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Opportunistischer Erreger

Unter opportunistischen Erregern versteht man Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten, die sich bei Vorliegen einer anderen Erkrankung und einer dadurch …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Herkunft der Erreger
  3. 3. Beispiele beim Menschen
  4. 4. Weitere wichtige Infektionen
  5. 5. Pilze und Viren

Grundidee

Opportunistische Erreger sind Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten, die normalerweise nicht immer eine Krankheit auslösen, sich aber bei einer geschwächten Verfassung eines Organismus ausbreiten können. Besonders wichtig ist dabei ein geschwächtes Immunsystem. Die dadurch entstehende Erkrankung heißt opportunistische Infektion.

Der Begriff beschreibt, dass die Erreger eine Gelegenheit nutzen: Während der Immunschwäche können sie sich vermehren und schädlich wirken. Entscheidend ist ein Missverhältnis zwischen den Abwehrmechanismen des Wirts und den Pathogenitätsfaktoren des krankheitsauslösenden Mikroorganismus, also seinen Eigenschaften, mit denen er Krankheit verursachen kann.

Herkunft der Erreger

Opportunistische Erreger können aus verschiedenen Quellen stammen. Sie können vom Erkrankten selbst und direkt vom Ort der Erkrankung ausgehen. Das nennt man eine endogene Infektion, also eine Infektion aus dem eigenen Körper heraus.

Sie können ebenfalls vom Erkrankten selbst stammen, aber von einem anderen Ort des Körpers an die Krankheitsstelle gelangen. Außerdem können sie von außen eingetragen werden; das nennt man exogene Infektion.

Beispiele beim Menschen

Pneumozystose ist eine besondere Form der Lungenentzündung durch den Pilz Pneumocystis jirovecii, der früher fälschlicherweise P. carinii zugewiesen wurde. Sie tritt vor allem bei AIDS auf und führte zur Entdeckung dieser Immunschwäche-Erkrankung.

Die Legionärskrankheit, auch Legionellen-Pneumonie, ist eine durch Legionella pneumophila hervorgerufene Lungenentzündung. Betroffen sind hauptsächlich ältere und immungeschwächte Menschen.

Clostridioides difficile, früher Clostridium difficile, kann nach Antibiotikavorbehandlungen eine Pseudomembranöse Enterokolitis verursachen. Bei gesunden Menschen kommt es meist nicht vor oder weist keine pathogenen, also krankmachenden, Toxine auf.

Weitere wichtige Infektionen

Toxoplasmose wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht und betrifft besonders immungeschwächte Menschen, zum Beispiel bei HIV-Infektion.

Die Progressive multifokale Leukenzephalopathie ist eine schwere Hirninfektion durch das JC-Virus. Sie kann zum Beispiel bei HIV-Infektion oder bei Behandlung mit Immunsuppressiva oder monoklonalen Antikörpern wie Efalizumab, Natalizumab oder Rituximab auftreten.

Tuberkulose tritt häufig bei immungeschwächten Patienten auf. Besonders AIDS-Kranke und Organtransplantierte entwickeln offene Infektionen und unter Umständen systemische Infektionen, die nicht auf die Lunge beschränkt sind. Bei immunkompetenten Personen führt ein Großteil der Infektionen dagegen nur zu einer latenten Infektion.

Pilze und Viren

Candidose, auch Candidiasis genannt, wird häufig durch Candida albicans ausgelöst und ist meist eine endogene Infektion.

Aspergillose wird oft durch Aspergillus fumigatus ausgelöst und ist eine exogene Infektion.

Eine CMV-Infektion kann unter anderem zu Kolitis, Ösophagitis, Retinitis, Pneumonie, Transplantabstoßung und Enzephalitis führen. HSV-Infektionen können unter anderem Pneumonie, Enzephalitis und Sepsis verursachen. Außerdem wird ein Granulom genannt, das durch das Stäbchenbakterium Mycobacterium marinum hervorgerufen wird.

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