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Ladislaus Postumus

Ladislaus Postumus · 1 Herkunft · 2 Kindheit. 2.1 Nachfolge in Ungarn; 2.2 Nachfolge in Böhmen · 3 Befreiung aus der Vormundschaft · 4 Tod und Folgen · 5 Quellen · 6 …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Herkunft und umstrittene Kindheit
  2. 2. Königtum in Ungarn
  3. 3. Königtum in Böhmen
  4. 4. Befreiung aus der Vormundschaft
  5. 5. Tod und politische Folgen

Herkunft und umstrittene Kindheit

Ladislaus Postumus (* 22. Februar 1440, nach einer zeitgenössischen Quelle bereits in der Nacht zum 21. Februar, in Komorn; † 23. November 1457 in Prag) war Herzog von Österreich, König von Böhmen und als Ladislaus V. König von Ungarn. Sein Beiname „Postumus“ bedeutet „Nachgeborener“, weil er erst nach dem Tod seines Vaters geboren wurde.

Er war der Sohn Elisabeths von Luxemburg und Albrechts V. von Österreich, der ab 1438 als Albrecht II. römisch-deutscher König sowie König von Ungarn, Kroatien und Böhmen war. Elisabeth war die Tochter Kaiser Sigismunds. Rechtlich war Ladislaus von Geburt an Herzog von Österreich und König von Ungarn und Böhmen; tatsächlich waren seine Ansprüche in allen Ländern politisch umstritten.

In Ungarn versuchte Elisabeth, den Thronanspruch ihres ungeborenen Kindes durchzusetzen. Sie lehnte die Forderung der ungarischen Magnaten ab, den polnischen König Władysław III. zu heiraten, weil dadurch die Rechte ihres erwarteten männlichen Erben gefährdet worden wären. Kurz vor Ladislaus’ Geburt ließ sie die Stephanskrone heimlich von Visegrád nach Komorn bringen. Am 15. Mai 1440 wurde der zweimonatige Ladislaus in Stuhlweißenburg mit dieser Krone zum König von Ungarn gekrönt. Władysław III. ließ sich am 17. Juli 1440 ebenfalls zum König krönen, worauf ein fast zweijähriger Bürgerkrieg folgte.

Nach Albrechts Testament sollte Ladislaus gemeinsam von seiner Mutter, dem Familienoberhaupt der Leopoldinischen Linie und einem Regentschaftsrat betreut werden. Elisabeth bestimmte zunächst Herzog Albrecht VI. zum Vormund, musste sich aber wegen des Krieges Friedrich III. annähern. Am 23. August 1440 übergab sie Ladislaus zusammen mit der Stephanskrone an Friedrich III., der sein offizieller Vormund wurde. Ladislaus wurde zunächst in Wiener Neustadt erzogen. Nach Elisabeths Tod am 19. Dezember 1442 in Raab war er Waise; seine ältere Schwester Elisabeth und die Hofdame Helene Kottannerin blieben wichtige Bezugspersonen.

Königtum in Ungarn

Nachdem Władysław III. am 10. November 1444 im Kampf gegen die Osmanen in der Schlacht bei Warna gefallen war, erkannte ein Reichstag in Pest Ladislaus am 7. Mai 1445 formell als König Ladislaus V. von Ungarn an. Die tatsächliche Regierung lag jedoch beim Reichsverweser Johann Hunyadi, den die ungarischen Stände am 6. Juni 1446 gewählt hatten.

Für eine erneute, persönlich von Ladislaus vollzogene Krönung sollte der junge König nach Ungarn kommen. Friedrich III. verweigerte seine Übergabe. Seine ungarischen Gegner warfen ihm deshalb vor, Ladislaus als politisches Pfand auf Schloss Orth festzuhalten. Hunyadi fiel daraufhin in Österreich ein. Nach den verlustreichen Kämpfen gegen die Türken in der Schlacht auf dem Amselfeld am 18. Oktober 1448 musste er sich jedoch mit Friedrich einigen.

Der Vertrag von Pressburg vom 22. Oktober 1450 legte fest, dass Ladislaus bis zu seinem 18. Lebensjahr bei Friedrich bleiben sollte. Hunyadi führte bis dahin als Reichsverweser die Regierung in Ungarn. Erst nach Ladislaus’ Befreiung aus der Vormundschaft übernahm er am 1. Januar 1453 die Herrschaft selbst.

Königtum in Böhmen

Auch in Böhmen wurde Ladislaus zunächst nicht als König anerkannt. Ein großer Teil des Adels akzeptierte zwar grundsätzlich seine Thronansprüche, verlangte aber, dass er unter der Vormundschaft des böhmischen Hochadels in Prag erzogen und erst danach gekrönt werde. Die Partei der Utraquisten widersetzte sich seiner Thronfolge.

Nach Jahren der Anarchie nahm der mährische Adlige Georg von Podiebrad 1448 Prag ein. Friedrich III. übertrug ihm 1451 die Reichsverweserschaft. Podiebrad verzichtete dafür auf die Überstellung Ladislaus’ nach Böhmen. Gleichzeitig wurden die Forderungen der böhmischen und österreichischen Stände nach seiner Freilassung immer stärker.

Nach Ladislaus’ Befreiung begannen in Znaim Verhandlungen mit Georg von Podiebrad. Am 28. Oktober 1453 wurde Ladislaus durch den Olmützer Bischof Johannes XIII. Haes zum König von Böhmen gekrönt und dort vergleichsweise problemlos anerkannt. Auf dem Weg nach Breslau zur Huldigung der Stände besuchte er am 29. und 30. September 1454 Görlitz. Podiebrad, der sich nach dem Artikel „wie ein Vater“ um ihn kümmerte, begleitete ihn.

Befreiung aus der Vormundschaft

Die Auseinandersetzung um Ladislaus’ Freilassung war zugleich ein Machtkampf zwischen Friedrich III. und den österreichischen sowie böhmischen Ständen. Am 14. Oktober 1451 schlossen unter Ulrich von Eyczing 39 Herren und Ritter sowie Vertreter ober- und niederösterreichischer Städte auf Schloss Mailberg ein Bündnis gegen Friedrich. Als offizieller Anlass galt die Entlassung Ladislaus’ aus der Vormundschaft; vor allem die österreichischen Stände wollten jedoch ihren eigenen Einfluss stärken.

Auch die böhmische Aristokratie drängte Friedrich, der sich am 19. März 1452 in Rom zum Kaiser krönen ließ, zur Freigabe des jungen Königs. Friedrich lehnte mit der Begründung ab, Ladislaus sei noch nicht volljährig. Daraufhin zog ein böhmisches Heer unter Heinrich von Rosenberg nach Österreich, vereinigte sich mit den dortigen Aufständischen und griff am 28. August Friedrichs Residenz in Wiener Neustadt an.

Am 4. September 1452 erreichten die vereinigten Stände unter Ulrich von Eyczing und Graf Ulrich von Cilli nach kurzer Belagerung die „Übergabe“ beziehungsweise „Befreiung“ Ladislaus’. Am 6. September zog er feierlich in Wien ein. Johann Hunyadi legte am 1. Januar 1453 seine Reichsverweserschaft in Ladislaus’ Hände. Anschließend übernahm Ulrich von Cilli zunehmend die politische Beratung des jungen Königs.

In Ungarn geriet Cilli bald mit den Hunyadis in Konflikt. Diese waren der Ansicht, sie trügen die Hauptlast im Kampf gegen die Osmanen, während Cilli und Ladislaus untätig blieben. Nach der Belagerung und Entsetzung Belgrads 1456 starb Johann Hunyadi an einer Seuche. Ulrich von Cilli wurde in Belgrad von Ladislaus Hunyadi, einem Sohn Johann Hunyadis, getötet. Die spätere Hinrichtung Ladislaus Hunyadis löste in Ungarn große Empörung aus. Ladislaus Postumus zog daraufhin von Buda nach Prag.

Tod und politische Folgen

Ladislaus Postumus starb am 23. November 1457 in Prag, noch vor seinem 18. Geburtstag und kurz vor seiner geplanten Hochzeit mit Magdalena von Frankreich, einer Tochter Karls VII.

Die frühere Vermutung, er sei ermordet worden, galt zwar als ziemlich plausibel. Nach der Öffnung seines Sarges im Jahr 1984 und der interdisziplinären Untersuchung seines Skeletts ist jedoch gesichert, dass er an lymphatischer Hämoblastose, einer Erscheinungsform der Leukämie, starb. An seinem Skelett fanden sich die für diese Krankheit typischen Knochenveränderungen.

Mit seinem Tod erlosch die von Albrecht III. begründete Albertinische Linie des Hauses Habsburg in männlicher Linie. Zugleich endete die Personalunion von Österreich, Ungarn und Böhmen. Nach weiteren Konflikten und Kriegen folgten Friedrich III. im Herzogtum Österreich, Matthias Corvinus im Königreich Ungarn und Georg von Podiebrad im Königreich Böhmen. Georg wurde damit der einzige hussitische König Böhmens. Der Versuch, die drei Länder unter habsburgischer Oberherrschaft zu einer Gesamtherrschaft im östlichen Mitteleuropa zu verbinden, war zum zweiten Mal gescheitert.

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