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Plymouth (Automarke)
Plymouth war eine Automobilmarke, die in den Vereinigten Staaten gegründet und durch die Chrysler Corporation und DaimlerChrysler von 1928 bis 2001 …
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Marke und Bedeutung
Plymouth war eine US-amerikanische Automobilmarke. Sie wurde von 1928 bis 2001 durch die Chrysler Corporation und später DaimlerChrysler vermarktet. Das letzte Markenemblem war das „Sailboat Logo“, das von 1996 bis 2001 verwendet wurde.
Über den größten Teil ihrer Geschichte gehörte Plymouth zu den meistverkauften Automobilmarken der Vereinigten Staaten. Die Marke stand besonders mit Chevrolet und Ford im Wettbewerb; diese drei wurden als „Die günstigen Drei“ bezeichnet. Plymouth-Fahrzeuge galten als haltbar, erschwinglich und technisch fortschrittlich. In den 1940er Jahren übertraf Plymouth Ford und war damit der zweitgrößte Automobilhersteller in den Vereinigten Staaten.
Entwicklung in den 1960er und 1970er Jahren
Zu Beginn der 1960er Jahre verlor Plymouth schnell Marktanteile. Die Gestaltung der Fahrzeuge von 1957 bis 1958 war noch als vorbildlich angesehen worden, während die Modelle von 1959 bis 1962 als gewöhnungsbedürftig galten und beim Publikum wenig Zustimmung fanden.
Zusätzliche Konkurrenz entstand ab 1960 innerhalb des Chrysler-Konzerns: Dodge bot mit dem günstigen Dodge Dart ein Schwestermodell des Plymouth Valiant an. Plymouth verlor in dieser Dekade zunächst den dritten Platz unter den meistverkauften US-Marken an Rambler und danach an Pontiac.
1965 gewann die Marke durch mehr vollwertige, stärker auf den „Mainstream“ ausgerichtete Modelle einen Teil ihres Marktanteils zurück. In der Muscle-Car-Zeit – einer Phase leistungsstarker US-Pkw – war Plymouth wieder erfolgreich. Barracuda und Road Runner zählen zu den bekanntesten und heute wertvollsten Muscle-Cars. 1971 und 1974 erzielte Plymouth jeweils wieder den drittbesten Umsatz in den USA.
Wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Chrysler stand Plymouth 1979 kurz vor dem Aus. In den finanzschwachen Jahren verkaufte die Marke hauptsächlich umbenannte Dodge- und Mitsubishi-Modelle. Das Angebot von 1979 bestand überwiegend aus den im Inland produzierten Volare- und Horizon-Modellen sowie Mitsubishi-Importen.
Modellprogramm
Plymouth bot im Lauf seiner Geschichte Fahrzeuge verschiedener Klassen an: Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklassewagen, Full-Size-Modelle, Sportwagen, SUV, Pick-ups und Vans. Zur frühen Modellpalette von 1928 bis 1942 gehörten unter anderem Modell Q, Modell U, Modell 30U, Modell PA, New Finer PB sowie PFXX Six beziehungsweise Special Six. Zwischen 1942 und 1946 war die zivile Fahrzeugproduktion wegen des Zweiten Weltkriegs eingeschränkt.
Zu den späteren wichtigen Baureihen zählen Valiant, Volaré, Reliant, Neon, Belvedere, Fury, Gran Fury, Acclaim und Breeze. Im Bereich der Sportwagen beziehungsweise leistungsorientierten Fahrzeuge standen etwa Barracuda, Road Runner, GTX, Duster, Sapporo, Laser, Conquest und Prowler. Der Voyager war ein Van; Trail Duster ein SUV. Einige Modelle beruhten auf anderen Fahrzeugen: Der Horizon basierte auf dem von Chrysler Europe entwickelten Talbot/Simca Horizon, und einzelne Modelle waren umbenannte Mitsubishi-Fahrzeuge oder basierten auf einem Modell der Rootes-Gruppe.
Niedergang und Einstellung der Marke
Spätestens in den 1990er Jahren hatte Plymouth seine eigene Identität weitgehend verloren. Die Palette wurde immer kleiner; ein vollständiges Angebot verschiedener Fahrzeugarten gab es nicht mehr. Bis Ende der 1990er Jahre wurden nur noch vier Modelle verkauft: die Minivans Voyager und Grand Voyager, die Mittelklasse-Limousine Breeze, der Kompaktwagen Neon und der Sportwagen Prowler. Neue Fahrzeuge erschienen zunehmend unter den Marken Dodge und Chrysler.
Nach der Einstellung von Eagle 1998 plante Chrysler zunächst, Plymouth mit eigenständigen Retro-Modellen wiederzubeleben. Prowler und PT-Cruiser hatten einen ähnlichen Kühlergrill. Abgesehen vom Prowler gab es bei der Fusion von Chrysler und Daimler-Benz jedoch kein Plymouth-Produkt, das nicht auch als Dodge verfügbar war. Da Plymouth-Händler zusätzlich Chrysler-Fahrzeuge verkauften, viele Dodge-Händler jedoch allein auf Dodge ausgerichtet waren, entschied DaimlerChrysler, Plymouth nach einem begrenzten Durchlauf von 2001er Modellen einzustellen. Der Neon der zweiten Generation war 2000 und 2001 das letzte neue Modell unter dem Namen Plymouth; PT-Cruiser und Prowler wurden anschließend als Chrysler verkauft.
Bekannt wurde ein Plymouth Fury, Modell 1958, in Rot mit weißem Dach durch John Carpenters Film „Christine“ nach Stephen King. Für die Dreharbeiten nutzte man meist das ähnliche Schwestermodell Belvedere. Ein Plymouth Belvedere von 1957 wurde am 15. Juni 1957 in Tulsa, Oklahoma, als Zeitkapsel eingelagert. Als man die Grube genau 50 Jahre später öffnete, war das Fahrzeug verrottet, weil Wasser eingedrungen war.