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Pontiac (Automarke)

Pontiac war eine Automarke des US-amerikanischen Automobilkonzerns General Motors. Traditionell wurden unter dieser Bezeichnung sportliche Fahrzeuge im …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Marke und Einordnung
  2. 2. Entwicklung zur Sportmarke
  3. 3. Kleine und mittlere Baureihen
  4. 4. Große Wagen
  5. 5. SUVs und Vans
  6. 6. Sportwagen und sportliche Coupés

Marke und Einordnung

Pontiac war von 1926 bis 2010 eine Automarke des US-Konzerns General Motors (GM) mit Sitz in Detroit, Michigan. Die Marke sollte traditionell sportliche Fahrzeuge im mittleren Preissegment anbieten und vor allem jüngere Kundinnen und Kunden ansprechen. Im GM-Konzern stand Pontiac zunächst über den günstigen Chevrolet-Modellen, aber unter den höher positionierten Marken Oldsmobile, Buick und Cadillac.

Nach der Insolvenz von General Motors 2009 wurde das Modellprogramm umstrukturiert. GM stellte die Fahrzeugproduktion von Pontiac zum Ende des Jahres 2009 ein und gab die Marke bis Ende 2010 vollständig auf. Künftig konzentrierte sich GM auf GMC, Buick, Cadillac und Chevrolet. Am 25. November 2009 entstand in den USA ein weißer Pontiac G6 als letztes dort gefertigtes Modell; die Produktion des Pontiac G3 in Südkorea lief noch bis Ende 2009.

Entwicklung zur Sportmarke

Die Oakland Motor Company und die Pontiac Spring & Wagon Works Company fusionierten im November 1908 zur Oakland Motor Car Company. General Motors übernahm 1909 zunächst die Hälfte und nach dem Tod des Oakland-Gründers Edward P. Murphy auch die restlichen Anteile. Fahrzeuge wurden von 1908 bis 1926 als Oakland verkauft.

GM brachte 1926 das erste Pontiac als günstigere Variante des Oakland Motor Car heraus. Pontiac war neben LaSalle, Marquette und Viking eine von vier neuen GM-Marken, die Lücken im Angebot schließen sollten. Während die anderen drei wieder eingestellt wurden, ersetzte Pontiac Oakland ab 1931 vollständig.

Als Chevrolet Mitte der 1950er Jahre luxuriösere Fahrzeuge und einen V8-Motor anbot, geriet Pontiac unter Konkurrenzdruck. Ein Wechsel in höhere Preisklassen war wegen Oldsmobile und Buick kaum möglich. Daher positionierte GM Pontiac als Sportmarke. Bonneville (1957), LeMans (1961), Grand Prix (1962), GTO (1964) und Firebird (1967) standen für diesen Anspruch. Besonders der GTO wurde in den 1960er Jahren ein Trendsetter.

In den 1970er Jahren sanken wegen strengerer Abgasvorschriften die Motorleistungen. Die Ölkrise 1973/74 verringerte außerdem die Nachfrage nach Autos mit großem Hubraum. Pontiac ergänzte das Angebot durch kleinere Modelle wie Ventura (1971), Astre (1974) und T1000 (1981). Diese waren jedoch nur leicht veränderte Chevrolet-Modelle; der T1000 basierte sogar auf dem Opel Kadett City. Die vereinheitlichte Technik und Modellpolitik bei GM schwächte in den 1980er und 1990er Jahren die eigene Markenidentität weiter. Eine Ausnahme war der Mittelmotor-Sportwagen Fiero (1983–1988), der wegen seines ungeeigneten Vierzylindermotors aber kein Erfolg wurde.

Kleine und mittlere Baureihen

Zu den kleinen Pontiac-Modellen gehörten der Astre (1974–1977) auf Basis des Chevrolet Vega, der T1000 (1981–1987) auf Basis von Chevrolet Chevette beziehungsweise Opel Kadett C sowie der Firefly (1984–1991 und 1994–2000), eine Abwandlung des Suzuki Swift. Der LeMans von 1988 bis 1993 war ein überarbeiteter Opel Kadett E. Wave (2002–2008) beruhte auf den Plattformen T200 und T250, ebenso wie Daewoo Kalos und Chevrolet Aveo; der G3 von 2009 basierte auf dem Chevrolet Aveo von GM Daewoo.

In der Kompaktklasse waren Phoenix (1979–1984, Schwestermodell des Chevrolet Citation), J2000 beziehungsweise ab 1985 Sunbird (1981–1994, verwandt mit Chevrolet Cavalier und Opel Ascona C), Sunfire (1995–2005), Vibe (2002–2009) und G5 (2004–2009) wichtig. Der Vibe war ein kompaktes Crossover-Modell. Der G5, Nachfolger des Sunfire, wurde in Kanada Pontiac Pursuit und in Mexiko Pontiac G4 genannt; eine offene Variante gab es nicht.

In der Mittelklasse begann der Tempest 1960 als kleineres Modell, zunächst mit 3,2-Liter-Vierzylindermotor, später auch mit sechs und acht Zylindern. Der LeMans war zuerst dessen Luxusausführung und ab 1970 der Name der ganzen Baureihe. Der Grand Prix wurde 1962 als „Personal luxury car“ eingeführt, zunächst nur als Coupé; ab der fünften Generation von 1988 gehörte er zur Mittelklasse und war zusätzlich als viertürige Stufenhecklimousine erhältlich. Der Grand Am wurde von 1973 bis 2004 gebaut, der G6 von 2004 bis 2009 als dessen Nachfolger. Den G6 gab es als Limousine, Coupé und Cabriolet.

Große Wagen

Zu den frühen großen Baureihen zählten Silver Streak (1935–1951), Chieftain (1949–1958), Star Chief (1953–1965), Executive (1955–1970) und Super Chief (1956–1958). Der Bonneville wurde von 1957 bis 2005 gebaut, hatte aber unterschiedliche Rollen: 1957 war er ein leistungsstarkes Cabriolet in kleinen Stückzahlen, von 1958 bis 1981 meist das Spitzenmodell der Full-Size-Reihe, von 1981 bis 1986 eine kleinere Mittelklassebaureihe mit Hinterradantrieb und von 1987 bis 2005 eine große Limousine mit Frontantrieb.

Der Catalina (1958–1981) war über zwei Jahrzehnte der klassische große Pontiac. Weitere Full-Size-Modelle waren Ventura (1959–1977), der luxuriöse Kombi Grand Safari (1970–1978), Grand Ville (1971–1975) und Parisienne (1982–1986). In Kanada verband Pontiac bei großen Fahrzeugen Chevrolet-Technik mit Pontiac-Karosserien; Laurentian war dort das Gegenstück zum Catalina, Parisienne das Pendant zum Bonneville. Der Safari (1986–1989) war ein Kombi mit Fünfliter-V8 und Viergangautomatik; im Werk Oshawa entstanden in drei Jahren 23.478 Stück.

Der G8 (2007–2009) war Pontiacs letztes Oberklassemodell. Ein Kombi und ein sportlicher Truck waren geplant, wurden wegen der Finanzkrise aber nicht verwirklicht.

SUVs und Vans

Pontiac versuchte mit dem ungewöhnlich gestalteten Aztek (2001–2005), in der Klasse der Sport Utility Vehicles, kurz SUV, Fuß zu fassen. Dies gelang nicht; die Produktion endete 2005. Sein Nachfolger war der Torrent (2005–2009). Er besaß einen 3,4-l-3400-Vortec-V6-Motor, der auch im Chevrolet Equinox eingesetzt wurde. Der Aluminiummotor hatte vier Ventile pro Zylinder und leistete 138 kW (188 PS). Frontantrieb war serienmäßig, Allradantrieb optional.

Bei den Vans erschien 1990 der Trans Sport, gemeinsam mit Chevrolet Lumina APV und Oldsmobile Silhouette. Der Versuch, ihn auch in Europa erfolgreich zu verkaufen, scheiterte laut Artikel an geringer Karosseriesteifigkeit und Qualitätsproblemen. Der Montana (1999–2008) folgte auf den Trans Sport. Zunächst bezeichnete Montana nur ein Ausstattungspaket; erst die 2005 eingeführte Generation war ein vollständig neues Fahrzeug.

Sportwagen und sportliche Coupés

Der GTO (1964–1974) war ein Muscle-Car, also ein besonders leistungsstarkes US-Sportmodell, und ein Trendsetter. Von 1964 bis 1971 bildete er eine vom LeMans abgeleitete eigene Modellreihe. Angeboten wurden zweitüriges Hardtop, Cabriolet und Coupé mit B-Säule sowie großvolumige V8-Motoren. 1964, 1972 und 1973 war GTO auch eine Ausstattungsvariante von LeMans beziehungsweise Tempest, 1974 die Sportversion des Ventura.

Der Firebird (1967–2002) war über 30 Jahre lang als Coupé und Cabriolet erfolgreich und das Schwestermodell des Chevrolet Camaro auf der F-Plattform. Die dritte Generation übernahm von 1982 bis 1986 als sprechendes Auto K.I.T.T. in der Fernsehserie Knight Rider eine Paraderolle. Wegen sinkender Verkaufszahlen wurde die Produktion im August 2002 eingestellt.

Der Fiero (1983–1988) war ein kleiner Sportwagen mit Mittelmotor. Seine Varianten hießen 2M4 („2 Sitze, Mittelmotor, 4 Zylinder“), 2M6, SE, GT und Formula; es gab Stufenheck und ab 1986 auch Schrägheck, stets mit Klappscheinwerfern. Der neue, in Australien gebaute GTO (2003–2006) war ein Schwestermodell des Holden Monaro, erreichte jedoch nicht die früheren Erfolge. Der Solstice (2005–2009) war ein kleiner Frontmotor-Sportwagen, verwandt mit Saturn Sky und Opel GT; anders als diese war er auch kurzzeitig als Coupé erhältlich.

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