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Musik zu Goethes Trauerspiel Egmont

Die Musik zu Goethes Trauerspiel Egmont ist das op. 84 von Ludwig van Beethoven. Es handelt sich um die weitaus bekannteste und am meisten verwendete …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Werk und Bedeutung
  2. 2. Funktion im Drama
  3. 3. Bestandteile der Bühnenmusik
  4. 4. Aufführung mit verbindenden Texten

Werk und Bedeutung

Die Musik zu Goethes Trauerspiel „Egmont“ ist Ludwig van Beethovens Schauspielmusik op. 84 zu Johann Wolfgang von Goethes gleichnamigem Drama. Sie ist die bekannteste und am häufigsten verwendete Schauspielmusik zu diesem Stück. Eine Schauspielmusik begleitet eine Theateraufführung und übernimmt dabei Aufgaben innerhalb oder zwischen den Szenen.

Beethoven komponierte das Werk ab September 1809 im Auftrag des Wiener Burgtheaters. Die Uraufführung fand am 15. Juni 1810 in Wien bei einer Inszenierung von Goethes „Egmont“ statt. Besonders berühmt wurde die Ouvertüre, also das instrumentale Eröffnungsstück. Sie wird häufig unabhängig vom Drama und ohne szenische Darstellung im Konzertsaal aufgeführt.

Funktion im Drama

Goethe plante Musik von Anfang an als wesentlichen Bestandteil des Trauerspiels. Klärchens Lieder verdeutlichen ihre Haltung und charakterisieren die Figur näher. Eine noch größere Bedeutung erhält die Musik im fünften und letzten Akt.

Klärchens Suizid durch Gift wird nicht auf der Bühne dargestellt. Stattdessen bleibt die Bühne leer und wird zunächst von einer aufflackernden Lampe erhellt, während eine „Musik, Klärchens Tod bezeichnend“ erklingt. Musik begleitet außerdem Egmonts späteren Monolog und seinen Traum, in dem ihm Klärchen erscheint. Das Drama endet mit einer ausdrücklich verlangten „Siegessymphonie“.

Goethe sah darüber hinaus eine Ouvertüre und Entractes vor. Entractes sind Zwischenaktmusiken, die zwischen den Aufzügen gespielt werden. Diese Absicht geht bereits aus seinem vor der Drucklegung des Dramas erteilten Kompositionsauftrag an Philipp Christoph Kayser hervor.

Bestandteile der Bühnenmusik

Beethovens Bühnenmusik umfasst zehn Stücke:

• Ouvertüre: Sostenuto, ma non troppo – Allegro • Lied „Die Trommel gerühret“ • Zwischenakt I: Andante • Zwischenakt II: Larghetto • Lied „Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein“ • Zwischenakt III: Allegro • Zwischenakt IV: Poco sostenuto e risoluto • „Musik, Klärchens Tod bezeichnend“: Larghetto • Melodram: Poco sostenuto • Siegessymphonie: Allegro con brio

Fünf dieser zehn Stücke sind unmittelbar in die Handlung eingebunden und werden im Dramentext verlangt. Dazu gehören Klärchens zwei Lieder, die Musik für ihren nicht gezeigten Tod, das Melodram und die abschließende Siegessymphonie. Ein Melodram verbindet gesprochenen Text mit Musik: Hier erklingt die Musik zunächst zu Egmonts gesprochenen Worten und begleitet später Klärchens pantomimisch dargestellte Traumerscheinung.

Die übrigen fünf Teile sind die Ouvertüre und die vier Zwischenaktmusiken. Sie stehen weniger eng mit der konkreten Handlung in Verbindung, entsprechen aber den damaligen Theaterkonventionen.

Aufführung mit verbindenden Texten

Das Werk wurde für eine szenische Aufführung geschrieben. Im Konzertsaal fehlt jedoch die Handlung, welche die einzelnen Musikstücke miteinander verbindet. Deshalb wird dort oft nur die Ouvertüre gespielt. Soll die gesamte Schauspielmusik erklingen, können Deklamationstexte den dramatischen Zusammenhang herstellen. Dabei trägt ein Sprecher verbindende Texte vor.

Friedrich Mosengeil verfasste solche Texte für einen männlichen Sprecher und sandte sie an Goethe. Franz Grillparzer überarbeitete diesen Entwurf später. Seine Fassung wird bis heute häufig bei konzertanten Aufführungen der vollständigen Schauspielmusik verwendet. Weitere verbindende Texte stammen unter anderem von Michael Bernays. Giuliano Musio schrieb 2019 gemeinsam mit dem Berner Kammerorchester einen neuen Begleittext, der 2025 unter dem Titel „Da ist ein Riss. Begleittext zu Beethovens »Egmont«“ erschien. Manche Aufführungen verzichten vollständig auf Deklamationstexte.

Gustavo Dudamel präsentierte 2026 das komplette Werk in der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles. Dabei wurde eine Nachdichtung von Jeremy O. Harris verwendet, die Cate Blanchett sprach.

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