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Marianne Heimbach-Steins
Januar 1959 in Köln) ist eine deutsche römisch-katholische Theologin und akademische Vertreterin der Christlichen Soziallehre.
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Profil und Bedeutung
Marianne Heimbach-Steins (* 26. Januar 1959 in Köln) ist eine deutsche römisch-katholische Theologin und akademische Vertreterin der Christlichen Soziallehre. Dieses Fach untersucht gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Fragen aus theologischer und ethischer Perspektive. Zu ihren zentralen Arbeitsfeldern gehören soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Migration, Religionsfreiheit, Nachhaltigkeit, Pflege und die Rolle der Religion in Gesellschaft und Politik.
Ihre wissenschaftliche und institutionelle Arbeit verbindet Christliche Sozialethik mit Religionssoziologie, Genderforschung, Menschenrechtsfragen und interdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung. Dadurch befasst sie sich sowohl mit grundlegenden ethischen Fragen als auch mit konkreten gesellschaftlichen und kirchlichen Problemen.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Heimbach-Steins studierte von 1977 bis 1983 Katholische Theologie und Germanistik in Bonn, Würzburg und Fribourg in der Schweiz. Während des Studiums und der Promotion war sie Stipendiatin der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk. 1983 legte sie das Erste Staatsexamen ab. Von 1983 bis 1985 absolvierte sie an verschiedenen Gymnasien in Bayern das Referendariat für das Lehramt und bestand das Zweite Staatsexamen.
Von 1987 bis 1996 arbeitete sie als Assistentin am Institut für Christliche Sozialwissenschaften der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1988 erlangte sie an der Universität Würzburg den Doktor der Theologie. 1989 heiratete sie Georg Steins. 1994 habilitierte sie sich in Münster mit der Arbeit „Unterscheidung der Geister – Strukturmoment christlicher Sozialethik: Dargestellt am Werk Madeleine Delbrels“.
Von 1996 bis 2009 hatte sie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Otto-Friedrich-Universität Bamberg den Lehrstuhl für „Christliche Soziallehre und Allgemeine Religionssoziologie“ inne. Seit Oktober 2009 war sie Professorin in Münster und leitete das dortige Institut für Christliche Sozialwissenschaften. In dieser Funktion gab sie das Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften, „Sozialethische Arbeitspapiere“ zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Themen sowie Buchreihen wie „Gesellschaft-Ethik-Religion“ heraus. Unter ihrer Begleitung habilitierten sich Andreas Lienkamp, Daniel Bogner und Alexander Filipović.
Von 2011 bis 2015 war sie Vorsitzende des Hochschulrates der Universität Bamberg. Von 2013 bis 2018 war sie Hauptantragstellerin im Exzellenzcluster „Religion und Politik“. 2015 war sie Gründungsmitglied des Zentrums für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung an der WWU Münster und bis 2019 dessen Vorstandsmitglied. Von 2015 bis 2021 wirkte sie als Prodekanin für Forschung, Internationalisierung und wissenschaftlichen Nachwuchs. Seit Oktober 2018 leitete sie gemeinsam mit Judith Könemann die Arbeitsstelle für Theologische Genderforschung.
Heimbach-Steins ist Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Gründungsmitglied von AGENDA – Forum katholischer Theologinnen sowie Mitglied der Societas ethica, des Netzwerks Catholic Theological Ethics in the World Church und der Kommission für Sozialpolitik und gesellschaftliche Fragen im Deutschen Caritasverband. Bis 2019 gehörte sie verschiedenen Arbeitsgruppen der Deutschen Kommission Justitia et Pax an. Seit September 2021 war sie Vorsitzende der Internationalen Vereinigung für Moraltheologie und Sozialethik. 2011 unterzeichnete sie das Memorandum „Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch“. Im Juli 2025 trat sie nach der Abschiedsvorlesung „Grenzverschiebungen und neue Blickachsen. Eine (subjektive) Kartierung der Sozialethik“ in den Ruhestand.
Zentrale Themen und Veröffentlichungen
Heimbach-Steins veröffentlichte eigene Monografien, Lehrbücher, sozialethische Arbeitspapiere und zahlreiche herausgegebene Sammelbände. Ein Schwerpunkt liegt auf den Grundlagen und Methoden der Christlichen Sozialethik. Dazu gehören „Unterscheidung der Geister – Strukturmoment christlicher Sozialethik“ (1994, 2., erw. Aufl. 2006), „Einmischung und Anwaltschaft. Für eine diakonische und prophetische Kirche“ (2001) sowie das gemeinsam mit anderen erarbeitete zweibändige Lehrbuch „Christliche Sozialethik“: Band 1 „Grundlagen“ (2004) und Band 2 „Konkretionen“ (2005).
Weitere wichtige Themen sind Menschenrechte und Bildung. Dazu zählen „Menschenrechte in Gesellschaft und Kirche. Lernprozesse – Konfliktfelder – Zukunftschancen“ (2001), gemeinsam mit Gerhard Kruip „Bildung und Beteiligungsgerechtigkeit. Sozialethische Sondierungen“ (2003) und mehrere Herausgeberschaften zum Menschenrecht auf Bildung, zu Bildungsgerechtigkeit und zur kooperativen Bildungsverantwortung.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Frage nach Geschlecht und Gerechtigkeit. Das Buch „„… nicht mehr Mann und Frau“ (Gal 3,28). Sozialethische Studien zu Geschlechterverhältnis und Geschlechtergerechtigkeit“ erschien 2009. Dazu kommen Arbeiten zur Genderforschung in Bamberg, zu Gender, Nation und Religion sowie der gemeinsam mit Judith Könemann herausgegebene Band „Gender (Studies) in der Theologie. Begründungen und Perspektiven“ (2021).
Intensiv befasste sie sich außerdem mit Religionsfreiheit, religiöser Identität und dem Verhältnis von Religion, Recht und politischer Ordnung. Dazu gehören „Religionsfreiheit. Ein Menschenrecht unter Druck“ (2012), „Religionsfreiheit oder: Die Gretchenfrage des Umgangs mit den Menschenrechten“ (2013) sowie mehrere interreligiöse Sammelbände zu Judentum, Christentum und Islam.
Seit den 2010er Jahren treten Migration, Flucht, Zugehörigkeit, Beteiligung, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit besonders hervor. Beispiele sind „Grenzverläufe gesellschaftlicher Gerechtigkeit: Migration – Zugehörigkeit – Beteiligung“ (2016), „Europa und Migration. Sozialethische Denkanstöße“ (2017), „Begrenzt verantwortlich? Sozialethische Positionen in der Flüchtlingskrise“ (2016), „Zerreißprobe Flüchtlingsintegration“ (2017), „Ressourcen – Lebensqualität – Sinn. Gerechtigkeit für die Zukunft denken“ (2013), „Globales Gemeinwohl“ (2020) und „Wohnen – gutes Leben – Gerechtigkeit“ (2021). Weitere Veröffentlichungen behandeln unter anderem die Enzyklika „Laudato si‘“, katholische Krankenhäuser, das Kindeswohl, öffentlich-rechtliche Medien und die gerechte Organisation häuslicher Pflegearbeit.