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Laurentius Ulrich Englisch

Laurentius Ulrich Englisch OFM (* 10. Oktober 1939 in Beuthen als Ulrich Englisch) ist ein deutscher Ordenspriester, Kunsterzieher und bildender Künstler.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Person und Lebensweg
  2. 2. Kunst und zentrale Themen
  3. 3. Stationsbilder zum Lichtreichen Rosenkranz
  4. 4. Gedenksäule in Haltern

Person und Lebensweg

Laurentius Ulrich Englisch OFM, bürgerlich zunächst Ulrich Englisch, ist ein deutscher Ordenspriester, Kunsterzieher und bildender Künstler. Er wurde am 10. Oktober 1939 als Ulrich Maria Georg Englisch in Beuthen O/S als zweites Kind des Standesbeamten Georg Englisch und der Schneiderin Elisabeth Englisch, geborene Domogalla, geboren.

Schon als Kind zeigte sich sein künstlerisches Talent. Mit acht Jahren malte er Porträts und Landschaften in Öl. Nach der Grundschule an der sowjetisch geleiteten atheistischen Musterschule TPD besuchte er das Liceum Technik Plastycznych im damaligen Stalinogród, dem heutigen Katowice, und gewann dort einen Wettbewerb junger Künstler.

1954 zog seine Familie nach Westdeutschland. Nach Aufenthalten im Notauflager Stukenbrock und in Düsseldorf besuchte Englisch zunächst die letzten Klassen der Realschule und anschließend die Oberstufe des Lessing-Gymnasiums, wo er das Abitur ablegte. Sein Kunstlehrer war Heinz Mack. Außerdem lernte er Erwin Heerich kennen; gemeinsam mit ihm gab er Werkunterricht an der Volkshochschule Düsseldorf.

Am 14. April 1962 trat Englisch in die Kölnische Ordensprovinz des Franziskanerordens ein. Er erhielt den Ordensnamen Laurentius, den er zusammen mit seinem bürgerlichen Namen als Künstler verwendet. Nach dem Noviziat im Kloster Rietberg studierte er Philosophie und Theologie an der Philosophisch-theologischen Hochschule der Bayerischen Franziskanerprovinz in München. Am 27. Juli 1968 wurde er zum Priester geweiht.

Danach arbeitete er als Präfekt für die Mittelstufe im Internat des Franziskanerklosters Vossenack und leitete dort eine Schülerwerkstatt für Werken und Bildhauerei. Von 1970 bis 1975 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf, unter anderem als Meisterschüler von Joseph Beuys und Beate Schiff. Anschließend war er bis zu seiner Pensionierung Kunsterzieher und Religionslehrer am Franziskus-Gymnasium Vossenack, zuletzt als Studiendirektor.

Englisch lebt im Franziskanerkloster Vossenack. Dort ist eine öffentlich zugängliche Dauerausstellung seiner Werke eingerichtet. Er ist weiterhin künstlerisch und seelsorglich tätig, auch in der Migrantenseelsorge. Außerdem war er Seelsorger im 2006 von der Ordenskongregation aufgehobenen Karmelitinnenkloster in Zweifall und betreute die verbliebenen Ordensfrauen auch nach der Schließung.

Kunst und zentrale Themen

Laurentius Ulrich Englisch gestaltet vor allem religiöse Themen in Grafik, Relief und Skulptur. Werke von ihm stehen als Gedenk- und Meditationsbilder im rheinisch-westfälischen Raum, in den Niederlanden, Belgien, Polen, Israel, Paraguay, Kamerun und Taiwan. Seine Arbeiten verbinden sinnliche und spirituelle Darstellung. Dabei weichen sie von klassischen Mustern der Ikonographie, also der traditionellen Bildsprache religiöser Darstellungen, ab.

Seine Erfahrungen in der kommunistischen Nachkriegszeit prägen sein Kunstverständnis. Die sowjetische Besatzungsmacht erlebte er als bedrückend; Armut, Hunger und Einschüchterung ließen ihn die Kirche als Ort der Freiheit und Beheimatung erfahren.

Ein zentrales Thema seiner Kunst ist der religionsübergreifende Bezug auf den ganzen Menschen. Englisch behandelt grundlegende Erfahrungen wie Liebe und Tod, Freude und Leid, Laster und Zärtlichkeit sowie Verwandlung und Auferstehung. Besonders häufig greift er biblische Erzählungen auf, um sie für Menschen der Gegenwart anschaulich zu machen und in allgemein gültige Zusammenhänge zu übertragen.

In der Tradition des Franziskus von Assisi stellt seine Kunst eine heilsame Verbindung von Mensch, Tier und Natur dar. Die geschwisterliche Beziehung zwischen Mensch und Natur soll einen Ausweg aus der Wachstumsfalle zeigen. Für Franziskus geht diese Beziehung über ein bloßes Nützlichkeitsdenken hinaus. Englisch misst Kunst außerdem eine zentrale gesellschaftspolitische Bedeutung bei. Damit steht sein Verständnis in Beziehung zu Joseph Beuys’ erweitertem Kunstbegriff der „Sozialen Plastik“.

Viele Werke haben einen biographischen Bezug, etwa Darstellungen seiner kranken Schwester, seiner Mutter und seiner Mitbrüder. Für Englisch gehören auch Heilen und Pflegen zur Kunst. Bereits während seines Studiums betreute er kranke und behinderte Menschen in einem Blinden- und Altenheim. Später pflegte er seine an Krebs erkrankte Schwester und seine alte Mutter bis zu deren Tod.

Zu den im Artikel genannten Arbeiten gehören „Die Vogelpredigt des hl. Franziskus“ von 2015 mit einer Höhe von 500 cm, die Bronzeplastik „Tanz mit dem Wolf“ und „Mann – Von der Fläche in den Raum“ von 1975 aus Marmor mit Kohlenstoff, 200 × 50.

Stationsbilder zum Lichtreichen Rosenkranz

Eine Werkgruppe von Englisch sind Stationsbilder zum Lichtreichen Rosenkranz in Neviges, Marienberg. Die fünf genannten Stationen behandeln zentrale Ereignisse aus dem Leben und Wirken Jesu:

  • Taufe Jesu
  • Hochzeit zu Kana
  • Das Reich Gottes kommt
  • Verklärung Jesu
  • Geschenk der Eucharistie

Gedenksäule in Haltern

In Haltern wird eine Gedenksäule der Oberschlesier auf dem Annaberg genannt. Der Artikel zeigt dazu außerdem einen Ausschnitt der Gedenksäule.

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