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Otello darf nicht platzen

Otello darf nicht platzen (englisch: Lend Me a Tenor) ist eine Komödie von Ken Ludwig. Das Stück wurde am 6. März 1986 im West End Theatre in London …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grunddaten und Bedeutung
  2. 2. Figuren und Ausgangslage
  3. 3. Verwicklung vor der Aufführung
  4. 4. Verwechslungen nach dem Erfolg
  5. 5. Aufzeichnungen und spätere Werke

Grunddaten und Bedeutung

Otello darf nicht platzen ist eine Komödie von Ken Ludwig. Der Originaltitel lautet Lend Me a Tenor. Das Stück ist in englischer Sprache geschrieben und bezieht sich auf die Oper Otello. Die Uraufführung fand am 6. März 1986 im West End Theatre in London statt.

Die Handlung spielt im Jahr 1934 in einer Hotelsuite in Cleveland, Ohio. Im Mittelpunkt stehen die Cleveland Grand Opera, der berühmte italienische Tenor Tito Merelli und eine Reihe von Verwechslungen rund um eine geplante Aufführung von Giuseppe Verdis Oper Otello. Das Stück wurde in 16 Sprachen übersetzt und in 25 Ländern aufgeführt. Für den Tony Award erhielt es neun Nominierungen; bei der Broadwayaufführung 1989 gewann es Preise für den besten Hauptdarsteller, Philip Bosco, und die beste Regie, Jerry Zaks.

Figuren und Ausgangslage

Henry Saunders ist der Direktor der Cleveland Grand Opera und Maggies Vater. Er gilt als angeberisch und wird schon bei kleinen Missgeschicken ärgerlich. Sein gutmütiger Assistent Max soll dafür sorgen, dass Tito Merelli rechtzeitig zur Probe und zur Aufführung kommt.

Maggie Saunders ist Saunders’ Tochter und Max’ Freundin. Sie bewundert Tito Merelli sehr. Tito selbst ist ein weltberühmter Tenor, aber auch als unzuverlässig und als Schwerenöter bekannt. Seine Frau Maria ist eifersüchtig, weil er mit anderen Frauen flirtet. Weitere wichtige Figuren sind Diana, eine verführerische Sängerin, und Julia, die Vorsitzende der Cleveland Opera Gesellschaft.

Für die Cleveland Grand Opera wäre Merellis Auftritt als Otello das größte Ereignis ihrer Geschichte. Deshalb hängt für Saunders viel davon ab, dass Tito pünktlich und zuverlässig auftritt.

Verwicklung vor der Aufführung

Im ersten Akt wartet Saunders angespannt auf Tito Merelli. Tito kommt schließlich mit seiner Frau Maria im Hotel an. Maria ist wegen Titos Verhalten gegenüber anderen Frauen eifersüchtig. Maggie will wenigstens ein Autogramm von Tito bekommen, versteckt sich aber im Schrank, weil ihr Vater ihr den Kontakt verboten hat. Maria entdeckt sie dort, deutet die Situation falsch, schreibt Tito einen Abschiedsbrief und verlässt das Hotel.

Max gibt Tito einen Beruhigungstrank, damit dieser vor der Aufführung ruhiger wird. Max weiß jedoch nicht, dass Tito bereits eine doppelte Dosis Beruhigungsmittel genommen hat. Zuvor gibt Tito Max, der selbst ein aufstrebender Opernsänger ist, aber vor Publikum nicht singen kann, eine Gesangsstunde. Er zeigt ihm Auflockerungsübungen und ermutigt ihn, mit Selbstvertrauen zu singen. Beide singen ein Duett aus Verdis Don Carlos.

Als Max Tito vor der Aufführung wecken will, gelingt das wegen der Beruhigungsmittel nicht. Max findet Marias Abschiedsbrief und hält ihn irrtümlich für Titos Abschiedsbrief. Er glaubt, Tito habe Selbstmord begangen. Saunders gerät in Panik, vor allem wegen der möglichen Rückerstattung der Eintrittsgelder. Er entwickelt einen Plan: Max soll in Titos Otello-Kostüm und mit der Schminke des Mohren auftreten. Niemand werde merken, dass nicht Tito singt. Titos angeblicher Tod solle erst am nächsten Tag bekanntgegeben werden. Nachdem Saunders und Max gegangen sind, erwacht Tito.

Verwechslungen nach dem Erfolg

Im zweiten Akt kehren Saunders und Max in die Hotelsuite zurück. Die Aufführung war ein großer Erfolg, und niemand hat bemerkt, dass Max statt Tito gesungen hat. Dann ruft jedoch die Polizei an: Ein als Otello verkleideter Mann habe versucht, während der Vorstellung in die Oper zu kommen. Er habe einen Polizisten geschlagen und sei entkommen.

Saunders fordert Max auf, Kostüm und Schminke schnell abzulegen, während er selbst mit der Polizei spricht. Max sucht Tito im Schlafzimmer, findet ihn aber nicht und verlässt noch im Kostüm die Suite, um Saunders zu warnen.

Kurz darauf erscheint Tito Merelli selbst, ebenfalls als Otello verkleidet. Er ist der Mann, den die Polizei für einen Irren hält. Diana gratuliert ihm zur angeblich großartigen Aufführung und fällt ihm im Schlafzimmer in die Arme. Gleichzeitig kommt Max ins Wohnzimmer, wo Maggie ihn für Tito hält und umarmt.

Es folgen turbulente Verwechslungen zwischen Tito und Max, weil beide als Otello auftreten. Als Maria ins Hotel zurückkehrt, wird Diana schnell im Bad versteckt. Tito versöhnt sich mit seiner Frau und verlässt das Hotel. Maggie erkennt schließlich, dass der vermeintliche Tito in Wirklichkeit Max ist. Die beiden küssen sich.

Aufzeichnungen und spätere Werke

Eine Fernsehaufzeichnung entstand 2002 in den Wiener Kammerspielen. Zu den Mitwirkenden gehörten Otto Schenk als Tito Merelli, Siegfried Walther als Max, Senta Wengraf als Julia, Gideon Singer als Saunders, Kathrin Beck als Maggie, Isabella Gregor als Maria, Erich Altenkopf als Page und Gabriele Jacoby als Diana. Die Inszenierung stammte von Gernot Friedel.

Der Stoff wurde später weiterverarbeitet. 2010 kam Otello darf nicht platzen als Musical Lend Me a Tenor auf die Bühne, mit Musik von Brad Carroll und Text von Peter Sham. 2015 hatte die Fortsetzung Das Geheimnis der drei Tenöre, im Original A Comedy of Tenors, ebenfalls von Ken Ludwig, in Cleveland Uraufführung. Außerdem schrieb Ludwig die Komödie Carmen darf nicht platzen, im Original Lend Me A Soprano, die 2022 uraufgeführt wurde.

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