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Schlacht bei Bamberg
In der Schlacht bei Bamberg am 9. März 1632 im Dreißigjährigen Krieg eroberten die Truppen der Katholischen Liga unter Generalleutnant Johann T'Serclaes von …
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Kern der Schlacht
Die Schlacht bei Bamberg fand am 9. März 1632 im Dreißigjährigen Krieg statt und gehört zum Schwedischen Krieg (1630–1635). Die Truppen der Katholischen Liga unter Generalleutnant Johann T’Serclaes von Tilly eroberten Bamberg zurück, das zuvor vom schwedischen Feldmarschall Gustav Horn eingenommen worden war. Der Sieg der Katholischen Liga gilt als erste spürbare Niederlage der Schweden in Deutschland im Dreißigjährigen Krieg.
Als Konfliktparteien standen sich die Katholische Liga und das Heilige Römische Reich auf der einen Seite sowie Schweden und der Fränkische Reichskreis auf der anderen Seite gegenüber. Für die Liga werden 19.000–20.500 Mann angegeben, für die schwedische Seite etwa 10.450 Mann. Die Angaben zur Truppenstärke unterscheiden sich in den Quellen deutlich.
Schwedische Einnahme der Stadt
Das schwedische Hauptheer traf am 11. Februar 1632 in Bamberg ein. Nach Heilmanns Aufzeichnungen bestand es aus 18.000 Mann und 30 Geschützen; nach Hübsch lag die tatsächliche effektive Stärke jedoch nur bei 14.000 Mann. Zuvor hatte Feldmarschall Pappenheim fünf Kompanien zu Ross und 500 Mann zu Fuß nach Bamberg geschickt. Diese Truppen verließen die Stadt beim Eintreffen der Schweden.
Feldmarschall Gustav Horn forderte die kampflose Übergabe Bambergs, indem er zwei Trompeter vorausschickte. Aufgebrachte Bürger schossen jedoch vom Rathaus aus auf die Angreifer, die sich der Regnitzbrücke im Osten näherten. Später stellten sich Bürger den Schweden auch im Westen vor der Seeßbrücke entgegen. Um Mitternacht wurde auch diese Brücke von schwedischen Truppen erobert.
Tillys Vormarsch und Rückeroberung
Tilly brach am 22. Februar 1632 mit seiner Armee nach Nördlingen auf. Die Armee bestand aus 72 Fähnlein und 60 Cornets. Ein Fähnlein war eine Einheit der Fußtruppen, ein Cornet eine Einheit der Reiterei. Die Stärke der Armee wird unterschiedlich angegeben: Hurter nennt 20.500 Mann, davon 6.000 beritten, das Theatrum Europaeum etwa 20.000 Mann. Andere Berichte nennen 12.000 Mann, lassen dabei aber offenbar den „neuerworbenen bayerischen Ausschuss“ beziehungsweise 8.000 Mann bayerische Landmiliz unberücksichtigt. Johann Looshorn bestätigt die Angabe „12.000 Mann ... plus 8.000 Mann bayerischer Landmiliz“.
Am 8. März traf Tilly in Forchheim auf Johann Philipp Cratz von Scharffenstein, der mindestens 800 Pferde und 1600 Mann führte. Am folgenden Tag zogen Cratz’ und Tillys Truppen nach Bamberg. In Hirschaid, „eine Stunde vor Bamberg“, wurde ein Kriegsrat gehalten. Gegen Abend schickte Tilly zwei Kompanien Dragoner und Kroaten unter Otto Heinrich Fuggers Führung voraus.
In Bamberg standen ihnen Horns Männer gegenüber: 4421 zu Fuß und 3735 beritten, insgesamt 8156 Mann. Dazu kamen fünf Regimenter fränkischer Kreistruppen mit ungefähr 2.300 Mann, die auf schwedischer Seite kämpften. Nach Angaben des schwedischen Generalkommissärs Heußner rechneten die Schweden mit 96 Fähnlein und 54 Cornets eigener Stärke.
Verlauf der Kämpfe in Bamberg
Horn ließ seine Soldaten an den Schanzen arbeiten, also an Verteidigungsanlagen aus Erde oder Befestigungen. Wegen des Frosts war der Ausbau schwierig, und die Arbeiten waren noch nicht abgeschlossen, als Tillys vorausgeschickte Truppen eintrafen. Der Aufmarsch ermutigte Bamberger Bürger, einige von Horns Soldaten zu töten; daraufhin töteten die schwedischen Soldaten etwa 20 Bürger. Horn versuchte nach der Darstellung des Artikels, ein Blutbad in der Stadt zu verhindern, doch diese Bemühungen wurden in offiziellen Berichten verschwiegen.
Als Horn die herannahenden Truppen bemerkte, schickte er den Grafen Solms zu seinen Soldaten, um einen zu frühen Kampfbeginn zu verhindern. Gleichzeitig sollte Oberst Andreas von Kochtizky das Reiterregiment Baudissin in Bereitschaft versetzen. Dieser Befehl wurde fehlinterpretiert: Das Regiment Baudissin griff unter Oberstleutnant Johann von Bülow Tillys Truppen an.
Horn rief die Reiter zurück, doch sie waren bereits in Kontakt mit dem Gegner geraten und flohen. Die an den Schanzen arbeitenden „Solms’schen Knechte“ wurden von dieser Flucht mitgerissen. Dadurch konnten bayerisch-ligistische Truppen in die Stadt eindringen. Graf Solms wurde am Bein angeschossen. Der junge Graf Johann Jakob von Thurn half Horn, die bayerischen Truppen wieder über die Brücke zurückzudrängen, bevor diese zerstört wurde.
Bis in die Nacht entwickelte sich ein hartnäckiges Feuergefecht, bei dem viele Gebäude in Bamberg abbrannten. Tilly ließ gegenüber dem damaligen Gasthaus zum Einhorn, dem heutigen Deutschen Haus, zwei Geschütze aufstellen. Zwischen 1 und 2 Uhr nachts zogen sich die schwedischen Truppen durch mehrere Stadttore zurück, darunter die Tore bei St. Jakob, auf dem Kaulberg und das Pfeufersthore. Danach nahmen Tillys Truppen Bamberg ein und verfolgten die fliehenden Schweden über 2 bis 3 deutsche Meilen, also jeweils knapp 7,5 km pro Meile.
Auch die Verlustzahlen sind widersprüchlich. Auf Seiten der Liga wurde behauptet, die Schweden hätten bei der Verfolgung 3.000 bis 4.000 Mann verloren. Gustav Horn berichtete dem König dagegen, insgesamt seien einschließlich Tillys Truppen nur 400 Mann gestorben. Auf bayerisch-kaiserlicher Seite gab es wenige Tote, darunter Graf Alwig von Sulz und ein weiterer kaiserlicher Oberstleutnant.
Nachgefecht bei Oberhaid
Nach der Rückeroberung Bambergs wurde Horn zeitweise von zwei kroatischen Soldaten gefangen genommen, aber von 17 seiner Reiter wieder befreit. Er sammelte seine verbliebene Armee in Haßfurt.
Am 12. März griff Horn in Ober- und Unterhaid erneut an und steckte die Dörfer in Brand. Tilly zeigte darüber in seinem Bericht an Maximilian von Bayern deutlich seinen Unmut. Nach Tillys Bericht versuchten einige Kroaten, über den Main zu fliehen; manche ertranken dabei. Andere sollen kämpfend auf die bayerischen Reiter gewartet haben. Nach deren Ankunft flohen die Schweden.
Tilly verfolgte die Schweden mit 8.000 Mann bayerischer Landmiliz bis nach Königsberg in Franken. Die schwedischen Truppen hatten sich jedoch bereits bis nach Schweinfurt zurückgezogen. Königsberg wurde von Tillys Truppen weitgehend widerstandslos eingenommen.
Bewertung der Quellen
Die Quellenlage zur Schlacht wird ausdrücklich als vorsichtig zu behandeln dargestellt. Peter Engerisser warnte davor, sich unkritisch von einseitigem Quellenmaterial beeinflussen zu lassen, weil Berichte von den jeweiligen Parteien in ihrem eigenen Sinne verfasst und möglichst positiv formuliert wurden.
Engerisser empfahl, sich an den offiziellen Berichten beider Seiten zu orientieren, die er auch für seine Darstellung verwendete. Als meist verlässlich gelten außerdem die Briefe Tillys an Maximilian von Bayern. Besonders bei Truppenstärken und Verlustzahlen zeigen die Quellen große Unterschiede, weshalb solche Angaben nicht als völlig sicher gelten können.