Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Rhythmus (DDR)

Die Initiative Rhythmus war ein Unterfangen des staatlichen Komitees für Unterhaltungskunst in der DDR. Ziel war es, die Tanzmusik der DDR populärer zu …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Kernidee und Ziel
  2. 2. Entwicklung von 1970 bis 1978
  3. 3. Produktionen und Schallplatten
  4. 4. Ende und verwandte Projekte

Kernidee und Ziel

Die Initiative Rhythmus war ein staatlich organisiertes Projekt in der DDR. Verantwortlich war das Komitee für Unterhaltungskunst. Ziel war es, die Tanzmusik der DDR populärer zu machen und neue Formen zu entwickeln, die jugendgemäß und massenwirksam sein sollten.

Die Initiative verband mehrere wichtige Medien- und Musikbereiche der DDR: den Rundfunk der DDR, das DDR-Fernsehen und das Plattenlabel Amiga. Dadurch sollten neue Titel produziert, öffentlich präsentiert, im Fernsehen verbreitet und auf Schallplatten veröffentlicht werden.

Entwicklung von 1970 bis 1978

Anfang 1970 gab das Komitee für Unterhaltungskunst den Auftrag an die relevanten Institutionen, gemeinsam neue Formen von Tanzmusik zu finden. Zu den Beteiligten gehörte beim Rundfunk der DDR unter anderem die Musikredakteurin Luise Mirsch. Die Initiative lief bis 1978.

1971 wurden die Ergebnisse zum ersten Mal in einer öffentlichen Veranstaltung in der Ost-Berliner Kongresshalle vorgestellt. Am Anfang entstanden vor allem Schlager. Später verlagerte sich der Schwerpunkt stärker auf Pop- und Rockmusik. Neben Musikerinnen und Musikern aus der DDR traten auch Interpreten aus dem „sozialistischen Ausland“ auf. Konzertmitschnitte der öffentlichen Rhythmus-Veranstaltungen wurden regelmäßig im DDR-Fernsehen übertragen.

Produktionen und Schallplatten

Für die Rhythmus-Aktionen wurden insgesamt 1151 Titel produziert. Ausgewählte Titel wurden für die Veröffentlichung auf „Rhythmus“-Schallplatten genutzt. Zwischen 1971 und 1978 veröffentlichte Amiga jedes Jahr einen Sampler.

Die Musikstile reichten vom Schlager bis zur Rockmusik. Vertreten waren ausschließlich damals etablierte Künstler. Auf den Alben erschienen nicht die Live-Auftritte, sondern Rundfunk- oder Amiga-Produktionen der Titel. Viele veröffentlichte Stücke waren keine eigentlichen Tanztitel.

Die Schallplattenhüllen zeigten meist farblich verfälschte oder anders verfremdete Fotos von Tanzveranstaltungen. Die Titel wurden mit geschwungenen Schriftzügen als Rhythmus 71 bis Rhythmus 78 gestaltet.

Ende und verwandte Projekte

1978 fand die letzte Rhythmus-Veranstaltung statt. Ein Grund für das Ende war, dass Musiker zunehmend eigene Alben veröffentlichen konnten. Damit endete auch die Serie der Rhythmus-Alben.

Eine weitere Initiative zur Förderung der Unterhaltungsmusik in dieser Zeit waren die „Tage der offenen Tür“. Dabei wurden 1969 Gruppen in verschiedenen DDR-Städten „entdeckt“. Eine zeitgleich von Amiga veröffentlichte Kompilationsreihe waren die 16 hallo-Schallplatten, die von 1972 bis 1976 erschienen und vor allem Rockmusik enthielten.

Weiterlesen