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Nichtsdestotrotz

Synonyme sind nichtsdestoweniger, trotzdem, dennoch, dessen ungeachtet und gleichwohl. Das Wort entstand in der Studentensprache als scherzhaftes Kofferwort …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Gebrauch
  2. 2. Belege und Verbreitung
  3. 3. Sprachliche Bewertung

Bedeutung und Gebrauch

„Nichtsdestotrotz“ ist ein Konjunktionaladverb. Es folgt auf eine Aussage und leitet eine gegensätzliche oder einschränkende Aussage ein. Gleichbedeutende Wörter sind „nichtsdestoweniger“, „trotzdem“, „dennoch“, „dessen ungeachtet“ und „gleichwohl“.

Das Wort entstand in der Studentensprache als scherzhaftes Kofferwort, also als Verschmelzung zweier Wörter: „nichtsdestoweniger“ und „trotzdem“. Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert verbreitete es sich auch in der Schriftsprache.

Belege und Verbreitung

Der Sprachwissenschaftler Heinz Küpper nahm an, dass „nichtsdestotrotz“ wahrscheinlich um 1870 in Berlin aufgekommen sei. Er verwies dabei auf Belege seit 1898. Der früheste im Artikel genannte Beleg stammt jedoch bereits aus dem Jahr 1884 und findet sich in den Dialektgedichten Edwin Bormanns. 1890 erschien das Wort außerdem in einem Artikel der „Neuen Rundschau“.

Im 20. Jahrhundert wurde es zunehmend in Wörterbücher aufgenommen: 1935 verzeichnete es der Sprach-Brockhaus, 1943 Trübners Deutsches Wörterbuch. Der Rechtschreib-Duden kennzeichnete es 1952 als umgangssprachlich. Wahrigs Deutsches Wörterbuch bewertete es 1966 als scherzhaft und umgangssprachlich, während es 1973 in Knaurs Rechtschreibung ohne Kommentar erschien. Lutz Röhrich erklärte es 1991 als scherzhafte, nach „nichtsdestoweniger“ gebildete Entsprechung zu „trotzdem“ und „gleichwohl“.

Sprachliche Bewertung

Ob „nichtsdestotrotz“ zur Standardsprache gehört, wird unterschiedlich beurteilt. Manche Ausgaben des Duden-Verlages sowie Brockhaus-Wahrig 2011/2012 kennzeichnen es als umgangssprachlich. Das große Wörterbuch der deutschen Sprache des Duden bezeichnete es 2013 als „scherzhafte Mischbildung“. Andere Wörterbücher, darunter einige Wahrig-Ausgaben, verwenden keine umgangssprachliche Kennzeichnung; in der dtv-Ausgabe des Wahrig von 1997 fehlt das Wort ganz.

Trotz seiner scherzhaften Herkunft und der sprachlichen Kritik wurde „nichtsdestotrotz“ als eines der schönsten deutschen Wörter vorgeschlagen und von der Jury des Goethe-Instituts in ihre Auswahl aufgenommen.

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