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Robert Ganssen
... Bodengeographie. Sein Hauptziel war es, die weltweit gültigen, landschaftsabhängigen Gesetzmäßigkeiten der Bodenbildung zu erforschen. Die wichtigsten …
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Bedeutung und Forschungsgebiet
Robert Ganssen (22. März 1903–20. Februar 1983) war ein deutscher Bodenkundler. Sein wichtigstes Forschungsgebiet war die Bodengeographie, also die Untersuchung der räumlichen Verbreitung von Böden und ihres Zusammenhangs mit Landschaft und Umwelt. Von 1950 bis zu seiner Emeritierung 1971 lehrte er Bodenkunde an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Ganssens Hauptziel bestand darin, weltweit gültige, von der jeweiligen Landschaft abhängige Gesetzmäßigkeiten der Bodenbildung zu erforschen. Damit wollte er erklären, unter welchen Bedingungen bestimmte Böden entstehen. Seine Arbeiten verbanden bodenkundliche Grundlagenforschung mit Fragen der praktischen Nutzung und Erhaltung von Böden.
Forschung und Lehre
An der Universität Freiburg arbeitete Ganssen vor allem zu vier Themenbereichen:
- Bodenklassifikation: die systematische Einteilung von Böden nach ihren Eigenschaften.
- Bodenerhaltung: der Schutz von Böden und ihrer Funktionen.
- Bodenmelioration: Maßnahmen zur dauerhaften Verbesserung von Böden.
- Regionale Bodenkunde beziehungsweise Bodengeographie: die Erforschung von Böden in unterschiedlichen Landschaften und Regionen.
Die wichtigsten Ergebnisse seiner bodengeographischen Untersuchungen fasste er 1957 in „Bodengeographie. Mit besonderer Berücksichtigung der Böden Mitteleuropas“ zusammen. Gemeinsam mit Friedhelm Hädrich veröffentlichte er 1965 außerdem den „Atlas zur Bodenkunde“.
Nach einer Forschungsreise nach Südwestafrika befasste sich Ganssen seit 1958 verstärkt mit der Bodennutzung in Trockengebieten. Dabei untersuchte er aride und semiaride Gebiete, also trockene beziehungsweise halbtrockene Räume. Seine Forschung behandelte dort die Böden, ihre Nutzung und Kultivierung sowie ihre Gefährdung. Die Ergebnisse erschienen in Fachzeitschriften sowie in den Büchern „Südwest-Afrika. Böden und Bodenkultur. Versuch einer Klimapedologie warmer Trockengebiete“ von 1963 und „Trockengebiete. Böden, Bodennutzung, Bodenkultivierung, Bodengefährdung“ von 1968. Der Ausdruck Klimapedologie bezeichnet hier die Untersuchung von Böden in ihrem Zusammenhang mit klimatischen Bedingungen.
In „Grundsätze der Bodenbildung. Ein Beitrag zur theoretischen Bodenkunde“ von 1965 stellte Ganssen die Kernpunkte seiner wissenschaftlichen und didaktischen Konzeption dar. Das Buch richtete sich vor allem an Studierende. In seiner Arbeit pflegte er enge Kontakte zu Nachbarfächern der Bodenkunde, besonders zur Geographie. 1981 ernannte ihn die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft zum Ehrenmitglied.
Ausbildung und akademischer Weg
Ganssen wurde am 22. März 1903 in Berlin geboren. Seit 1921 studierte er an der Technischen Hochschule und an der Universität Berlin Chemie, Physik, Geologie und Botanik. 1926 promovierte er an der Universität Berlin im Fach Chemie mit der Dissertation „Über die Einwirkung von Kupferoxid-Ammoniak auf Disaccharide und Polyamylosen“. Danach wandte er sich der Bodenkunde zu.
Nach zwei Jahren als Assistent am Institut für Geologie, Mineralogie und Bodenkunde der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin war er von 1928 bis 1939 als bodenkundlicher Sachbearbeiter an der Forstwirtschaftlichen Hochschule Eberswalde tätig. Dort habilitierte er sich 1935 mit einer Untersuchung über Bodenveränderungen auf Buchenstandorten. Die Habilitation ist eine wissenschaftliche Qualifikation, die zur selbstständigen Hochschullehre befähigt. 1939 wurde Ganssen zum Wehrdienst eingezogen.
Nach 1945 lehrte er an der Bundesanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Reinbek, an der Universität Hamburg und an der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen in Hann. Münden. 1950 wurde er auf den Lehrstuhl für Bodenkunde der Forstlichen Abteilung der Universität Freiburg im Breisgau berufen. Dort arbeitete er bis 1971. Ganssen starb am 20. Februar 1983 in Lüneburg.
Wichtigste Veröffentlichungen
Zu Ganssens zentralen Werken gehören:
- „Bodengeographie mit besonderer Berücksichtigung der Böden Mitteleuropas“, 1957; eine zweite, völlig umgearbeitete und stark erweiterte Auflage erschien 1972 unter Mitarbeit von Zlatko Gracanin.
- „Südwest-Afrika. Böden und Bodenkultur. Versuch einer Klimapedologie warmer Trockengebiete“, 1963.
- „Atlas zur Bodenkunde“, gemeinsam mit Friedhelm Hädrich, 1965.
- „Grundsätze der Bodenbildung. Ein Beitrag zur theoretischen Bodenkunde“, 1965.
- „Trockengebiete. Böden, Bodennutzung, Bodenkultivierung, Bodengefährdung. Versuch einer Einführung in bodengeographische und bodenwirtschaftliche Probleme arider und semiarider Gebiete“, 1968.
Diese Veröffentlichungen spiegeln die Schwerpunkte seines wissenschaftlichen Wirkens wider: Bodenbildung, räumliche Bodenverteilung, Bodensystematik sowie Nutzung und Schutz von Böden, insbesondere in Mitteleuropa und in Trockengebieten.