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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Obmann

In Deutschland kann in Unternehmen zwischen 5 und 20 Mitarbeitern ein Ein-Personen-Betriebsrat gewählt werden. Diese Person wird in der Regel als …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung des Begriffs
  2. 2. Aufgaben in Betrieben, Schulen und Vereinen
  3. 3. Obleute in Parteien und Parlamenten
  4. 4. Herkunft

Bedeutung des Begriffs

Ein Obmann oder eine Obfrau ist eine Bezeichnung für einen Vorsitzenden, Präsidenten oder Anführer einer Fraktion oder Sektion. Geschlechtsneutrale Formen sind Obperson und, im Plural, Obleute. Außerdem kann damit ein von zwei Parteien ernannter Schiedsrichter gemeint sein.

Aufgaben in Betrieben, Schulen und Vereinen

In Betrieben ist der Betriebsobmann der Vertrauensmann der Belegschaft. Häufig ist er zugleich der von der Gewerkschaft ernannte gewerkschaftliche Vertrauensmann. In deutschen Unternehmen mit 5 bis 20 Mitarbeitern kann ein Ein-Personen-Betriebsrat gewählt werden; diese Person wird in der Regel Betriebsobmann oder Betriebsobfrau genannt.

In Schulen können Obmannfunktionen für bestimmte Bereiche verteilt werden. Ein Verkehrsobmann oder Büchereiobmann ist für den jeweiligen unterrichtlichen Bereich zuständig, Ansprechpartner der Kollegen und vertritt diesen Bereich nach außen.

In Teilen Bayerns, in Österreich und auch in Südtirol wird Obmann gleichbedeutend mit dem Vorstand eines Vereins verwendet, etwa bei einer Musikkapelle. In größeren Organisationen gibt es oft Bezirks-, Landes- und Bundesobleute.

Obleute in Parteien und Parlamenten

Bei den österreichischen Parteien ÖVP und FPÖ heißen Parteichefs auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene Bezirksparteiobmann, Landesparteiobmann und Bundesparteiobmann. Im Nationalrat und in Landtagen sind Klubobleute Vorsitzende der Parlamentsklubs. Sie entsprechen den Fraktionsvorsitzenden im Bundesrat sowie im deutschen und Schweizer Parlament.

In parlamentarischen Ausschüssen sind Obleute die wichtigsten Ansprechpartner einer Fraktion. Im Deutschen Bundestag entsendet jede vertretene Fraktion mehrere Abgeordnete in die Ausschüsse; jede dieser Abgeordnetengruppen hat einen Obmann oder eine Obfrau. Neben den Ausschussvorsitzenden nehmen sie eine Schlüsselstellung ein: Sie stimmen Tagesordnungen ab, vermitteln bei Konflikten in Verhandlungen und informieren die Fraktionsführungen über die Ausschussarbeit. Dadurch bestimmen sie den Kurs ihrer Fraktion maßgeblich mit.

Wenn politische Prozesse festgefahren sind, können sich die Obleute verschiedener Fraktionen in einem Ausschuss zusammensetzen und gemeinsam nach Auswegen suchen.

Herkunft

Das Wort stammt von mittelhochdeutsch obeman, das „Schiedsrichter“ bedeutete und wörtlich „Übermann“ oder „Obermann“ heißt. Es setzt sich aus mittelhochdeutsch ob(e) für „oberhalb“ und man zusammen. Frühneuzeitliche Obmänner hatten zusätzlich Aufsichts- und Leitungsfunktionen.

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