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Margreth Keiler

Margreth Keiler ist eine österreichische Wissenschaftlerin für Geographie und Naturgefahrenmanagement. Sie ist Universitätsprofessorin für Interdisziplinäre …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn
  3. 3. Forschung zu Naturgefahren und Risiken
  4. 4. Ausgewählte Veröffentlichungen

Person und Bedeutung

Margreth Keiler ist eine österreichische Wissenschaftlerin auf den Gebieten Geographie und Naturgefahrenmanagement. Sie untersucht, wie sich Naturgefahren und die damit verbundenen Risiken in Gebirgsregionen durch den globalen Wandel verändern. Besondere Bedeutung haben dabei der Klimawandel und Veränderungen der Landnutzung.

Keiler ist Universitätsprofessorin für Interdisziplinäre Gebirgsforschung am Institut für Geographie der Universität Innsbruck. Außerdem leitet sie als Direktorin das Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Seit 2022 ist sie Projektleiterin und Co-Vorsitzende des Zweiten Österreichischen Sachstandsberichts zum Klimawandel.

Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn

Keiler studierte Geographie und Geowissenschaften an der Universität Innsbruck und an der University of Aberdeen. Im September 2004 wurde sie promoviert. Danach forschte und lehrte sie am Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien.

Im August 2011 übernahm sie am Geographischen Institut der Universität Bern die Leitung der Gruppe Geomorphologie, Naturgefahren- und Risikoforschung. Geomorphologie bezeichnet die Wissenschaft von den Formen der Erdoberfläche und den Prozessen, durch die sie entstehen und verändert werden. 2012 habilitierte sich Keiler an den Universitäten Wien und Bern; die Habilitation ist eine wissenschaftliche Qualifikation, mit der die Befähigung zur selbstständigen Forschung und Hochschullehre nachgewiesen wird. 2017 wurde sie an der Universität Bern zur Assoziierten Professorin befördert.

Von 2014 bis Februar 2021 war Keiler außerdem Forscherin im Mobiliar Lab für Naturrisiken am Oeschger-Zentrum für Klimawandelforschung der Universität Bern. Ab 2016 hatte sie dort die Co-Leitung inne. Seit März 2021 ist sie Professorin am Institut für Geographie der Universität Innsbruck und Direktorin des Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW.

Forschung zu Naturgefahren und Risiken

Im Mittelpunkt von Keilers Forschung stehen kurz- und langfristige Veränderungen von Naturgefahren und Risiken in Gebirgsregionen. Sie betrachtet diese Veränderungen im Zusammenhang mit dem globalen Wandel, insbesondere mit dem Klimawandel und einer veränderten Nutzung von Land.

Ihre Arbeit folgt einem interdisziplinären Ansatz: Natürliche Vorgänge und gesellschaftliche Prozesse werden gleichwertig untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf den Wechselwirkungen zwischen Naturgefahrenprozessen und sozioökonomischen Dynamiken, also Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft. Dabei berücksichtigt Keiler, dass sich auch die jeweiligen Rahmenbedingungen fortlaufend wandeln.

Auf dieser Grundlage entwickelt sie Modelle gekoppelter Mensch-Landschaft-Systeme in Gebirgsräumen. Solche Modelle stellen dar, wie Menschen und Landschaften einander beeinflussen. Sie sollen helfen, komplexe Rückkopplungen zu verstehen: Naturgefahren wirken auf Gesellschaft und Landnutzung ein, während gesellschaftliche Entscheidungen ihrerseits Risiken und Landschaftsprozesse verändern können.

Untersucht werden außerdem die dynamische Entwicklung von Risiken und die zugehörigen Resilienzmechanismen. Resilienz bezeichnet hier die Fähigkeit von Menschen und Systemen, mit Naturgefahren und ihren Folgen umzugehen und sich davon zu erholen. Die Forschungsergebnisse sollen die Entwicklung nachhaltiger Strategien für den Umgang mit Naturgefahren ermöglichen und Entscheidungen im Risikomanagement unterstützen. Keilers h-Index, ein Kennwert für die wissenschaftliche Wirkung von Veröffentlichungen, liegt laut Artikel derzeit bei 33.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Die ausgewählten Veröffentlichungen spiegeln Keilers Arbeit zu Naturgefahren, Gebirgsräumen und gesellschaftlichen Folgen wider:

  • Am 1. August 2015 erschien von Margreth Keiler „Natural Hazards and Earth System Sciences“, herausgegeben vom Institut für Geographie.

  • Am 1. Juni 2023 veröffentlichte sie mit weiteren Beteiligten einen Beitrag im „Journal on Protected Mountain Areas Research“ beziehungsweise in „Eco.mont“, Band 15, herausgegeben von Austrian Academy of Sciences Press.

  • 2025 untersuchten Simone Loreti, Margreth Keiler und Andreas Paul Zischg in „A severe local flood and social events show a similar impact on human mobility“, wie sich eine schwere lokale Überschwemmung und gesellschaftliche Ereignisse auf die Mobilität von Menschen auswirken. Der Beitrag erschien in „npj Complexity“, Band 2, Nr. 6, bei Nature Publishing Group (DOI: 10.1038/s44260-025-00030-6).

  • Ebenfalls 2025 veröffentlichten Nele Rindsfüser, Markus Mosimann, Sibilla Ernst, Margreth Keiler und Andreas Paul Zischg eine empirische Studie über Hochwasserrisiken. Ihr Ergebnis wird bereits im Titel zusammengefasst: Werden Anpassungsmaßnahmen gegen Hochwasser auf Grundstücksebene nicht berücksichtigt, kann das Risiko in Analysen überschätzt werden. Die Studie erschien im „International Journal of Disaster Risk Reduction“, Band 119, Nr. 105326, bei Elsevier (DOI: 10.1016/j.ijdrr.2025.105326).

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