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Liebe im Dreiklang
Liebe im Dreiklang ist eine Operette in drei Akten des Komponisten Walter Wilhelm Goetze. Das Libretto verfassten Walter Wilhelm Goetze und Emil Malkowsky.
Inhalt4 Abschnitte
Überblick und Einordnung
Liebe im Dreiklang ist eine Operette in drei Akten von Walter Wilhelm Goetze. Das Libretto stammt von Walter Wilhelm Goetze und Emil Malkowsky. Das Werk ist deutschsprachig und wurde am 15. November 1950 im Stadttheater Heidelberg uraufgeführt.
Die Handlung spielt kurz nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges in einer Stadt irgendwo im Fränkischen. Im Mittelpunkt stehen der als Mucki Nix auftretende Graf Nepomuk von Westernhain und die adelige Carola von Ebernstein. Weitere wichtige Figuren sind Carolas Onkel Kunibert, die Kammerzofen Rosamunde und Hildegunde, der Schneidermeister Knipperling und sein Sohn Hannes sowie der Schneidermeister Flock. Ein zentrales Handlungselement ist ein vorübergehend eingeführtes Gesetz, das Männern wegen des Frauenüberschusses nach dem verlorenen Krieg die Heirat mit zwei Frauen erlaubt.
Handlung
Im ersten Akt arbeitet Schneidermeister Knipperling in seinem Laden und seiner Werkstatt an einem Kostüm für Carola von Ebernstein. Sein Sohn Hannes hat gleichzeitig Liebesprobleme: Er macht sowohl Hildegunde als auch ihrer Cousine Rosamunde, beiden Kammerzofen, den Hof. Nach Streitigkeiten gelingt es ihm jeweils, die beiden Frauen zu versöhnen.
Ein unbekannter, gut aussehender junger Mann erscheint auf dem Marktplatz. Er nennt sich Mucki Nix und macht den Mädchen der Stadt Komplimente. Obwohl er weder Papiere noch einen Gesellenbrief besitzt, nimmt Knipperling ihn probeweise als Schneidergesellen auf. Mucki erzählt Hannes, dass er sein gesamtes Vermögen im Spiel verloren hat und vor seinen Gläubigern flieht. Die Mädchen kleiden ihn zunächst elegant ein. Als Carola zur Anprobe kommt, verlieben sie und Mucki sich sofort ineinander. Carola bittet ihn, ihr das fertige Kostüm noch am selben Tag persönlich nach Gut Ebernstein zu bringen.
Ein Stadtschreiber verkündet anschließend ein neues Gesetz: Um dem Frauenüberschuss nach dem Krieg entgegenzuwirken, darf jeder Mann zwei Frauen heiraten. Hannes beschließt deshalb, Hildegunde und Rosamunde zu heiraten und eine Ehe zu dritt zu führen.
Im zweiten Akt wird auf Gut Ebernstein die Hochzeit gefeiert. Hannes’ Ehe erweist sich jedoch als konfliktreich, da es ständig zu Zänkereien zwischen den drei Ehepartnern kommt. Kunibert erkennt, dass Mucki dem Grafen Nepomuk von Westernhain auffallend ähnlich sieht und diesem Geld schuldet. Auch Carola hat Muckis wahre Identität inzwischen entdeckt, bleibt ihm aber zunächst treu. Beide gestehen sich erneut ihre Liebe und geben ihre Verlobung bekannt.
Die Situation eskaliert, als der Augsburger Schneidermeister Flock erscheint und die Bezahlung von drei Kostümen für seine Ehefrau fordert. Mucki gesteht nun, dass er bereits verheiratet ist und sich vergeblich um die Scheidung von seiner untreuen Ehefrau bemüht hat. Carola wendet sich daraufhin von ihm ab.
Der dritte Akt spielt zwei Monate später erneut auf Gut Ebernstein. Beim Schachspiel erfährt Carola vom Oberrichter, dass Muckis Scheidungsurteil inzwischen rechtskräftig geworden ist. Mucki arbeitet bei Knipperling seine Schulden ab und befriedigt seine Gläubiger. Dabei entwickelt er sich zu einem besonders sachkundigen Kenner der Damenbekleidung und zu einem Meister seines Fachs.
Carola bestellt ihn auf das Schloss und bittet ihn, ausgewählte Seidenstoffe für ein Brautkleid zu liefern. Hannes ist von seiner Ehe zu dritt inzwischen völlig desillusioniert; beide Frauen verweigern sich ihm, und Hildegunde hat sich einem anderen Verehrer zugewandt. Hannes und Rosamunde erkennen, dass sie lieber zu zweit sein möchten. Mucki bringt Carola die Stoffe und erhält von ihr sein Scheidungsurteil. Nun finden auch Mucki und Carola wieder zueinander. Kunibert erlässt seinem Schwiegerneffen die Schulden. Das Gesetz über die Ehe zu dritt wird aufgehoben, nachdem sich alle Dreierpaare darüber beschwert haben.
Musikalische Gestaltung und Wirkung
Liebe im Dreiklang gehört zu Goetzes Spätwerk und, wie seine früheren Operetten Adrienne (1926) und Schach dem König (1935), zum Typus der Operette mit historischem Sujet. Goetze wollte mit seinen Kompositionen einen musikalischen Gegenpunkt zu den in den 1920er Jahren beliebten Schlager- und Nummernoperetten setzen.
Kennzeichnend sind größere musikalische Ensembles, darunter Soli mit Chor, Duette, Terzette, Quartette und Quintette, häufig ebenfalls mit Chor, sowie ausgearbeitete Finali. Diese Merkmale finden sich auch in Liebe im Dreiklang.
Im Gegensatz zu früheren Operetten Goetzes erzielte das Werk keinen dauerhaften Bühnenerfolg und geriet nahezu völlig in Vergessenheit. Das frivol-anzügliche Thema der Vielweiberei führte bereits vor der Uraufführung zu Protesten kirchlicher Kreise. Als möglicher Grund für den Misserfolg wird außerdem genannt, dass nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges tatsächlich viele Frauen ohne Männer lebten und die Zeit für einen ironischen Umgang mit diesem Thema noch nicht reif war.
Rundfunkaufnahme und Quellen
Im Juni 1951 entstand beim Westdeutschen Rundfunk in Köln eine Gesamtaufnahme der Operette unter der musikalischen Leitung von Franz Marszalek, der als Kenner von Goetzes Operetten galt. Die Rolle des Mucki Nix übernahm kurzfristig der deutsche Tenor Peter Anders, weil der ursprünglich vorgesehene Österreicher Karl Friedrich krankheitsbedingt unerwartet absagen musste. Für die Hauptrollen wurden Irmgard Först und Paul Bürks als Sprecher verpflichtet.
Die Rundfunkaufnahme wurde später von mehreren Labels als CD wiederveröffentlicht; außerdem erschienen Ausschnitte und musikalische Höhepunkte auf CD. Die Aufnahme von 1951 nennt folgende Besetzung: Peter Anders als Mucki Nix, Ilse Hübener als Carola von Ebernstein, Ruth Zillger als Rosamunde, Edith Teichmann als Hildegunde, Willy Hofmann als Hannes Knipperling und Willy Schneider als Flock. Es wirkten der Kölner Rundfunkchor und das Kölner Rundfunkorchester mit. Als CD-Ausgabe wird Line Music Service 5.01301 (2 CD) genannt. Weitere Literaturangaben sind die Booklets zu Liebe im Dreiklang, Line Music Service 5.01301, und Traumland der Operette: Adrienne. Liebe im Dreiklang, Membran 231708.