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Paläogeographie
Die Paläogeographie oder Paläogeografie ist ein Teilgebiet der Geologie bzw. der Physischen Geographie und versucht zu rekonstruieren, wie die Erde in …
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Grundidee
Die Paläogeographie oder Paläogeografie ist ein Teilgebiet der Geologie beziehungsweise der Physischen Geographie. Sie rekonstruiert, wie die Erde in früheren Zeiten ausgesehen hat: zum Beispiel, wo Landflächen, Meere, Gebirge, Ebenen, Flüsse oder Ozeanbecken lagen.
Wichtig ist sie, weil heutige Landschaften oft nicht zeigen, wie ein Gebiet früher beschaffen war. Ein Gebiet, das heute Wüste ist, kann früher ein Meer gewesen sein, wie es für die Sahara nachgewiesen wurde. Regionen mit heutigen Gebirgen können früher Ebenen gewesen sein. Täler und auffällige Sedimentablagerungen können Hinweise auf Flüsse geben, die heute nicht mehr existieren.
Quellen und Methoden
Die Paläogeographie stützt sich auf Erkenntnisse der Historischen Geologie. Ihre wichtigsten Quellen sind Gesteine, Sedimente und Fossilien. Sedimente sind abgelagerte Materialien; sie geben besonders viele Hinweise auf die frühere Verteilung von Berg- und Wasserlandschaften. Gesteine enthalten ebenfalls Informationen über frühere Umweltbedingungen.
Fossilien, also erhaltene Reste oder Spuren früherer Lebewesen, sind ein weiterer zentraler Hinweis. Sie können zeigen, welche Organismen in bestimmten Gebieten lebten. Wenn gleiche oder verwandte Fossilien auf verschiedenen Landflächen gefunden werden, kann das auf frühere Verbindungen zwischen diesen Landflächen hinweisen.
Teilbereiche
Ein Teilbereich der Paläogeographie beschäftigt sich mit der Geografie der Vorzeit. Dabei werden paläogeographische Karten erstellt. Solche Karten zeigen zum Beispiel die Verteilung von Land und Wasser auf der Erde, die Form der Ozeanbecken oder die Gliederung der Kontinente in früheren Erdzeitaltern.
Ein weiterer Teilbereich untersucht die Lebensbereiche fossiler Organismen und rekonstruiert vorzeitliche Klimaverhältnisse. Dabei wird gefragt, unter welchen Umweltbedingungen Lebewesen früher lebten und wie diese Bedingungen räumlich verteilt waren.
Zusammenarbeit mit Nachbarfächern
Die Paläogeographie arbeitet eng mit der Tektonik und der Paläontologie zusammen. Tektonik hilft dabei, Bewegungen und Veränderungen der Erdkruste zu verstehen. Paläontologie untersucht Fossilien und frühere Lebewesen. Zusammen ermöglichen diese Fächer ein großflächiges und zugleich detailliertes Bild der Erde in vergangenen Erdzeitaltern.
Besonders wichtig ist auch der Paläomagnetismus. Er untersucht frühere Zustände des Erdmagnetfeldes. Daraus lassen sich Aussagen über die Lage und Wanderung der Erdmagnetpole, über Kontinentaldrift und über Plattenkinematik gewinnen. Plattenkinematik beschreibt die Bewegung der Erdplatten.
Paläobiogeographie
Aus der Zusammenarbeit von Paläontologie, Biogeographie und Paläogeographie ist die Paläobiogeographie entstanden. Biogeographie untersucht die räumliche Verbreitung von Lebewesen. Die Paläobiogeographie fragt entsprechend nach der Verbreitung früherer Organismen.
Durch Fossilienbelege kann man die Lebensräume verschiedener Lebewesen eingrenzen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf frühere Landverbindungen ziehen. Die Verbindung geologischer und biologischer Informationen ermöglicht ein genaueres Gesamtbild vergangener Epochen.