Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Kriegsküche
Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs starben über 700.000 deutsche Zivilisten, was etwa 35 Prozent der Gefallenen auf den Schlachtfeldern entsprach. Damit kamen …
Inhalt4 Abschnitte
Aufgabe und Bedeutung
Kriegsküchen waren Einrichtungen zur Versorgung großer Teile der Zivilbevölkerung im Ersten Weltkrieg. Sie sollten während der schweren Ernährungskrise vor allem Menschen in den Städten mit Essen versorgen und dadurch die schlimmsten Folgen des Mangels verhindern. Ausgegeben wurden überwiegend Suppen.
Ursachen der Ernährungskrise
Massenküchen hatte es schon vor dem Krieg in fast allen großen Verbrauchsmittelpunkten des Deutschen Reichs als Volksküchen gegeben. Während des Ersten Weltkriegs verschlechterte sich die Lebensmittelversorgung der Zivilbevölkerung in den kriegführenden Ländern.
Im Deutschen Reich sank die Nahrungsmittelproduktion. Zugleich gingen die wichtigen Lebensmittelimporte stark zurück. Eine wesentliche Ursache waren die Blockademaßnahmen der Ententestaaten, besonders die Britische Seeblockade in der Nordsee. Die daraus entstehende Ernährungskrise traf vor allem die Stadtbevölkerung.
Einrichtung und Verbreitung
Bereits 1915 begannen wohltätige Vereine, sogenannte Kriegsküchen einzurichten. Die Zahl der Massenspeisungseinrichtungen stieg anschließend deutlich:
- Im Oktober 1916 bestanden in 357 Gemeinden insgesamt 1457 Einrichtungen.
- Im Februar 1917 gab es unter den 563 Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern in 472 Gemeinden insgesamt 2207 Einrichtungen.
Folgen von Hunger und Krankheit
Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs starben über 700.000 deutsche Zivilisten. Diese Zahl entsprach etwa 35 Prozent der auf den Schlachtfeldern Gefallenen. Zwischen 1914 und 1918 kamen damit mehr deutsche Zivilisten durch Hunger und Krankheit ums Leben, als im Zweiten Weltkrieg durch die alliierten Bombenangriffe getötet wurden.