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Liste der Länder nach Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote muss nicht zwangsläufig die Entwicklung und den Wohlstand einer Wirtschaft abbilden. In einigen Ländern mit niedriger Arbeitslosigkeit …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Aussagekraft
  2. 2. Rangfolge der allgemeinen Arbeitslosenquote
  3. 3. Grenzen der Interpretation
  4. 4. Jugendarbeitslosigkeit

Begriff und Aussagekraft

Die Liste ordnet Länder und einige abhängige Gebiete nach ihrer Arbeitslosenquote. Diese gibt den Anteil der Arbeitskräfte an, die in einem festgelegten Zeitraum keine bezahlte Arbeit haben. Allgemein bedeutet Arbeitslosigkeit, dass in einer Volkswirtschaft das Arbeitsangebot die Arbeitsnachfrage bei den herrschenden Bedingungen übersteigt und deshalb nicht alle Personen eine Arbeit finden können.

Die weltweite Arbeitslosenquote wird von der US-amerikanischen Central Intelligence Agency (CIA) für 2017 auf 7,7 % geschätzt. Die Unterbeschäftigungsquote wird auf bis zu 30 % geschätzt. Arbeitslosenquoten sind zwischen Ländern nur eingeschränkt vergleichbar, weil nationale Statistiken Arbeitslosigkeit unterschiedlich definieren können.

Die Angaben der Rangliste stammen überwiegend von der Weltbank und beruhen größtenteils auf Daten der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO); in einzelnen Fällen werden das World Fact Book der CIA oder andere Quellen verwendet. Die ILO veröffentlicht zum Vergleich harmonisierte Werte. Nach der ILO-Definition gelten Personen als arbeitslos, wenn sie derzeit nicht arbeiten, aber bereit und in der Lage sind, gegen Bezahlung zu arbeiten, derzeit für eine Arbeit zur Verfügung stehen und aktiv nach einer Arbeit gesucht haben.

Rangfolge der allgemeinen Arbeitslosenquote

Die Tabelle enthält die Arbeitslosenquote in Prozent der Arbeitskräfte sowie den jeweiligen Zeitpunkt. Der Großteil der Werte stammt aus dem Jahr 2021, einzelne Angaben jedoch aus früheren Jahren, etwa Gibraltar und die Falklandinseln mit jeweils 1,0 % (2016), die Isle of Man mit 1,1 % (2017), Palau mit 1,7 % (2015), Monaco mit 2,0 % (2012) und die Marshallinseln mit 4,7 % (2011). Eine aktuelle Einzelangabe ist die Schweiz mit 2,8 % im Jahr 2025.

Die niedrigsten aufgeführten Werte im Jahr 2021 haben Katar mit 0,3 %, Kambodscha mit 0,6 %, Niger mit 0,8 %, die Salomonen mit 1,0 %, Laos mit 1,3 %, Thailand mit 1,4 %, Benin und Ruanda mit jeweils 1,6 % sowie Bahrain und Tschad mit jeweils 1,9 %. Weitere sehr niedrige Werte weisen Japan und Kuba mit jeweils 2,8 %, Tschechien und Uganda mit jeweils 2,9 %, Polen und die Vereinigten Arabischen Emirate mit jeweils 3,4 % sowie Deutschland, Südkorea und Malta mit jeweils 3,5 % auf. Für Deutschland wird ausdrücklich die ILO-Definition verwendet; diese Zahl weicht von der Definition des Statistischen Bundesamtes ab.

Der Weltdurchschnitt beträgt 6,2 % (2021). Die Europäische Union wird mit 7,0 % (2021) angegeben. Zu den im mittleren Bereich liegenden Werten gehören Österreich und Estland mit jeweils 6,3 %, Belgien und Ecuador mit jeweils 6,4 %, Frankreich mit 8,1 %, Italien mit 9,8 %, Argentinien mit 10,9 % und die Türkei mit 13,4 % (jeweils 2021). Spanien erreicht 14,7 %, Griechenland 14,8 %, Bosnien und Herzegowina 15,2 %, Nordmazedonien 16,2 %, Montenegro 18,5 %, Armenien 20,9 %, Namibia 21,7 %, Botswana 24,7 %, Kosovo und Eswatini jeweils 25,8 % sowie Dschibuti 28,4 %.

Die höchsten aufgeführten Werte sind Kiribati mit 30,6 % (2010), Südafrika mit 33,6 % (2021) und Venezuela mit 35,4 % (2018). Die Liste umfasst außerdem zahlreiche weitere Staaten und Territorien, darunter Länder in Afrika, Asien, Europa, Amerika und Ozeanien.

Grenzen der Interpretation

Eine niedrige Arbeitslosenquote bedeutet nicht zwangsläufig, dass sich eine Volkswirtschaft besonders dynamisch entwickelt oder einen hohen Wohlstand erreicht. In einigen Ländern mit niedriger Arbeitslosigkeit arbeitet ein überwiegender Teil der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft oder für sehr niedrige Löhne. Die Quote misst daher vor allem den Anteil der nach der jeweiligen Definition Arbeitslosen; sie beschreibt nicht allein die Qualität der Arbeitsplätze oder den allgemeinen Wohlstand.

Bei der Auswertung müssen außerdem die unterschiedlichen Zeitpunkte und Quellen berücksichtigt werden. Die Werte sind deshalb keine einheitliche Momentaufnahme für alle Länder. In der Tabelle erscheint beispielsweise Komoren sowohl mit 6,5 % für 2014 als auch mit 9,4 % für 2021. Solche unterschiedlichen Angaben dürfen nicht ohne Beachtung des Jahres und der zugrunde liegenden Erhebung direkt miteinander verglichen werden.

Jugendarbeitslosigkeit

Die zweite Rangliste ordnet Länder nach der Arbeitslosenquote von Jugendlichen im Alter von 15 bis 24 Jahren. Die Quote bezieht sich auf diejenigen Jugendlichen, die Arbeit suchen oder haben; Jugendliche in Ausbildung zählen nicht dazu. Quelle für alle Angaben ist die Weltbank. Die Werte beziehen sich durchgehend auf 2021.

Die niedrigsten Werte der aufgeführten Länder haben Japan mit 4,4 %, Deutschland mit 6,9 %, Thailand mit 7,0 %, Vietnam mit 7,2 %, die Philippinen mit 7,3 %, Tschechien mit 7,6 % und Südkorea mit 7,8 %. Danach folgen unter anderem Mexiko mit 8,1 %, Israel mit 8,8 %, die Schweiz und Singapur mit jeweils 9,1 %, die Vereinigten Staaten und die Niederlande mit jeweils 9,6 %, Dänemark mit 10,1 %, Australien mit 10,8 %, China und Österreich mit jeweils 11,4 %, Norwegen mit 13,0 % und das Vereinigte Königreich mit 13,2 %.

Der Weltdurchschnitt der Jugendarbeitslosenquote beträgt 17,9 %. Darüber liegen beispielsweise Finnland mit 18,0 %, Belgien mit 19,6 %, Frankreich mit 20,1 %, Rumänien mit 20,6 %, Chile mit 21,4 %, Portugal mit 23,1 %, Ägypten und die Türkei mit jeweils 24,3 %, Schweden mit 24,5 %, Kolumbien mit 26,4 %, Irak, Iran und Marokko mit jeweils 27,2 %, Indien mit 28,3 %, Saudi-Arabien mit 28,8 %, Argentinien mit 29,9 %, Serbien mit 30,4 %, Italien mit 30,9 %, Brasilien und Algerien mit jeweils 31,9 %, Griechenland und Spanien mit jeweils 36,9 % sowie Südafrika mit 64,2 %. Damit zeigt die Jugendrangliste eine deutlich größere Spannweite als die allgemeine Rangliste.

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