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Landkreis Freising

Der Landkreis Freising liegt im Nordosten des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern und gehört zur Region München. Die Nähe zur bayerischen …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Orte und Gemeinden
  3. 3. Entstehung und Entwicklung
  4. 4. Bevölkerung und Politik
  5. 5. Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr
  6. 6. Einrichtungen, Tourismus und Natur

Überblick und Lage

Der Landkreis Freising ist ein Landkreis in Bayern im Regierungsbezirk Oberbayern und Teil der Region München. Verwaltungssitz ist Freising. Seine Fläche beträgt 799,83 km²; am 31. Dezember 2025 hatte er 184.399 Einwohner und damit eine Bevölkerungsdichte von 231 Einwohnern je km². Der Kreisschlüssel lautet 09 1 78, das Kfz-Kennzeichen FS. Der Landkreis besteht aus 24 Gemeinden.

Seine Lage nahe München, die Nahverkehrsanbindung im Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) und der teilweise auf seinem Gebiet liegende Flughafen München machen ihn zu einem wichtigen Wohn- und Wirtschaftsstandort. Im Wirtschaftskraft-Ranking der Zeitschrift Focus belegt er Platz 3 unter den deutschen Landkreisen, hinter den Nachbarlandkreisen München und Pfaffenhofen.

Das Gebiet umfasst vor allem das Donau-Isar-Hügelland im Norden und in der Mitte. Im äußersten Süden sowie an der östlichen Grenze liegen Ausläufer der Münchener Schotterebene: Freisinger und Erdinger Moos. Isar, Amper und Glonn sind Gewässer erster Ordnung. Die Isar fließt von Südwesten nach Nordosten; Amper und ihr Nebenfluss Glonn verlaufen westöstlich. Nachbarkreise sind Kelheim, Landshut, Erding, München, Dachau und Pfaffenhofen an der Ilm.

Orte und Gemeinden

Die größte Gemeinde ist die Große Kreisstadt Freising mit 45.118 Einwohnern, mit Nebenwohnsitzen 48.462. Es folgen Neufahrn bei Freising mit 18.973 Einwohnern, mit Nebenwohnsitzen 21.156, und die Stadt Moosburg an der Isar mit 17.487 Einwohnern (jeweils 31. Dezember 2025). Moosburg ist zugleich die älteste Stadt im Landkreis: Sie erhielt 1331 das Stadtrecht, Freising 1359.

Zu den zwei Städten gehören Freising und Moosburg an der Isar, zu den Märkten Au in der Hallertau und Nandlstadt. Die weiteren Gemeinden sind Allershausen, Attenkirchen, Eching, Fahrenzhausen, Gammelsdorf, Haag an der Amper, Hallbergmoos, Hohenkammer, Hörgertshausen, Kirchdorf an der Amper, Kranzberg, Langenbach, Marzling, Mauern, Neufahrn bei Freising, Paunzhausen, Rudelzhausen, Wang, Wolfersdorf und Zolling.

Vor der Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis 69 Gemeinden. Die Stadt Freising war damals kreisfrei, blieb aber Sitz der Kreisverwaltung. Einige frühere Gemeinden wurden eingemeindet oder anderen Landkreisen zugeordnet; Bruckberg gehört heute zum Landkreis Landshut.

Entstehung und Entwicklung

Vor 1803 gehörte das Kreisgebiet überwiegend zu Bayern und war den Landgerichten Kranzberg und Moosburg zugeordnet. Das Hochstift Freising mit der Stadt Freising und der Grafschaft Ismaning war dagegen ein geistliches Herrschaftsgebiet. Es wurde 1802 säkularisiert, also von kirchlicher in weltliche Herrschaft überführt, und dem Kurfürstentum Bayern eingegliedert. 1803 blieb das Landgericht Moosburg bestehen; Anfang 1804 wurde das Landgericht Kranzberg aufgelöst und das Landgericht Freising eingerichtet. Beide gehörten seit 1808 zum Isarkreis, ab 1838 zu Oberbayern.

Am 1. Juli 1862 wurden beide Landgerichtsbezirke zum Bezirksamt Freising vereinigt. Die Landgerichte bestanden als Gerichtsbehörden bis 1879 weiter und wurden dann Amtsgerichte. Mit der Bildung des Bezirksamts wurde Freising kreisunmittelbare Stadt. Am 1. Februar 1927 kam Pfrombach vom Bezirksamt Erding hinzu. Am 1. Januar 1939 erhielt das Bezirksamt wie im gesamten Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis.

Freising wurde am 1. April 1940 in den Landkreis eingegliedert, am 8. Februar 1946 aber erneut ausgegliedert. Die bayerische Gebietsreform vom 1. Juli 1972 vergrößerte den Landkreis: Freising wurde wieder eingegliedert und erhielt den Status einer Großen Kreisstadt. Hinzu kamen elf Gemeinden aus dem aufgelösten Landkreis Mainburg sowie Fahrenzhausen aus dem Landkreis Dachau. Am 1. Mai 1978 kam Goldach von Notzing im Landkreis Erding zu Hallbergmoos; zugleich ging Bruckberg an den Landkreis Landshut.

Der am 11. Mai 1992 eröffnete Flughafen München liegt zu 51 % seiner Fläche in drei Landkreisgemeinden: im Südwesten in Hallbergmoos, im Nordwesten einschließlich Besucherpark in Freising und mit rund 2,8 ha an der Nordgrenze in Marzling.

Bevölkerung und Politik

Die Bevölkerung ist stark gewachsen: Von 122.369 Einwohnern 1988 stieg sie bis 2018 auf 179.116, also um 56.747 Einwohner oder 46,4 %. Von 1988 bis 2008 betrug der Zuwachs über 43.000 Einwohner beziehungsweise etwa 35 %; dies war die zweithöchste prozentuale Zunahme eines bayerischen Landkreises nach Erding. Die Einwohnerzahl stieg von 32.763 im Jahr 1840 auf 184.399 im Jahr 2025. Nach dem Zensus 2022 waren 43,5 % katholisch, 8,7 % evangelisch; 47,8 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.

Der Kreistag hat 70 Sitze. Bei der Kommunalwahl am 14. März 2026 lag die Wahlbeteiligung bei 60,9 %. Die Sitzverteilung lautet: CSU 20, Freie Wähler (FW) 13, Grüne 12, AfD 7, Freisinger Mitte (FSM) 6, SPD 5, Die Linke 3, ÖDP 2 und FDP 2. Die beiden neuen Wählergruppen Freising für Alle und fresh! wurden wegen fehlender gültiger Unterstützungsunterschriften knapp nicht zugelassen. Landrätin ist seit dem 1. Mai 2026 Susanne Hoyer (CSU).

Wichtige Ausschüsse des Kreistags sind der Kreisausschuss, der Jugendhilfeausschuss sowie Ausschüsse für Planung, Umwelt, Tourismus, Landkreisentwicklung und Infrastruktur, für Schule, Kultur und Sport sowie für demographische und soziale Fragen. Das Kreiswappen zeigt unter einem Schildhaupt mit bayerischen Rauten einen Mohrenkopf und eine silberne Rose. Die Rauten stehen für die alten herzoglichen Ämter Kranzberg und Moosburg, der Kopf für das ehemalige Hochstift Freising und die Rose für die Grafen von Moosburg.

Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr

Im Zukunftsatlas 2019 erreichte der Landkreis Platz 34 von 401 deutschen Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten und zählt damit zu Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“. Die Arbeitslosenquote lag im Juni 2025 bei 3,2 %. Drei Viertel der Leistungskraft entstehen in Handel, Verkehr und Dienstleistungen, nur noch 1 % in der Landwirtschaft. Wichtige Bereiche sind neben mittelständischen Betrieben Biotechnologie, Logistik, Ernährung und Lebensmittelwissenschaften sowie Informations- und Kommunikationstechnologie. Der Landkreis wächst um etwa 2.000 Menschen jährlich; mit einem Altersdurchschnitt von 38 Jahren hat er die jüngsten Einwohner Bayerns.

In Weihenstephan befinden sich das Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der Technischen Universität München sowie seit 1971 die Hochschule Weihenstephan. Das Wissenschaftszentrum deckt insbesondere die Lebensmittelkette von Pflanzen- und Tierzucht über Agrar- und Forstwissenschaften bis zur Ernährungswissenschaft und -medizin ab; rund 3.500 Studierende bereiten sich dort auf Berufe vor.

Der Landkreis gehört seit 1988 zum MVV. Die S-Bahn-Linien S1 und S8 bedienen sechs Stationen. In Neufahrn werden S1-Züge geteilt und vereinigt: Ein Zugteil fährt zum Flughafen, der andere nach Freising. Auf der Strecke München–Freising–Moosburg–Landshut verkehren RE 2, RE 3, RE 25 und RB 33; der ÜFEX RE 22 verbindet Regensburg über Landshut, Moosburg und Freising mit dem Flughafen und fährt seit dem Fahrplan 2024 zweistündlich bis Nürnberg Hbf. Straßenverbindungen bestehen über A 9, A 92 sowie B 301, B 11 und B 13.

Einrichtungen, Tourismus und Natur

Das Klinikum Freising ist ein akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München und wird von der Krankenhaus Freising GmbH betrieben. Der Landkreis trägt mehrere weiterführende Schulen, darunter Förderzentrum, Gymnasien, Realschulen, Wirtschaftsschule, Fachober-/Berufsoberschule und Staatliches Berufliches Schulzentrum.

Touristische Hauptziele sind der Domberg in Freising mit Diözesanmuseum und Altstadt sowie das Kastulusmünster in Moosburg an der Isar. Durch das Gebiet führen der Isar-Radweg, der 201 km lange Ammer-Amper-Radweg und der Fernradweg München–Regensburg–Prag. Ein Teil der Hallertau, des größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiets der Welt, liegt im Landkreis.

Im Landkreis gibt es sieben Naturschutzgebiete, fünf Landschaftsschutzgebiete, sechs FFH-Gebiete und mindestens vier vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand April 2016). Außerdem liegt ein Teil des Großschutzgebietes Naturwald Auwälder an der mittleren Isar im Kreisgebiet.

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