Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Rapid Application Development
Es verfolgt den Zweck, Softwareentwicklung im Vergleich zu klassischen Vorgehensmodellen wie dem Wasserfallmodell flexibler zu gestalten und sich an schnell …
Inhalt4 Abschnitte
Grundidee und Bedeutung
Rapid Application Development (RAD), auf Deutsch etwa „schnelle Anwendungsentwicklung“, ist ein Konzept zur Softwareentwicklung. Es wurde in den 1980er Jahren von dem britischen Informatiker und IKT-Spezialisten James Martin (1933–2013) mitentwickelt. RAD basiert auf einem Vorgehensmodell mit Prototyping. Ein Prototyp ist eine frühe, lauffähige Vorversion einer Software, an der Auftraggeber und Entwickler prüfen können, ob die Anforderungen richtig verstanden wurden.
RAD soll Softwareentwicklung flexibler machen als klassische Vorgehensmodelle wie das Wasserfallmodell. Es ist besonders darauf ausgerichtet, auf schnell wechselnde Anforderungen reagieren zu können. Die Grundlage von RAD ist das Spiralmodell von Barry Boehm. Die Methode wurde weiterentwickelt und ist laut Artikel Stand 2025 weiterhin in Benutzung.
Ablauf der Methode
RAD arbeitet in wiederholten Entwicklungszyklen. Zuerst werden die Anforderungen an eine Software gesammelt. Danach werden sie möglichst schnell in ausführbaren Code umgesetzt. Dieser frühe Programmstand wird dem Auftraggeber bereits in einer relativ frühen Phase gezeigt.
Der Zweck dieser frühen Vorlage ist, Missverständnisse bei den Anforderungen zu erkennen und zusätzlich entstandene Anforderungen aufzunehmen. Anschließend werden Änderungen in einer neuen Version umgesetzt und dem Auftraggeber erneut vorgelegt. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis der Auftraggeber mit der Software zufrieden ist und sie abnimmt.
Damit kann RAD als Ableger des Spiralmodells verstanden werden: Statt eine Software einmal vollständig zu planen und erst spät zu testen, nähert man sich dem fertigen Produkt schrittweise über Prototypen und Rückmeldungen an.
Vorteile und Einordnung
Die Methode verspricht, schneller zu ersten Ergebnissen zu kommen und weniger Zeit für Vorarbeit und Planung zu benötigen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Kunde früh über den Entwicklungsstand informiert ist. Durch frühes Testen durch Anwender kann die Qualität des Softwareprodukts überprüft und verbessert werden.
Der Artikel weist aber auch darauf hin, dass die tatsächliche Effektivität der Methode bereits kritisch beleuchtet wurde. RAD teilt ähnliche Merkmale und Ziele mit anderen Softwareentwicklungsprozessen, vor allem mit meist agilen Verfahren. Agil bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Entwicklung flexibel, schrittweise und mit regelmäßiger Rückmeldung erfolgt.
Werkzeuge
Es gibt Entwicklungsumgebungen und Werkzeuge, die RAD unterstützen. Unter Windows nennt der Artikel Microsoft Visual Basic und Embarcaderos RAD Studio, ein Softwarepaket aus Delphi und C++Builder. Unter Linux wird Gambas genannt.
Weitere RAD-Tools sind Visual Studio LightSwitch für das .Net-Framework, Servoy und XDEV 3 für Java, Omnis Studio und 4th Dimension für Mac und Windows sowie der IBM Lotus Domino Designer. Mit solchen Werkzeugen lassen sich besonders Bedienoberflächen visuell entwerfen. Außerdem bietet das Free-Pascal-Entwicklungssystem Lazarus die Möglichkeit, GUI-Anwendungen plattformübergreifend für GNU/Linux, Mac OS X und Microsoft Windows zu erstellen. Eine GUI-Anwendung ist ein Programm mit grafischer Benutzeroberfläche, also mit Fenstern, Schaltflächen und anderen sichtbaren Bedienelementen.