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Liste Münchner Nobelpreisträger

Physik, 1901, war 1901 der erste Wissenschaftler, der den Nobelpreis für ... Unbestimmtheitsrelation. LMU, Studium der Physik in München unter Arnold …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Frühe Preisträger bis 1929
  3. 3. Preisträger von 1930 bis 1964
  4. 4. Preisträger von 1973 bis 1991
  5. 5. Preisträger seit 2001

Überblick

Die Liste gibt einen Überblick über Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger, die im Stadtgebiet von München geboren wurden, dort geforscht haben oder auf andere Weise einen Bezug zu München hatten. Der Bezug besteht häufig über die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Technische Universität München (TUM), die Max-Planck-Institute in München oder Garching sowie über Geburt, Studium, Professur, Forschungstätigkeit oder Tod in München.

Die aufgeführten Preise stammen aus mehreren Nobelpreis-Kategorien: Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Frieden. Besonders stark vertreten sind Physik und Chemie. Die zeitliche Spanne reicht vom ersten Nobelpreis für Physik im Jahr 1901 bis zu Auszeichnungen im 21. Jahrhundert, darunter Reinhard Genzel 2020 und Ferenc Krausz 2023.

Frühe Preisträger bis 1929

Wilhelm Conrad Röntgen erhielt 1901 als erster Wissenschaftler den Nobelpreis für Physik. Gewürdigt wurde vor allem seine Forschung zu den nach ihm benannten X-Strahlen, die er 1895 an der Universität Würzburg entdeckt hatte. Ab dem 1. April 1900 war er Professor an der Universität München, wurde 1920 emeritiert und starb in München.

Adolf von Baeyer erhielt 1905 den Nobelpreis für Chemie, vor allem für die Synthese des Indigo und der Triphenylmethan-Farbstoffe. Nach dem Tod Justus von Liebigs wurde er 1873 an die Ludwig-Maximilians-Universität berufen; ab 1875 wirkte er in München als Liebigs Nachfolger und baute ein angesehenes chemisches Laboratorium auf.

Paul Heyse wurde 1910 als erster deutscher Autor belletristischer Werke mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Er erhielt 1854 eine Professur in romanischer Philologie in München und starb dort.

Wilhelm Wien erhielt 1911 den Nobelpreis für Physik für seine Forschungen zu den Gesetzmäßigkeiten der Wärmestrahlung. Den Preis bekam er während seiner Tätigkeit an der Universität Würzburg. Ende 1919 beziehungsweise 1920 wechselte er nach München an die LMU, wo er die Nachfolge Wilhelm Conrad Röntgens antrat. Von 1925 bis 1926 war er Rektor der LMU.

Max von Laue erhielt 1914 den Nobelpreis für Physik. Er hatte die Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen entdeckt und damit den Wellencharakter dieser Strahlung sowie die Struktur der Kristalle nachgewiesen. 1909 kam er als Privatdozent an das Institut für Theoretische Physik der LMU und hielt Vorlesungen über Optik, Thermodynamik und Relativitätstheorie.

Richard Willstätter wurde 1915 mit dem Nobelpreis für Chemie geehrt, besonders für seine Untersuchungen der Farbstoffe im Pflanzenreich, insbesondere des Chlorophylls. Er studierte in München Chemie bei Adolf von Baeyer. 1925 trat er als Ordinarius zurück, weil seiner Meinung nach der Antisemitismus bei Berufungen überhandnahm. Er forschte zunächst in München weiter, verließ die Stadt aber 1939 wegen der verschärften Verfolgung von Juden in Richtung Schweiz.

Ludwig Quidde erhielt 1927 den Friedensnobelpreis für seine Leistungen als treibende Kraft der deutschen Friedensbewegung. Er engagierte sich für Ziele und Organisation des Pazifismus, unter anderem als langjähriger Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft. 1892 kehrte er nach München zurück, wurde in die Historische Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen und organisierte dort 1893 mit Hilfe der DZG den Ersten Deutschen Historikertag.

Heinrich Otto Wieland erhielt 1927 den Nobelpreis für Chemie für Forschungen über die Zusammensetzung der Gallensäure und verwandter Substanzen. Er war Nachfolger Willstätters am Chemischen Institut der LMU. Während der NS-Diktatur liefen mehrere Denunziationsversuche gegen ihn ins Leere; außerdem konnte er mehrere sogenannte „Halbjuden“ als Gäste in seinen Arbeitskreis aufnehmen und sie dadurch der Verfolgung durch staatliche Organe entziehen.

Thomas Mann erhielt 1929 den Nobelpreis für Literatur für seinen ersten Roman „Buddenbrooks“. Sein München-Bezug besteht darin, dass er 1894 als Obersekundaner das Katharineum zu Lübeck vorzeitig verließ und nach München ging, wohin seine Mutter schon ein Jahr zuvor mit den Geschwistern gezogen war.

Preisträger von 1930 bis 1964

Hans Fischer erhielt 1930 den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten „über den strukturellen Aufbau der Blut- und Pflanzenfarbstoffe und für die Synthese des Hämins“. Er schloss 1904 sein Chemiestudium mit einer Promotion ab und studierte bis 1908 Medizin in München; 1908 wurde er dort in Medizin promoviert.

Werner Heisenberg erhielt 1932 bereits mit 31 Jahren den Nobelpreis für Physik „für die Begründung der Quantenmechanik, deren Anwendung – unter anderem – zur Entdeckung der allotropen Formen des Wasserstoffs geführt hat“. Die Quantenmechanik ist die physikalische Theorie für Vorgänge im Bereich von Atomen und kleinsten Teilchen. Heisenberg formulierte die nach ihm benannte Unschärferelation beziehungsweise Unbestimmtheitsrelation. Er studierte Physik in München bei Arnold Sommerfeld, war von 1958 bis 1970 Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München, starb 1976 in München und wurde auf dem Waldfriedhof München/Alter Teil beigesetzt.

Adolf Butenandt erhielt 1939 den Nobelpreis für Chemie für seine Forschungen auf dem Gebiet der Sexualhormone und teilte ihn mit Leopold Ruzicka. 1952 wurde er an das Institut für Physiologische Medizin der LMU berufen. Von 1955 bis 1960 war er zugleich Vorstand des Instituts für Physiologische Chemie der LMU und Direktor des Max-Planck-Instituts für Biochemie. 1985 wurde er Ehrenbürger der Stadt München, wo er 1995 starb.

Rudolf Mößbauer erhielt 1961 den Nobelpreis für Physik „für seine Untersuchungen zur Resonanzabsorption von Gammastrahlung und die in diesem Zusammenhang gemachte Entdeckung des nach ihm benannten Effektes“, zusammen mit Robert Hofstadter. Er machte Abitur an der Oberrealschule München-Pasing und promovierte bei Heinz Maier-Leibnitz an der TUM. Ab 1964 arbeitete er wieder an der TU München, die ihn 2004 mit dem Goldenen Ehrenring der Universität auszeichnete.

Feodor Lynen erhielt 1964 zusammen mit Konrad Emil Bloch den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für Arbeiten über Mechanismus und Regulierung des Cholesterin- und Fettsäurestoffwechsels. Er studierte von 1930 bis 1934 Chemie an der Universität München, arbeitete nach der Promotion 1937–42 im Chemischen Laboratorium der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und habilitierte sich 1941. Er wurde in München geboren und starb dort.

Konrad Emil Bloch erhielt 1964 zusammen mit Feodor Lynen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „for their discoveries concerning the mechanism and regulation of the cholesterol and fatty acid metabolism“. Er begann 1930 ein Chemiestudium an der Technischen Hochschule München und wandte sich bald der organischen Chemie zu.

Preisträger von 1973 bis 1991

Ernst Otto Fischer erhielt 1973 zusammen mit Geoffrey Wilkinson den Nobelpreis für Chemie „for their pioneering work, performed independently, on the chemistry of the organometallic, so called sandwich compounds“. Er wurde in München geboren und starb dort. 1937 machte er Abitur am Theresien-Gymnasium München. 1957 wurde er Extraordinarius an der LMU, später persönlicher Ordinarius. 1964 folgte er seinem Lehrer Walter Hieber an der Technischen Hochschule München auf den Lehrstuhl für Anorganische Chemie, den er bis zu seiner Emeritierung 1985 innehatte.

Karl von Frisch erhielt 1973 gemeinsam mit Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Gewürdigt wurden „ihre Entdeckungen zur Organisation und Auslösung von individuellen und sozialen Verhaltensmustern“. Er ging 1910 als Assistent an das Zoologische Institut der Universität München zu Richard von Hertwig und wurde dort 1912 Privatdozent für Zoologie und vergleichende Anatomie. Er starb 1982 in München.

Klaus von Klitzing erhielt 1985 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung des Quanten-Hall-Effektes. 1980 berief ihn die Technische Universität München auf eine Professur für Festkörperphysik.

Ernst Ruska erhielt 1986 den Nobelpreis für Physik „for his fundamental work in electron optics, and for the design of the first electron microscope“. Er studierte ab 1925 Elektrotechnik an der TU München.

Karl Alexander Müller erhielt 1987 zusammen mit Georg Bednorz den Nobelpreis für Physik „für ihre bahnbrechende Entdeckung von Supraleitung in keramischen Materialien“. Er war Ehrendoktor der Technischen Universität München.

Robert Huber erhielt 1988 zusammen mit Johann Deisenhofer und Hartmut Michel den Nobelpreis für Chemie „for the determination of the three-dimensional structure of a photosynthetic reaction centre“. Er wurde in München geboren, studierte, promovierte und habilitierte im Fach Chemie an der TU München. Von 1971 bis März 2005 war er Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München; seit 1976 ist er außerplanmäßiger Professor an der TU München.

Johann Deisenhofer erhielt 1988 zusammen mit Robert Huber und Hartmut Michel den Nobelpreis für Chemie für dieselbe Bestimmung der dreidimensionalen Struktur eines photosynthetischen Reaktionszentrums. Er nahm 1965 das Studium der Physik an der Technischen Universität München auf.

Wolfgang Paul erhielt 1989 zusammen mit Hans G. Dehmelt den Nobelpreis für Physik „for the development of the ion trap technique“. Als München-Bezug nennt die Liste, dass Stephan Paul Lehrstuhlinhaber für Experimentalphysik an der TU München ist.

Erwin Neher erhielt 1991 zusammen mit Bert Sakmann den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin „for their discoveries concerning the function of single ion channels in cells“. Er studierte ab 1963 Physik an der TU München und promovierte 1970 am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München bei Hans Dieter Lux.

Preisträger seit 2001

Wolfgang Ketterle erhielt 2001 zusammen mit Eric Allin Cornell und Carl Edwin Wieman den Nobelpreis für Physik „für die Erzeugung der Bose-Einstein-Kondensation in verdünnten Gasen aus Alkaliatomen und für frühe grundsätzliche Studien über die Eigenschaften der Kondensate“. Nach dem Vordiplom wechselte er an die Technische Universität München, machte 1982 sein Diplom über die Spin-Relaxation von ungeordneten Materialien und wechselte danach an das Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching und an die LMU zu Herbert Walther.

Theodor Hänsch erhielt 2005 zusammen mit John L. Hall den Nobelpreis für Physik für seinen Beitrag zur Entwicklung der laserbasierten Präzisionsspektroskopie. Mit dieser Methode kann die Farbe des Lichts von Atomen und Molekülen extrem genau bestimmt werden. 1986 wurde Hänsch Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Professor an der LMU in München.

Gerhard Ertl erhielt 2007 den Nobelpreis für Chemie für seine „Studien von chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen“. Er studierte 1958–59 an der LMU. 1962 ging er mit Heinz Gerischer nach München, der eine Professur an der Technischen Universität angenommen hatte, und arbeitete dort bis 1965 bei ihm. Von 1973 bis 1986 forschte und lehrte Ertl als Professor für Physikalische Chemie an der LMU und erzielte in dieser Zeit wichtige Ergebnisse seiner später ausgezeichneten Forschung.

Reinhard Genzel erhielt 2020 zusammen mit Roger Penrose und Andrea Ghez den Nobelpreis für Physik für Forschungen an Schwarzen Löchern. Er ist Direktor des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching bei München und Honorarprofessor an der LMU München.

Ferenc Krausz erhielt 2023 zusammen mit Pierre Agostini und Anne L’Huillier den Nobelpreis für Physik für ihre Leistungen zur Begründung der Attosekundenphysik. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik / Laserphysik an der LMU und Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching.

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