Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Romeo & Juliet: Sealed with a Kiss
Romeo & Juliet: Sealed with a Kiss ist ein US-amerikanischer animierter romantischer Fantasy-Comedy-Drama-Film aus dem Jahr 2006, der lose auf dem Stück …
Inhalt5 Abschnitte
Überblick
Romeo & Juliet: Sealed with a Kiss ist ein 75 Minuten langer US-amerikanischer animierter romantischer Fantasy-Comedy-Drama-Film aus dem Jahr 2006. Er basiert lose auf William Shakespeares Stück Romeo und Julia und verlegt dessen Konflikt in eine Tierwelt: Die verfeindeten Familien Capulet und Montague bestehen aus Stellerschen beziehungsweise Kalifornischen Seelöwen. Ihre Kinder Romeo und Julia verlieben sich gegen den Willen der Familien.
Regie, Drehbuch, Schnitt und die vollständige Animation übernahm der ehemalige Disney-Animator Phil Nibbelink. Produziert wurde der Film von Nibbelink und Margit Friesacher. Die Musik stammt von Christopher Page, Tommy Carter, Stephen Bashaw, Jack Waldenmaier, Steven Wenger, Bill Holloman, Curt Macdonald und Kirk Cirillo. Die Altersfreigabe lautet FSK 0.
Handlung
Die Capulets und Montagues bekämpfen sich ständig. Julia, die einzige Tochter der Capulets, beobachtet die Auseinandersetzungen. Ein Seeelefant, der Prinz, beendet einen Kampf und droht: Bei weiteren Unruhen werde der schuldige Seehund auf die Haifischinsel verbannt, auf der Sharky lebt.
Romeo, der einzige Sohn der Montagues, sucht nach Liebe. Sein Freund Mercutio überredet ihn und Benvolio, verkleidet zu einer Feier der Capulets zu gehen. Romeo verliebt sich dort sofort in Julia. Julias Vater hat sie jedoch dem Prinzen versprochen. Romeo und Julia treffen sich später an einer Klippe und beschließen, am nächsten Morgen zu heiraten.
Bruder Lawrence, ein Seeotter, traut die beiden, weil er hofft, die Ehe könne die Fehde beenden. Als Mercutio später die Capulets und den Prinzen verspottet, kommt es zu einem Kampf. Mercutio fällt von der Klippe; alle halten ihn für tot. Der eifersüchtige Prinz verbannt Romeo auf die Haifischinsel. Julia erhält von Bruder Lawrence einen Trank, der sie in einen todesähnlichen Zustand versetzt. Mercutio hat den Sturz überlebt und sagt: „What a tangled web we weave.“ Die deutsche Textfassung bei Shakespeare lautet: „Oh, welch verworren Netz wir weben.“
Die Capulets glauben, Julia sei tot. Benvolio informiert Romeo auf der Haifischinsel, doch Romeo kehrt trotz seines Exils zurück. Bruder Lawrence wird von Sharky angegriffen; dabei wird sein Schwanz verstümmelt. Romeo küsst die scheinbar tote Julia und bekommt dabei etwas von ihrem Trank in den Mund, sodass auch er todesähnlich wird. Lawrence erklärt beiden Familien, wohin ihr Hass geführt hat. Dann erwachen Romeo und Julia. Mercutio kehrt zurück, der Prinz findet eine neue Gefährtin, und die Familien leben schließlich friedlich zusammen.
Entstehung und Animation
Phil Nibbelink und seine Frau Margit Friesacher gründeten 1998 Phil Nibbelink Productions. Nibbelink hatte zuvor bereits die Animationsfilme Puss in Boots (1999) und Leif Ericson – Der Junge, der Amerika entdeckte (2000) unabhängig produziert. Nachdem er Leif Ericson fertiggestellt hatte, entschied er sich 2000 für Romeo & Juliet; die Arbeit begann Anfang 2003. Sein Ziel war eine familienfreundliche Fassung von Shakespeares Geschichte.
Die Produktion hatte ein geschätztes Budget von 2 Millionen US-Dollar. Die Animation dauerte 4½ Jahre und umfasste 112.000 Einzelbilder. Nibbelink zeichnete sie auf einem Wacom-Tablett direkt in Flash 4 in Verbindung mit der Moho-Software; jedes Bild wurde in weniger als 2 Minuten fertiggestellt. Moho nutzte er besonders für Figuren in Über-die-Schulter- und Zuhörerszenen sowie für Massenszenen. Die Postproduktion dauerte ein halbes Jahr. Er blieb bei Flash 4, weil bei einer Migration zu Flash 5 Probleme mit der Vorwärtskompatibilität sowie RAM-Probleme und Abstürze auftraten.
Die meisten Sprecher waren Freunde und Kinder Nibbelinks; die Aufnahmen entstanden in einem Kellerstudio. Die spanische Synchronisation wurde ursprünglich in Madrid aufgenommen. Einen offiziellen Komponisten gab es nicht: Nibbelink kaufte lizenzfreie Musik und schrieb eigene Texte. Verwendet wurden außerdem Twinkle, Twinkle, Little Star, Bite My Tail und Singing Starfish.
Veröffentlichung und wirtschaftliches Ergebnis
Nibbelink versuchte, den Film an 800 Personen zu verkaufen. MarVista Entertainment übernahm den ausländischen Vertrieb, Indican Pictures die Veröffentlichung in den USA. Eine Branchenvorführung fand am 17. November 2004 bei Sony Pictures Entertainment in Los Angeles statt; die eigentliche Premiere war beim Asia Television Forum 2005 in Singapur.
Am 23. Juni 2006 lief der Film in Spanien unter dem Titel Fofita, una foquita la mar de Salada in 32 Kinos in Madrid und Sevilla an. In den USA erschien er am 27. Oktober 2006 und erhielt ein G-Rating. Während seiner 34-wöchigen beziehungsweise 238-tägigen Kinolaufzeit spielte er 463.002 US-Dollar ein; am Eröffnungswochenende in Los Angeles waren es 80.938 US-Dollar. Der Artikel bewertet das Ergebnis als Box-Office-Bomb. Die DVD erschien am 12. Juni 2007.
Der Film war zeitweise bei Netflix verfügbar, wurde dort aber 2016 entfernt. Auch iTunes und Amazon Prime boten ihn an, entfernten ihn jedoch 2018. Laut Artikel liegen die Streaming-Rechte durch den Kauf von Starz 2016 bei Lionsgate.
Kritik und Sprecher
Die Kritiken fielen überwiegend negativ aus. Rotten Tomatoes weist bei fünf Rezensionen einen Tomatometer von 20 % und einen Zuschauerzuspruch von 55 % aus. Sam Adams von der Los Angeles Times nannte den Film eine „echte Tragödie, wenn auch nicht im Sinne von Shakespeare“. Luke Y. Thompson von LA Weekly erkannte an, dass Nibbelink den Film allein animierte, beurteilte den Film aber negativ. Common Sense Media bezeichnete ihn als „dilettantischer Versuch mit einem knirschenden Bösewicht, müden Witzen und unterdurchschnittlicher Musik“.
In der englischen Originalfassung sprechen Daniel Trippett Romeo und Patricia Trippett Juliet. Michael Toland spricht Bruder Lawrence und Capulet, Chip Albers Mercutio, Sam Gold Benvolio, Chanelle Nibbelink Kissy, Stephen Goldberg Montague und Phil Nibbelink den Prinzen.