liefert er ein Ergebnis mit einer Zuverlässigkeit von über 95 Prozent. Morgenurin eignet sich besonders gut, weil er eine höhere hCG-Konzentration enthält und eine Schwangerschaft daher besser und früher nachgewiesen werden kann.

Vor allem in den ersten fünf Schwangerschaftswochen kann die hCG-Konzentration im Urin noch unter der Nachweisgrenze liegen. Ein negatives Ergebnis schließt eine Schwangerschaft dann nicht sicher aus. Bei erwarteter Schwangerschaft sollte der Test später wiederholt oder ein Bluttest vorgenommen werden. Dies betrifft besonders sogenannte Frühtests: Sie reagieren empfindlicher auf hCG, können wegen des frühen Testzeitpunkts aber leichter falsch negative Ergebnisse liefern. Zur weiteren Absicherung können ein erneuter Urintest, eine Blutentnahme oder eine Ultraschalluntersuchung bei einem Arzt oder einer Hebamme dienen.

Medizinische Labors können die hCG-Konzentration im Urin auch quantitativ, also als Zahlenwert, bestimmen. Sie wird in internationalen Einheiten pro Liter (IE/l) angegeben. Anfangs verdoppeln sich die Werte alle 2,5 Tage. Ab der 8. bis 10. Schwangerschaftswoche pendeln sie sich bei ungefähr 45.000 IE/l ein. Solche Messungen können auch rechtsmedizinische Fragen beantworten, beispielsweise ob eine Abtreibung stattgefunden hat.

Funktionsweise des Schnelltests

Der Schnelltest ist ein immunchromatographischer Test nach dem Prinzip des Lateral-Flow-Tests. Dabei wandert die Flüssigkeit seitlich durch den Teststreifen und transportiert gebundene Stoffe in verschiedene Reaktionszonen.

Wird der Streifen mit Urin befeuchtet, bindet möglicherweise vorhandenes hCG als Antigen an einen farbstoffmarkierten hCG-Antikörper im Teststreifen. Der dabei entstehende Antigen-Antikörper-Farbstoff-Komplex wandert zur Testzone. Dort ist ein zweiter hCG-Antikörper fest angebracht. Er hält den wandernden Komplex fest und färbt dadurch die Testzone an.

Überschüssige farbstoffmarkierte hCG-Antikörper wandern weiter zur Kontrollzone. Dort bindet sie ein fest angebrachter Anti-Fc-Antikörper, sodass sich auch diese Zone färbt. Dieser Vorgang funktioniert nur, wenn genügend Flüssigkeit in den Teststreifen gelangt ist und die markierten Antikörper beweglich werden konnten. Die Kontrollzone zeigt somit an, ob der Test ordnungsgemäß abgelaufen ist.

Digitale Tests, Bluttest und Ultraschall

Digitale Schwangerschaftstests zeigen das Ergebnis als Text auf einer LCD-Anzeige. Im Inneren befindet sich jedoch lediglich ein herkömmlicher Teststreifen, der mithilfe von Fotodioden ausgelesen wird. Digitale Tests sind deshalb ebenfalls nur einmal verwendbar und nicht genauer als konventionelle Tests. Einer Publikation des Gesundheitsministeriums der Vereinigten Staaten zufolge führt das zusätzliche Bewertungsverfahren sogar häufiger zu einer Anzeige „nicht schwanger“, obwohl tatsächlich eine Schwangerschaft besteht.

Bei einer Blutuntersuchung lässt sich hCG bereits sieben bis zehn Tage nach der Befruchtung in ausreichender Menge im Blutserum feststellen. Eine Schwangerschaft kann damit schon vor dem vermutlich ausbleibenden Beginn der Periode nachgewiesen werden.

Eine Ultraschalluntersuchung kann eine Schwangerschaft ungefähr ab der sechsten Schwangerschaftswoche feststellen. Zu diesem Zeitpunkt ist meist zunächst nur die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter als Gewebeansammlung an einer bestimmten Stelle sichtbar. Der Fötus selbst ist erst später zu erkennen.

Fehlerquellen und frühere Verfahren

Neben falsch negativen Ergebnissen sind auch falsch positive Resultate möglich. Dabei zeigt ein Test „schwanger“ an, obwohl keine Schwangerschaft vorliegt. Chorionzellkarzinome und andere Keimzelltumoren können ein solches Ergebnis verursachen, weil sie ebenfalls hCG bilden. Auch eine Fehlentwicklung der Fruchtanlage in den ersten Tagen nach Befruchtung und Einnistung kann zu einem positiven Test führen, obwohl die Frucht bereits abgegangen ist. Dies kann sich möglicherweise als verspätete Monatsblutung bemerkbar machen.

Historisch wurden sehr unterschiedliche Verfahren verwendet. Bereits im Alten Ägypten goss man den Urin einer möglicherweise Schwangeren über Getreidekörner. Das Austreiben der Körner galt als Hinweis auf eine Schwangerschaft. Im späten Mittelalter wurde eine frühe Feststellung der Trächtigkeit von Rindern durch Uroskopie beschrieben. Dabei beurteilte man Farbe, Beschaffenheit und die Schichtenbildung nach dem Verrühren des Kuhharns.

Der erste moderne Schwangerschaftstest war die 1927 entwickelte Aschheim-Zondek-Reaktion, die an Mäusen vorgenommen wurde. Bis in die 1960er Jahre verwendete man afrikanische Krallenfrösche. Beim Froschtest, auch Galli-Mainini-Test genannt, wurde den Tieren Urin injiziert; stammte er von einer Schwangeren, begann der Frosch als Reaktion zu laichen. Beim von Erhard Glaser und Oskar Haempel entwickelten Glaser-Haempelschen Fischtest löste der Urin schwangerer Frauen bei Bitterlingsweibchen die spontane Entwicklung der Legeröhre aus. Dieses Verfahren wurde durch den direkten Nachweis von Choriongonadotropin im Urin Schwangerer überflüssig. Den ersten zu Hause durchführbaren Schwangerschaftstest erfand und patentierte Margaret Crane.

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