Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Petra Feuerstein-Herz
Petra Feuerstein-Herz studierte Biologie, Geschichte und Pädagogik und legte die beiden Staatsexamen für den höheren Schuldienst in den Jahren 1982 und 1984 ab.
Inhalt2 Abschnitte
Beruf und Forschungsgebiet
Petra Feuerstein-Herz (* 25. Februar 1956 in Nürnberg) ist eine deutsche Bibliothekarin und Wissenschaftshistorikerin. Sie befasst sich besonders mit historischen Drucken der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, vor allem mit naturwissenschaftlichen und alchemischen Schriften. Alchemie bezeichnet historische Lehren und Praktiken, die sich mit Stoffen, ihren Veränderungen und ihrer symbolischen Deutung beschäftigen.
Sie studierte Biologie, Geschichte und Pädagogik und legte 1982 und 1984 die beiden Staatsexamen für den höheren Schuldienst ab. 1986 begann sie als wissenschaftliche Angestellte an der Herzog-August-Bibliothek. Von 1988 bis 1990 absolvierte sie an der Universitätsbibliothek Braunschweig sowie an der Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen in Köln die Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst.
An der Herzog-August-Bibliothek betreute sie Fachreferate, leitete die Abteilung für Alte Drucke beziehungsweise die Sammlung deutscher Drucke des 17. Jahrhunderts und führte die Geschäfte des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Buch-, Bibliotheks- und Mediengeschichte. 2004 wurde sie an der Technischen Universität Braunschweig mit einer Arbeit über Eberhard August Wilhelm von Zimmermann promoviert, der als Begründer der Tiergeographie gilt. 2021 trat sie in den Ruhestand.
Schwerpunkte der Veröffentlichungen
Feuerstein-Herz veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten und gab Ausstellungskataloge der Herzog-August-Bibliothek heraus. Wiederkehrende Themen sind Naturgeschichte der Frühen Neuzeit, historische Medizin, Buch- und Sammlungsgeschichte sowie die Alchemie. Dabei untersucht sie auch die Materialität und Nutzung alter Bücher, etwa Benutzungsspuren, durchschossene Bücher und den Weg einzelner Bücher in historische Sammlungen.
Ihre Dissertation erschien 2006 unter dem Titel „Der Elefant der Neuen Welt. Eberhard August Wilhelm von Zimmermann (1743–1815) und die Anfänge der Tiergeographie“. Weitere zentrale Arbeiten behandeln die Naturgeschichte der Frühen Neuzeit, darunter „Die große Kette der Wesen. Ordnungen in der Naturgeschichte der Frühen Neuzeit“ (2007). Die „große Kette der Wesen“ bezeichnet eine Ordnungsvorstellung, mit der Natur und Lebewesen hierarchisch eingeordnet wurden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Alchemie der Frühen Neuzeit. Dazu gehören unter anderem „Goldenes Wissen. Die Alchemie – Substanzen, Synthesen, Symbolik“ (2014, gemeinsam mit Stefan Laube herausgegeben), „Feurige Philosophie. Zur Rezeption der Alchemie“ (2019, herausgegeben) und „Alchemie – Genealogie und Terminologie, Bilder, Techniken und Artefakte“ (2021, gemeinsam mit Ute Frietsch herausgegeben). Ihre Arbeiten behandeln dabei schriftliche und bildliche Quellen, Handschriften und Drucke sowie Anleitungen und deren Gebrauchsspuren.
Daneben schrieb sie über medizinische Drucke, frühneuzeitliche Bibliotheken, Buchausstellungen und historische Authentizität. 2022 erschien die Festschrift „Ephemera. Abgelegenes und Vergängliches in der Kulturgeschichte von Druck und Buch“ für Petra Feuerstein-Herz; sie enthält ab Seite 25 eine Bibliographie ihrer Veröffentlichungen.