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Pasterze

Die Pasterze ist mit etwa 8 km Länge noch der größte Gletscher Österreichs und der längste der Ostalpen. Sie befindet sich am Fuße des Großglockners im …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Die Pasterze im Überblick
  2. 2. Lage, Aufbau und Landschaft
  3. 3. Gletscherveränderung und wissenschaftliche Befunde
  4. 4. Öffentliche Wahrnehmung und Bezeichnung

Die Pasterze im Überblick

Die Pasterze ist ein Talgletscher in der Glocknergruppe der Hohen Tauern bei Heiligenblut am Großglockner in Kärnten. Mit etwa 8 km Länge ist sie noch der größte Gletscher Österreichs und der längste der Ostalpen. Sie liegt am Fuß des Großglockners im obersten Talboden des Mölltales, dem Pasterzenboden, und bildet das Quellgebiet der Möll.

Die wichtigsten Kenndaten lauten: Länge 8,3 km und Fläche 17,3 km² (jeweils 2006), Südostexposition, Höhenbereich von 3450 m ü. A. bis 2100 m ü. A., maximale Eisdicke 180 m (1987) und Eisvolumen 1,7 km³ (2006). Die Koordinaten sind 47° 5′ 8″ N, 12° 43′ 24″ O. Das Schmelzwasser wird zum Stausee Margaritze geleitet.

Lage, Aufbau und Landschaft

Der höchste Punkt der Pasterze liegt am 3453 m ü. A. hohen Johannisberg. Dort befindet sich der oberste Pasterzenboden, das Nährgebiet des Gletschers. Als Nährgebiet wird der Bereich bezeichnet, in dem sich durch Schneeansammlung und Verdichtung neues Gletschereis bildet. Talwärts geht der oberste Pasterzenboden über den Hufeisenbruch in den eigentlichen Pasterzengletscher über.

Der untere Punkt liegt auf etwa 2100 m ü. A. Die Gletscherzunge endet wenige hundert Meter vor dem Sandersee. Das Wasser der Pasterze speist den Stausee Margaritze unterhalb des Glocknerhauses.

Zum Landschaftsraum gehören unter anderem der Johannisberg, der Hohe, Mittlere und Kleine Burgstall, die Hohe Riffl, das Schattseitköpfl und der Vordere Bärenkopf. Von der Franz-Josefs-Höhe an der Großglockner-Hochalpenstraße führt eine Standseilbahn zu einer Stelle, an der sich bei ihrer Inbetriebnahme 1963 noch der Gletscherrand befand. Wegen des Abschmelzens liegt die Gletscherzunge inzwischen etwa 2 km von der Talstation entfernt. Dadurch verlängert sich der Wanderweg zur Pasterze ständig.

Gletscherveränderung und wissenschaftliche Befunde

Seit 1856 ist die Fläche der Pasterze von damals über 30 km² um beinahe die Hälfte zurückgegangen. Wie bei der überwiegenden Zahl der österreichischen Gletscher ist auch ihre Längenausdehnung seit mehreren Jahren rückläufig. In den letzten Jahren betrug der Rückgang etwa 50 m pro Jahr; 2014/15 wurden 54,4 m und 2020 52,5 m gemessen. Zusätzlich verliert der Gletscher jährlich etwa 10 m an Eisdicke.

Die Gletscherzunge könnte um 2050 verschwunden sein. Im September 2023 gab es Prognosen, nach denen sie bereits in 1–2 Jahren abreißen könnte. Anfang 2025 wurde diese Einschätzung auf 2026 oder 2027 verschoben. Nach dem im Artikel genannten Stand vom Juli 2026 sollte das Abreißen im Sommer 2026 erfolgen. Diese Angaben zeigen, dass die Prognosen zum Zeitpunkt des Artikels unterschiedlich waren. Nach dem Abreißen der Pasterze wird voraussichtlich der Gepatschferner in Tirol der größte Gletscher Österreichs sein.

Bilddokumente zeigen die Veränderung der Pasterze spätestens seit 1883 sowie Aufnahmen von 1968, 2005, 2006, 2012, 2018, 2020 und 2021. Eine Aufnahme von 2021 zeigt außerdem einen Trichter in der Gletscherzunge.

Funde von Holz und Torf, die der Gletscher 2009 bis 2010 freigab, belegen, dass sich im Gebiet der heutigen Pasterze zwischen 5000 und 1500 v. Chr. Moorvegetation und Weideland befanden. Eine Untersuchung der Universität Innsbruck wies Pollen von Gräsern und Enzian sowie koprophile Pilze, also Dungpilze, nach. Diese Pilze zeigen, dass die Weideflächen für Viehzucht genutzt wurden. Ein von der Universität Graz untersuchtes Holzstück stammt von einer Zirbe mit 200 Jahresringen, die dort vor 7000 Jahren während einer nacheiszeitlichen Wärmephase wachsen konnte.

Öffentliche Wahrnehmung und Bezeichnung

Am 5. September 2023 veranstaltete die NGO Protect Our Winters (POW) zusammen mit einem Priester und einem Pfarrer ein symbolisches Begräbnis für den Gletscher. Dabei wurde ein aus Eis hergestellter Sarg mitgetragen oder -gefahren. Die Aktion sollte an den durch den Klimawandel erwarteten Verlust der Gletscherzunge erinnern.

Der vollständige historische Name lautete im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Pasterzenkees beziehungsweise Pasterzenkeesboden. Umgangssprachlich und später auch in der Österreichischen Karte wurde der Name zu Pasterze verkürzt. Im regionalen Sprachgebrauch wird ein Gletscher auch als Kees bezeichnet.

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