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Nationalpark Kiskunság

Der Nationalpark Kiskunság (ungarisch Kiskunsági Nemzeti Park) ist ein Schutzgebiet in Ungarn. Er wurde 1975 ausgewiesen und ist 505,28 km² groß und der …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Schutzgebiete mit Salzsteppen und Feuchtflächen
  3. 3. Weitere Landschaftsräume
  4. 4. Pflanzenwelt
  5. 5. Tierwelt

Überblick und Bedeutung

Der Nationalpark Kiskunság (ungarisch Kiskunsági Nemzeti Park) ist ein Schutzgebiet in Bács-Kiskun in Ungarn, nahe der Stadt Kecskemét. Er wurde 1975 ausgewiesen, ist 505,28 km² groß und der zweitgrößte Nationalpark Ungarns. Seine Fläche wird in der geografischen Beschreibung mit rund 530 km² angegeben. Der Park besteht aus neun räumlich getrennten Teilgebieten sowie drei der Nationalparkverwaltung zugeordneten Landschaftsschutzgebieten.

Er schützt sehr unterschiedliche Lebensräume des Donau-Theiß-Sandrückens und der unteren Theiß-Region: Salz- und Sandsteppen, Salzwasserseen, Süßwasserquellen, Bäche, Flüsse, Altwässer, Süßwasserseen, Sümpfe, Auenwälder, Sandbänke und Lössufer. Nationalparkflächen überschneiden sich zum großen Teil mit dem kleineren Biosphärenreservat Kiskunság (HUKN20009). Mehrere Teilflächen sind seit der ersten Deklaration am 11. April 1979 Ramsar-Schutzgebiete und streng geschützt.

Schutzgebiete mit Salzsteppen und Feuchtflächen

Zu den wichtigen Teilräumen zählen die Oberen Kiskunság Seen: Das 3905 ha große, streng geschützte Ramsar-Gebiet Nr. 187 wurde am 11. April 1979 ausgewiesen. Salzseen und Sümpfe entstanden dort in Senken; die flachen, großen und nahrungsreichen Gewässer dienen Zugvögeln als Rastplätze.

Die Obere Kiskunsági Puszta umfasst 11.000 ha alkalische und karbonatreiche Steppen, Salzwiesen und Weiden. Sie ist seit dem 6. Oktober 2006 als Ramsar-Gebiet Nr. 1646 streng geschützt. Flussregulierungen in der ehemaligen Donauaue begünstigten die Versalzung weitgehend ausgetrockneter Flächen. Wiedervernässung und der Rückbau von Entwässerungsanlagen schufen neue Feuchtgebiete und flache Seen für Wasservögel.

Mikla Puszta ist 6241 ha groß. Durch die Regulierung der Donau im 19. Jahrhundert entstand eine besonders vielfältige Salzlandschaft mit erodierten Oberflächen, kurzlebigen Tümpeln, Salzsteppen, Salzwiesen, extensiv genutzten Weiden, Salztonebenen und Hochterrassen.

Weitere Landschaftsräume

Die Orgoványi Wiesen zwischen Ágasegyháza und Orgovány bestehen aus Sümpfen, Mooren, Feucht- und Salinenwiesen sowie Sandbänken. Sie wurden 1976 auf 3753 ha als Landschaftsschutzgebiet geschützt und 1990 in das Kerngebiet eingegliedert. Im Osten liegen periodisch überflutete Wiesen und Feuchtgebiete, im Westen begrenzen Sanddünen das Gebiet.

Die Peszéradacs Wiesen verbinden Moore, Sumpfwiesen, Sandbänke und Sandwälder. Das Moorgebiet Turjánvidék umfasst 5757 ha und blieb durch extensive Tierhaltung naturnah. Die Sanddünen von Fülöpháza sind 1992 ha groß und seit 1975 geschützt. Wanderdünen in Treibsandzonen erreichen 117 bis 130 m Höhe; vorherrschend ist offenes Sandgrasland.

Der Kolon-See mit Umgebung ist Ramsar-Gebiet Nr. 902 und seit dem 30. April 1997 streng geschützt. Mit 2962 ha ist er der größte Süßwassersumpf des Parks. Der einst ausgedehnte See, ursprünglich ein Donau-Nebenfluss, verlandete stark durch Sedimente und organische Substanz. Seine mittlere Tiefe beträgt 60 bis 80 cm; Algen, Versalzung und Torfbildung prägen flache Bereiche und Ufer. Die Bugac-Puszta ist mit 11.488 ha das größte und komplexeste Gebiet sowie Biosphärenreservat. Szikra und Alpár-Wiese bilden mit 1038 ha das kleinste Kerngebiet und umfassen Donau-Nebengewässer, Galerie- und Sumpfwälder, Auensümpfe und Feuchtwiesen.

Pflanzenwelt

Die Vielfalt und räumliche Mischung der Lebensräume sowie Bemühungen zur Wiederherstellung naturnaher Biotope ermöglichen vielen Pflanzenarten das Vorkommen. Im Nationalpark leben neun Orchideenarten. Nachgewiesen wurden beispielsweise Bastard-Schwertlilie (Iris spuria), Rau-Tragant (Astragalus asper), Salz-Kresse (Lepidium cartilagineum), Echtes Federgras (Stipa pennata), Steppenschleier-Strandflieder (Limonium gmelinii), Große Spinnen-Ragwurz (Ophrys sphegodes), Wanzen-Knabenkraut (Anacamptis coriophora), Kleines Knabenkraut (Anacamptis morio), Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis), Sumpf-Siegwurz (Gladiolus palustris), Spät-Nelke (Dianthus serotinus), Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica), Wiesen-Kuhschelle (Pulsatilla pratensis), Groß-Salzmelde (Suaeda pannonica), Weiße Seerose (Nymphaea alba) und Wasserfeder (Hottonia palustris).

Tierwelt

Auch die Tierwelt profitiert von den vielen Lebensraumtypen und ihrer teilweisen Wiederherstellung. Zu den Amphibien gehören Rotbauchunke (Bombina bombina), Donau-Kammmolch (Triturus dobrogicus), Wechselkröte (Bufotes viridis), Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea) und Moorfrosch (Rana arvalis). In Gewässern kommen unter anderem Rapfen (Leuciscus aspius), Bitterling (Rhodeus amarus), Europäischer Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) und Europäischer Hundsfisch (Umbra krameri) vor.

Beispiele für Wirbellose sind Mondhornkäfer (Copris lunaris), Dünen-Sandlaufkäfer (Cicindela hybrida), Große Sägeschrecke (Saga pedo) und Osterluzeifalter (Zerynthia polyxena). Bei den Säugetieren wurden Fischotter (Lutra lutra), Steppeniltis (Mustela eversmanii), Europäischer Ziesel (Spermophilus citellus), Goldschakal (Canis aureus) und Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) erfasst. Ungarische Graurinder-, Racka- und Mangalica-Herden werden meist zur Landschaftspflege gehalten. Reptilien sind etwa Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), Zauneidechse (Lacerta agilis) und Ungarische Wiesenotter (Vipera ursinii rakosiensis).

Die Vogelarten wechseln stark mit Jahreszeit und Zugverhalten. Als auf die Schutzflächen angewiesene Arten sind unter anderem Schlangenadler (Circaetus gallicus), Löffler (Platalea leucorodia), Kaiseradler (Aquila heliaca), Großtrappe (Otis tarda), Moorente (Aythya nyroca), Rohrdommel (Botaurus stellaris), Silberreiher (Ardea albadie), Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta), Wiedehopf (Upupa epops), Blauracke (Coracias garrulus), Sakerfalke (Falco cherrug) und Grauspecht (Picus canus) aufgezeichnet.

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