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Mariä Himmelfahrt (Wolfskofen)
Die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Wolfskofen, einem Ortsteil der Gemeinde Mintraching im bayerischen Landkreis Regensburg ist ein …
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Kirche und Entstehung
Mariä Himmelfahrt ist eine römisch-katholische Kirche in Wolfskofen, einem Ortsteil der Gemeinde Mintraching im Landkreis Regensburg. Sie gehört zum Bistum Regensburg. Das Dorf mit der Kirche entstand, weil die damalige Gemeinde Pappenberg vom Gebiet des heutigen Truppenübungsplatzes Grafenwöhr umgesiedelt wurde.
Die Kirche wurde von 1939 bis 1942 als schlichte Saalkirche gebaut. Eine Saalkirche ist ein Kirchenbau mit einem einheitlichen, hallenartigen Innenraum. Sie wurde als Chorturmkirche errichtet, also mit einem Turm über dem Chorbereich. Der Baumeister war Karl Schmidt Senior. Das Grundstück gehörte zur „Reichsumsiedlungsgesellschaft RUGES“. Der Bau gilt wohl als der einzige katholische Kirchenbau, der von der nationalsozialistischen Reichsregierung bezahlt wurde.
Grundsteinlegung und Weihe
Der Grundstein wurde am 20. August 1939 gelegt. Die eingemauerte Urkunde nennt die Kirche ein Gotteshaus „im Namen der Heiligsten Dreifaltigkeit und zur Ehre der Allerseligsten Jungfrau Maria“. Sie datiert den Bau in das erste Regierungsjahr des Regensburger Bischofs Michael Buchberger, in das „7. Jahr des III. Reiches Adolf Hitlers“ und in eine „Zeit voll Sorge und Angst vor einem neu ausbrechendem Weltkrieg“.
Im Januar 1942 wurde die Kirche der neuen Pfarrei Wolfskofen übergeben. Dabei hieß es: „Möge die Umsiedlergemeinde im neuen Gotteshaus die alte Heimat des katholischen Glaubens wiederfinden“. Geweiht wurde die Kirche am 29. Mai 1949 durch Michael Buchberger. Pfarrer Ederer legte diesen Termin auf den Jahrestag der Kirchweihe der früheren Pfarrkirche Pappenberg.
Übernommene Ausstattung
Nach dem Neubau wurde die barocke Ausstattung der ehemaligen Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt von Pappenberg nach Wolfskofen übertragen. Der Hochaltar stammt von Johann Michael Doser. Er fertigte ihn 1719 für 142 Gulden einschließlich der notwendigen Schreinerarbeiten. 1721 wurde er von Johann Thoma Wild aus Auerbach für etwa 180 Gulden gefasst, also farbig und dekorativ gestaltet. Der Altar besitzt vier Säulen sowie seitliches Laub- und Bandwerk, das nur oberhalb der seitlich auf Konsolen stehenden Figuren angebracht ist.
Die beiden Seitenaltäre sind dem Heiligen Sebastian und St. Florian gewidmet. Der Sebastian-Altar entstand 1640 anlässlich der Pest, der Florian-Altar 1634 anlässlich des großen Brandes von Pappenheim. Beide bestehen aus einer Figurennische, die mit Astwerk und Akanthus mit Blumen umrahmt ist. Akanthus ist ein ornamentales Blattmotiv, das in der Kunst häufig als Verzierung verwendet wird.
Gnadenbild, Madonna und Pfarrer Ederer
Der rechte Seitenaltar trägt eine gemalte Kopie des Gnadenbildes auf Leinwand. Die Unterschrift erklärt, dass das „Gnadenbild Papenberg“ im Schwedenkrieg nach Prag geflüchtet und dort in der Pfarrkirche Stiftskirch Strahof verehrt worden sei; in Wolfskofen sei es im Jahr 1798 wieder aufgerichtet worden.
Vor dem Chor hängt eine geschnitzte Rosenkranzmadonna. Sie wird auf etwa 1530 bis 1540 datiert. Ihr Faltenwurf ist noch gotisierend, das heißt, er erinnert stilistisch an die Formen der Gotik.
Eine wichtige Person für die Umsiedlung der Kirchengemeinde und den Bau der Kirche war Pfarrer Wolfgang Ederer (1884–1957). Er amtierte vom 1. Dezember 1933 bis zum 1. November 1944. Ederer wurde in einer Gruft mitten im Kirchenschiff bestattet. Auch die historischen Glocken aus Pappenberg wurden in den Turm der Kirche übernommen.
Orgel
Die Orgel wurde 1908 als Opus 224 von Binder & Siemann für die Kirche in Pappenberg gebaut. Ursprünglich hatte sie sieben Register auf einem Manual und Pedal. Ein Register ist eine Klangfarbe oder Pfeifengruppe einer Orgel; ein Manual ist eine mit den Händen gespielte Klaviatur, das Pedal wird mit den Füßen gespielt.
Wie die übrige Ausstattung wurde auch die Orgel am ursprünglichen Ort ausgebaut. 1942 wurde sie nach einer deutlichen Erweiterung durch Eduard Hirnschrodt in Wolfskofen eingebaut. Seitdem besitzt sie 16 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Das Pfeifenwerk steht wie beim ursprünglichen Instrument auf pneumatischen Kegelladen. 2010 wurde die Orgel von Orgelbau Rainer Kilbert generalüberholt.
Die Disposition umfasst im Hauptwerk unter anderem Principal 8′, Gedeckt 8′, Salicional 8′, Oktave 4′, Spitzflöte 4′ und Mixtur 2 2/3′. Im Schwellwerk stehen unter anderem Rohrflöte 8′, Viola di Gamba 8′, Aeoline 8′, Praestant 4′, Nachthorn 4′, Superoktave 2′ und Oboe 8′. Im Pedal gibt es Subbass 16′, Oktavbass 8′ und Choralbass 4′. Dazu kommen Koppeln II/I, I/P und II/P sowie Suboktavkoppel II/I und Superoktavkoppel II/I. Der derzeitige Kirchenmusiker ist Christian Dostal (Stand 2023).
Glocken
Die Kirche besitzt vier gotische Glocken aus dem 14. Jahrhundert. Sie wurden um 1941 aus Pappenberg nach Wolfskofen übertragen. Heute hängen sie im modernen Turm der Kirche und erklingen dort weiterhin.