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Münchner Forum

Das Münchner Forum e.V. ist ein gemeinnütziger Verein in München, der sich für Bürgerbeteiligung in der Münchner Stadtplanung einsetzt.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Rolle
  2. 2. Mitglieder und Arbeitsweise
  3. 3. Entstehung und Einfluss auf die Stadtplanung
  4. 4. Arbeitskreise und Öffentlichkeit

Aufgabe und Rolle

Das Münchner Forum e.V. ist ein gemeinnütziger Verein in München. Es setzt sich dafür ein, dass Bürgerinnen und Bürger an der Stadtplanung beteiligt werden. Der Verein versteht sich als Schnittstelle zwischen Bürgerengagement und den Interessen der Stadtverwaltung und -politik in Fragen der Stadtentwicklung. Er bezeichnet sich als „Anwalt der Bürger“ und als „Sprachrohr“ zwischen Stadt und Öffentlichkeit.

Zu gesellschaftlich wichtigen Themen der Stadtentwicklung erarbeitet das Münchner Forum Projekte, organisiert Veranstaltungen und informiert über Medien. Dabei geht es etwa darum, wie Stadtviertel gestaltet werden, welche Verkehrsplanung sinnvoll ist und wie öffentliche Räume genutzt werden.

Mitglieder und Arbeitsweise

Das Münchner Forum hat rund 160 Mitglieder. Dazu gehören unter anderem die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern, die Handwerkskammer für München und Oberbayern, Münchner Zeitungsverlage, der DGB, Lehrstühle für Geographie und Stadtplanung der Münchner Universitäten, Fachverbände und Kirchen. Außerdem sind Unternehmen, Politiker, Planungsbüros, Architekten, Privatpersonen und die Landeshauptstadt München vertreten.

Die inhaltliche Arbeit organisiert nicht der Vorstand. Ein gewählter Programmausschuss mit 60 Mitgliedern beschließt jährlich das Arbeitsprogramm. Dadurch soll die Unabhängigkeit gegenüber politischen Akteuren im Vorstand gesichert werden. Ehrenamtliche arbeiten in Arbeitskreisen und Projektgruppen; die Geschäftsstelle unterstützt Organisation, Verwaltung und Inhalte.

Seit 2021 ist der Architekt Klaus Friedrich Vorsitzender. Eric Treske und Michael Schneider leiten den Programmausschuss. Finanziert wird der Verein durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und zu einem erheblichen Teil durch einen Zuschuss der Landeshauptstadt München.

Entstehung und Einfluss auf die Stadtplanung

Nach dem Wiederaufbau Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg begann ab 1960 unter Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel ein großer Planungsprozess. Der Stadtentwicklungsplan 1963 folgte im Verkehr dem Leitbild der „autogerechten Stadt“. Für den Altstadtring wurden Gebäudezeilen abgerissen; 1967 wurde das Prinz-Carl-Palais untertunnelt. Architekten und Studierende der Bauwissenschaften kritisierten diese Maßnahmen und weitere Planungen.

Mit Zustimmung der Stadt gründeten Kritiker zunächst unter dem städtischen Bauzentrum die Redaktion Münchner Bauforum. Nach Konflikten mit der Stadtverwaltung entstand daraus der Verein Münchner Bauforum. Dort wurden städtische Pläne öffentlich diskutiert, analysiert und durch Alternativen ergänzt. Vogel erkannte die Kritik an und schrieb 1972: „Ich werde nie wieder einen Plan der Verwaltung unterschreiben, der nicht vorher öffentlich diskutiert wurde.“

Am 4. April 1968 wurde das Münchner Diskussionsforum für Stadtentwicklungsfragen gegründet. 1972 wurde es als Münchner Forum (Diskussionsforum für Entwicklungsfragen e.V.) gemeinnützig eingetragen. In den ersten Jahren erarbeitete der Verein eine alternative Planung für das vom Ausbau des Altstadtrings betroffene Lehel. Das Gebiet wurde 1971 vom Kerngebiet zum Wohngebiet umgewidmet.

Als weitere Erfolge nennt der Artikel unter anderem die Erhaltung und Umgestaltung der Seidlvilla zum Bürgerhaus, die Neuplanung des Elisabethplatzes, die Verringerung des Baukörpers der Bayerischen Staatskanzlei am Hofgarten, den Verzicht auf eine durchgehende Isar-Magistrale sowie Beiträge zu Hochhausdebatten und zum Erhalt der Trambahn München. Der Verein wirkte auch bei neuen Stadtvierteln mit und trat für kleinteilige Strukturen in menschlichen Dimensionen ein. Städtische Zuschüsse wurden unter Georg Kronawitter und Erich Kiesl stark gekürzt; Karl Klühspies sah „Unbotmäßigkeit“ des Vereins als Grund, während Haushaltsgründe genannt wurden.

Arbeitskreise und Öffentlichkeit

Die praktische Arbeit erfolgt in Arbeitskreisen, die eigene Arbeitsprogramme festlegen. Der Arbeitskreis Nachbarschaftsviertel befasst sich mit sozialer und nachhaltiger Quartiersentwicklung. Diese soll ab 2025 auf der Schwanthalerhöhe und am Gärtnerplatz als Nachbarschaftsviertel in München erprobt werden.

Der Arbeitskreis Wer beherrscht die Stadt? untersucht prägende Kräfte der Stadt, das Planungsgeschehen, strategische Planungsprojekte und eine mögliche Reform der kommunalen Bodenordnung. Das Junge Forum soll junge Menschen als mögliche Mitglieder gewinnen. Weitere Arbeitskreise beschäftigen sich mit attraktivem Nahverkehr, der Entwicklung der Innenstadt seit etwa 1990, Lärmminderung, Renaturierung der Isarauen im Isar-Plan, Lösungen für die S-Bahn-Stammstrecke und aktuellen Ereignissen.

Ergebnisse erscheinen in Pressemitteilungen, bei Veranstaltungen, auf der Website sowie über Instagram, Facebook und Radio. Das Online-Magazin „Standpunkte“ erscheint alle drei Monate auf der Website. Bei Radio Lora sendet das Münchner Forum jeden fünften Montag im Monat „Forum aktuell“.

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