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Russisches Kunstlied

Das russische Kunstlied entstammt wie das französische in erster Linie dem 19. und 20. Jahrhundert, obwohl bereits die Zeit Katharinas der Großen (reg.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Entwicklung im 19. Jahrhundert
  3. 3. 20. Jahrhundert und Sowjetzeit
  4. 4. Komponisten und Einspielungen

Überblick und Bedeutung

Das russische Kunstlied ist eine Gattung der Vokalmusik, die vor allem im 19. und 20. Jahrhundert entstand. Einen wichtigen Hintergrund bildete bereits die Regierungszeit Katharinas der Großen (1762–1796). Damals verbreiteten sich Nachahmungen französischer Romanzen in französischer oder russischer Sprache, Bearbeitungen russischer Volksweisen und sogenannter Pseudo-Volksweisen sowie Balladen und pseudo-östliche Lieder.

Besondere Bedeutung gewann die russische Romanze auch als Einfluss auf die Oper. Russisches Lied, Elegie und Ballade gingen vor allem in die Opern von Michail Glinka, Alexander Dargomyschski und Pjotr Iljitsch Tschaikowski ein.

Entwicklung im 19. Jahrhundert

Als wichtigste Pioniere des russischen Liedes im 19. Jahrhundert gelten Michail Glinka und Alexander Dargomyschski. Dargomyschski zeichnete sich besonders durch die musikalische Darstellung realistischer Bauernszenen aus.

In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts schuf die sogenannte Gruppe der Fünf, auch „Das mächtige Häuflein“ genannt, das bedeutendste Repertoire. Ihr gehörten César Cui, Mili Balakirew, Alexander Borodin, Modest Mussorgski und Nikolai Rimski-Korsakow an. Ihre Lieder umfassen sehr unterschiedliche Stimmungen und Stilrichtungen; besonders deutlich zeigt sich diese Vielfalt bei Borodin und Mussorgski.

Daneben bestand eine stärker westlich geprägte Richtung. Musiker aus dem Umfeld des Konservatoriums, vor allem Anton Rubinstein und Pjotr Iljitsch Tschaikowski, orientierten sich eher an westlichen Einflüssen als an einheimischen Stilen. Alexander Gretschaninow und Sergei Rachmaninow schrieben vor der Revolution ausgefeilte Meisterwerke, führten nach Darstellung des Artikels jedoch keine bedeutenden technischen Neuerungen ein.

20. Jahrhundert und Sowjetzeit

Als zukunftsweisend gelten besonders die frühen Lieder von Igor Strawinsky und Sergei Prokofjew. Nach Einschätzung der Encyclopaedia Britannica vermieden sowjetische Komponisten dagegen die radikalen musikalischen Entwicklungen, die in anderen Ländern stattfanden.

Die während der Sowjetzeit entstandenen Lieder waren in der Regel unmittelbar gehaltene Vertonungen sowjetischer Poesie oder traditioneller russischer Literatur. Besonders häufig wurden Texte des Dichters Alexander Puschkin verwendet.

Komponisten und Einspielungen

Zu den im Artikel genannten Komponisten russischer Kunstlieder gehören Anton Arenski, Mili Balakirew, Alexander Borodin, César Cui, Alexander Dargomyschski, Alexander Glasunow, Michail Glinka, Alexander Gretschaninow, Dmitri Kabalewski, Borys Ljatoschynskyj, Nikolai Medtner, Alexander Mossolow, Modest Mussorgski, Sergei Prokofjew, Sergei Rachmaninow, Nikolai Rimski-Korsakow, Anton Rubinstein, Igor Strawinsky, Sergei Tanejew, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Nikolai Tscherepnin und Alexander Warlamow.

Eine besonders umfangreiche Einspielung stammt vom bulgarischen Bassisten Boris Christow (1914–1993): Seine EMI-Sammlung enthält mehr als 100 russische Kunstlieder auf fünf CDs. Außerdem nahm er sämtliche Lieder Mussorgskis auf. Auch der Bassist Vassily Savenko trug zur Aufnahme und Verbreitung des Repertoires bei, unter anderem mit der bei Hyperion erschienenen Sammlung „Russian Images“.

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