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Liste der ägyptischen Pyramiden
Die Liste der ägyptischen Pyramiden bietet einen Überblick über alle bekannten ägyptischen Pyramiden. Die Pyramiden von Gizeh …
Inhalt5 Abschnitte
Überblick und Zweck der Liste
Die Liste der ägyptischen Pyramiden gibt einen Überblick über alle bekannten ägyptischen Pyramiden. Sie ordnet die Bauwerke vor allem chronologisch nach Epochen und Dynastien und nennt, soweit bekannt, Entstehungszeit, Erbauer, Standort, Basismaße, ursprüngliche und heutige Höhe, Neigungswinkel sowie kurze Hinweise zum Zustand oder zur Einordnung.
Die Liste umfasst nicht nur große Königspyramiden, sondern auch Nebenpyramiden wie Kultpyramiden, Königinnenpyramiden und Prinzenpyramiden. Außerdem werden Bauwerke aufgenommen, die keine echten Pyramiden oder Stufenpyramiden sind, aber im Zusammenhang mit Pyramiden behandelt werden, etwa Mastabas oder nur durch Funde bekannte Pyramidien. Wichtig ist dabei, dass viele Angaben unsicher sind: Bei zerstörten, unvollendeten oder nur teilweise erhaltenen Pyramiden fehlen oft Messwerte oder sie sind nur mit Fragezeichen angegeben.
Kennzeichnungen und Messangaben
Die Liste verwendet besondere Kennzeichnungen, um den Erhaltungszustand und die Einordnung der Bauwerke deutlich zu machen. Pyramiden mit signifikanten Überresten des Oberbaus sind fett hervorgehoben. Nicht fertiggestellte Pyramiden sind grau hinterlegt. Bauwerke, die keine echten Pyramiden oder Stufenpyramiden sind, aber im Pyramidenkontext behandelt werden, sind kursiv markiert. Nur aus Überlieferungen bekannte Pyramiden sind rot hinterlegt.
Bei unvollendeten Pyramiden steht die vermutete geplante Höhe in Klammern. Kult-, Königinnen- und Prinzenpyramiden eines Pyramidenkomplexes sind eingerückt und kleiner aufgeführt. Höhenangaben bei Ruinen und unvollendeten Pyramiden beruhen meist auf archäologischen Funden von Teilen der Außenverkleidung. Aus solchen Resten kann der Neigungswinkel bestimmt werden. Bei vielen Pyramiden fehlen solche Funde jedoch, weshalb die Höhe nicht mehr bestimmbar ist.
Entwicklung vom Alten Reich bis zur Ersten Zwischenzeit
Im Alten Reich beginnt die Liste mit den frühen Stufenpyramiden der 3. Dynastie. Die Djoser-Pyramide in Sakkara, erbaut für Djoser, hat eine Basis von 109,0 m × 125,0 m, eine ursprüngliche Höhe von 62,5 m und eine heutige Höhe von 60,0 m. Sie ist als Stufenpyramide vermerkt. Ebenfalls zur 3. Dynastie gehören die unvollendete Sechemchet-Pyramide in Sakkara mit geplanter Höhe von etwa 70,0 m und die Chaba-Pyramide in Saujet el-Arjan mit geplanter Höhe von etwa 40,0 m. Einige frühe Kleinpyramiden wie Elephantine, Edfu-Süd, el-Kula, Ombos, Sinki und Saujet el-Meitin werden der 3. oder 4. Dynastie zugeschrieben; als mögliche Erbauer werden Huni oder Snofru genannt.
In der 4. Dynastie entstehen besonders bedeutende Pyramiden. Snofru ist mit mehreren Bauwerken vertreten: der Pyramide von Seila, der Meidum-Pyramide, der Knickpyramide in Dahschur und der Roten Pyramide. Die Meidum-Pyramide war ursprünglich eine Stufenpyramide und wurde zu einer echten Pyramide umgebaut; ihre Basis beträgt 144,3 m, die ursprüngliche Höhe 91,9 m und die Neigung 51°50′. Die Knickpyramide hat eine Basis von 189,4 m, eine ursprüngliche Höhe von 104,7 m, eine heutige Höhe von 101,1 m und zwei Neigungswinkel, 54° / 43°. Die Rote Pyramide besitzt eine Basis von 219,1 m, eine ursprüngliche Höhe von 109,5 m und eine Neigung von 43°22′.
Zu den bekanntesten Pyramiden gehören die Pyramiden von Gizeh. Die Cheops-Pyramide hat eine Basis von 230,3 m, eine ursprüngliche Höhe von 146,6 m, eine heutige Höhe von 138,7 m und eine Neigung von 51°50′. Zu ihrem Komplex gehören unter anderem die Kultpyramide G I-d und die Königinnenpyramiden der Hetepheres I., Meritites I. und Henutsen. Die Chephren-Pyramide hat eine Basis von 215,2 m, eine ursprüngliche Höhe von 143,5 m und eine Neigung von 53°7′. Die Mykerinos-Pyramide hat eine Basis von 102,2 m × 104,6 m, eine ursprüngliche Höhe von 65,6 m und eine heutige Höhe von 62,0 m. Weitere Bauwerke dieser Zeit sind die Radjedef-Pyramide in Abu Roasch, die vermutlich unvollendet blieb, die Baka-Pyramide in Saujet el-Arjan, die Mastabat al-Firʿaun des Schepseskaf und das Grab der Chentkaus I.
In der 5. und 6. Dynastie werden zahlreiche Pyramiden vor allem in Abusir, Sakkara und Sakkara-Süd errichtet. Dazu gehören die Userkaf-Pyramide, Sahure-Pyramide, Neferirkare-Pyramide, Raneferef-Pyramide, Niuserre-Pyramide, Djedkare-Pyramide, Unas-Pyramide, Teti-Pyramide, Pepi-I.-Pyramide, Merenre-Pyramide und Pepi-II.-Pyramide. Viele dieser Anlagen besitzen Kult- und Königinnenpyramiden. Die Neferirkare-Pyramide war ursprünglich eine Stufenpyramide, wurde zu einer echten Pyramide umgebaut und blieb unvollendet. Die Merenre-Pyramide ist ebenfalls als unvollendet vermerkt.
In der Ersten Zwischenzeit werden nur wenige Pyramiden genannt. Die Iti-Pyramide der 8. Dynastie ist bisher unentdeckt und nur durch eine Inschrift aus dem Wadi Hammamat bekannt. Die Neferkare-Pyramide ist ebenfalls bisher unentdeckt und nur durch eine Inschrift aus Sakkara bekannt. Die Ibi-Pyramide in Sakkara-Süd besitzt eine Basis von 31,5 m, eine ursprüngliche Höhe von 21,0 m und eine heutige Höhe von 3,0 m. Die Chui-Pyramide in Dara wird als Stufenpyramide oder Stufenmastaba beschrieben.
Mittleres Reich bis Neues Reich
Im Mittleren Reich treten besonders die Pyramiden der 12. Dynastie hervor. Die Amenemhet-I.-Pyramide in El-Lischt hat eine Basis von 84,0 m, eine ursprüngliche Höhe von 59,0 m, eine heutige Höhe von etwa 20,0 m und eine Neigung von 54°27′. Die Sesostris-I.-Pyramide, ebenfalls in El-Lischt, hat eine Basis von 105,0 m und eine ursprüngliche Höhe von 61,3 m; zu ihr gehören eine Kultpyramide und mehrere Königinnenpyramiden. Die Amenemhet-II.-Pyramide in Dahschur wird auch „Weiße Pyramide“ genannt; ihre Basis ist unsicher mit 50 m? / 84,0 m? angegeben.
Weitere wichtige Bauwerke des Mittleren Reichs sind die Sesostris-II.-Pyramide in El-Lahun mit 106,0 m Basis und 48,7 m ursprünglicher Höhe sowie die Sesostris-III.-Pyramide in Dahschur, eine Lehmziegelpyramide mit etwa 105,0 m Basis und etwa 63,0 m möglicher ursprünglicher Höhe. Amenemhet III. ist mit zwei Pyramiden vertreten: der Amenemhet-III.-Pyramide in Dahschur, einer Lehmziegelpyramide mit 105,0 m Basis und 75,0 m Höhe, sowie der Hawara-Pyramide mit 105,0 m Basis, etwa 58,0 m ursprünglicher Höhe und etwa 20,0 m heutiger Höhe. Die Neferuptah-Pyramide in Hawara wird ebenfalls als Lehmziegelpyramide geführt.
Am Übergang zur 13. Dynastie werden mehrere unvollendete Lehmziegelpyramiden genannt, darunter die Südliche Pyramide von Masghuna, möglicherweise Amenemhet IV. zugeschrieben, und die Nördliche Pyramide von Masghuna, möglicherweise Nofrusobek zugeschrieben. In der Zweiten Zwischenzeit häufen sich unvollendete oder schlecht bekannte Anlagen. Dazu gehören die Ameni-Qemau-Pyramide, eine zweite Ameni-Qemau-Pyramide, die Chendjer-Pyramide, die Pyramide von Sakkara-Süd, mehrere Anlagen in Sakkara-Süd und Dahschur sowie Pyramiden, von denen nur das Pyramidion bekannt ist. Ein Pyramidion ist der obere Abschlussstein einer Pyramide.
Für die 17. Dynastie werden mehrere Pyramiden in Dra Abu el-Naga genannt. Einige sind nur aus dem Papyrus Abbott bekannt, etwa die Sobekemsaf-I.-Pyramide, die Sobekemsaf-II.-Pyramide, die Senachtenre-Pyramide und die Seqenenre-Pyramide. Bei der Sechemre-Wepmaat-Anjotef-Pyramide wurde ein Pyramidion gefunden. Die Nub-cheper-Re-Anjotef-Pyramide ist eine Lehmziegel-Kleinpyramide, von der nur Fundamente erhalten sind; ihre Basis beträgt 11,0 m und die ursprüngliche Höhe 13,0 m. Im Neuen Reich wird die Ahmose-Pyramide in Abydos aufgeführt: Sie gehört zur 18. Dynastie, hat eine Basis von 52,5 m, eine ursprüngliche Höhe von 45 m, eine heutige Höhe von 10 m und eine Neigung von 60°. Sie wird als Geröllpyramide und nur als Kenotaph bezeichnet. Ein Kenotaph ist ein Scheingrab ohne Bestattung am Ort.
Geografische Verteilung
Die Kartenabschnitte zeigen, dass die ägyptischen Pyramiden nicht nur an einem Ort stehen, sondern über verschiedene Regionen Ägyptens verteilt sind. Auf der Übersichtskarte von Ägypten erscheinen unter anderem die Pyramide von Elephantine, die Pyramide von el-Kula, die Pyramide von Edfu-Süd, die Pyramide von Ombos, die Pyramide von Sinki, die Ahmose-Pyramide, die Chui-Pyramide in Dara, die Pyramide von Saujet el-Meitin und die Pyramide von Athribis.
Eine besondere Konzentration liegt in der Region Memphis. Die Detailkarte der Region Memphis nennt unter anderem die Sesostris-II.-Pyramide, Hawara-Pyramide, Pyramide von Seila, Meidum-Pyramide, Sesostris-I.-Pyramide, Amenemhet-I.-Pyramide, die Pyramiden von Masghuna, die Pyramiden von Gizeh mit Mykerinos-, Chephren- und Cheops-Pyramide, das Grab der Chentkaus I., die Radjedef-Pyramide und die Lepsius-I-Pyramide.
Die Detailkarte von Saujet el-Arjan bis Dahschur zeigt einen besonders dichten Pyramidenraum. Dort liegen unter anderem die Knickpyramide, Rote Pyramide, Amenemhet-III.-Pyramide, Amenemhet-II.-Pyramide, Sesostris-III.-Pyramide, Chendjer-Pyramide, Pyramide von Sakkara-Süd, Mastabat al-Firʿaun, Pepi-II.-Pyramide, Ibi-Pyramide, Merenre-Pyramide, Djedkare-Pyramide, Pepi-I.-Pyramide, Djoser-Pyramide, Teti-Pyramide sowie mehrere Pyramiden von Abusir wie Sahure-, Neferirkare-, Raneferef- und Niuserre-Pyramide.