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Osloß

Infolge der Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa von 1945–1950 hatte sich die Einwohnerzahl von Osloß von 285 (1939) auf 563 (1950) …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Geschichte und Bevölkerungsentwicklung
  3. 3. Gemeindepolitik und Wappen
  4. 4. Sport und Vereinsleben
  5. 5. Infrastruktur, Verkehr und Bildung

Überblick und Lage

Osloß ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen und gehört zur Samtgemeinde Boldecker Land mit Verwaltungssitz in Weyhausen. Die Gemeinde liegt auf 52 m ü. NHN, umfasst 7,65 km² und hatte am 31. Dezember 2025 insgesamt 2195 Einwohner. Daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 287 Einwohnern je km².

Osloß liegt an der Aller zwischen den Naturparks Südheide und Drömling, etwa 9 km nordwestlich von Wolfsburg. Südlich des Ortes befindet sich der Barnbruch, ein international anerkanntes Naturschutzgebiet.

Geschichte und Bevölkerungsentwicklung

Der Ortsname wird vom adligen Geschlecht Uslefs abgeleitet, das hier um 800 n. Chr. eine Burg oder ein Schloss besessen haben soll. Schriftlich erscheint der Ort 1274 als Osleue, 1309 als Uslussen und um 1566 als Osselesse.

Ein großer Brand zerstörte Osloß 1883 fast vollständig. Beim Wiederaufbau wurde der Ort aus dem Überschwemmungsgebiet der Aller in eine hochwassersichere Lage entlang der heutigen Bundesstraße 188 verlegt.

Von 1882 bis 1977 stand in Osloß eine Bockwindmühle, die 1816 in Neuhaldensleben erbaut worden war. Der Landkreis Gifhorn erwarb sie 1977 als einzige Mühle ihrer Art. Nach ihrer Restaurierung wurde sie 1980 dem Museum und Heimatverein Gifhorn als Baudenkmal überlassen. Heute ist sie im Internationalen Mühlenmuseum zu sehen.

Die Einwohnerzahl stieg langfristig stark an: 1821 lebten 175 Menschen im Ort, 1848 waren es 227, 1871 bereits 267 und 1910 insgesamt 315. Für 1939 sind 285 Einwohner angegeben. Durch Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa von 1945 bis 1950 erhöhte sich die Zahl bis 1950 auf 563; darunter waren 294 Heimatvertriebene. In den folgenden Jahrzehnten sorgten besonders die Arbeitsmöglichkeiten im nahe gelegenen Volkswagenwerk Wolfsburg für weiteres Wachstum. 2023 lebten rund 2000 Menschen in Osloß.

Eine neue Schule wurde 1957 gebaut, das Dorfgemeinschaftshaus entstand 1980. Im Ort gibt es unter anderem Handels- und Handwerksbetriebe, eine Gaststätte, eine Arztpraxis, eine Grundschule, einen Kindergarten und ein Gemeindezentrum für sportliche und gesellschaftliche Aktivitäten.

Gemeindepolitik und Wappen

Der Gemeinderat besteht aus 11 Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl 2021 betrug die Wahlbeteiligung 60,62 %. Die SPD erhielt 63,7 % und 7 Sitze, die Wählergemeinschaft Osloß 28,8 % und 3 Sitze sowie ein unabhängiger Bewerber 7,4 % und 1 Sitz. Bei der Wahl 2016 entfielen 6 Sitze auf die SPD und 5 auf die Wählergemeinschaft Osloß.

Axel Passeier (SPD) wurde 2016 erstmals einstimmig zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt und 2021 wiedergewählt. Im Januar 2025 trat er zurück. Anschließend wählte der Gemeinderat Frank Roth einstimmig zum Bürgermeister.

Das Gemeindewappen ist von Gold und Grün gespalten. Es besitzt einen eingebogenen silbernen Schildfuß, der bis zur Schildmitte reicht und einen blauen Wellenbalken trägt. Auf der vorderen Seite ist eine rote Bockwindmühle, auf der hinteren ein weißer Storch dargestellt. Entworfen wurde das Wappen vom ehemaligen Bürgermeister Rudolf Jahn.

Sport und Vereinsleben

Der Sportverein Osloß 1922 e. V. wurde am 1. April 1922 gegründet. Noch im selben Jahr entstand der erste Fußballplatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein am 10. April 1946 neu gegründet. 1947 kam eine Damenhandballmannschaft hinzu, 1948 eine Schülermannschaft. Zu ihr gehörte Siegfried Tietz, der später beim VfL Wolfsburg und beim FC Bayern München spielte. Das Vereinsheim wurde von 1992 bis 1994 errichtet.

Der Verein bietet Badminton, Fußball, Gymnastik, Herzsport, Radsport, Rehabilitationssport, Seniorengymnastik, Seniorentanz, Tischtennis, Turnen und Volleyball an.

Die Kameradschaft Osloß zählt zu den ältesten Vereinigungen des Ortes. Sie wurde am 9. Juli 1911 gegründet, im Zweiten Weltkrieg zwangsweise aufgelöst und nahm 1953 ihre Arbeit wieder auf. Ihre Fahne war während der Auflösung versteckt worden und blieb dadurch erhalten. Angeboten werden Schießsport mit Kleinkalibergewehr, Luftgewehr, Luftpistole sowie Klein- und Großkaliber-Kurzwaffen. Die Mitglieder nehmen regelmäßig an Wettkämpfen teil.

Infrastruktur, Verkehr und Bildung

Die heutige Freiwillige Feuerwehr Osloß wurde 1949 gegründet; zuvor bestand seit 1884 eine Pflichtfeuerwehr. 1958 erhielt sie ein Feuerwehrhaus und mit einem Ford Taunus Transit ihr erstes Feuerwehrauto. Davor nutzte sie eine Tragkraftspritze, die auf einem Anhänger von einem Traktor gezogen wurde. Eine Jugendfeuerwehr wurde 1972 gegründet, 1980/81 entstand ein neues Feuerwehrhaus und 2014 kam eine Kinderfeuerwehr hinzu. Im Foyer des Dorfgemeinschaftshauses befindet sich außerdem ein öffentlicher Bücherschrank.

Die Bundesstraße 188 von Burgdorf nach Friesack führt direkt durch Osloß. Busse der Linie Gifhorn–Wolfsburg bedienen den Ort im halbstündigen Takt.

Die örtliche Grundschule heißt Mühlenbergschule. Sie liegt im Mühlenweg auf dem Gelände der früheren Osloßer Mühle. Außerdem verfügt Osloß über einen Kindergarten. Als weiterführende Schulen werden die Oberschule Weyhausen, die IGS Sassenburg und das Humboldt-Gymnasium Gifhorn genannt. Gemeinsam mit der Jugendpflege der Samtgemeinde unterhält die Gemeinde einen Jugendtreff im Keller des Dorfgemeinschaftshauses.

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