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Kopulasatz
Im Kopulasatz setzt sich das Prädikat aus einer Kopula und einem prädikativ verwendeten Nomen oder Adjektiv zusammen. Die Kopula macht dabei aus einem Nicht- …
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Grundprinzip
Der Kopulasatz ist eine Art des Nominalsatzes. In einem regulären Satz bildet ein prädikatives Verb das alleinige Prädikat, also die Satzaussage. Im Kopulasatz leitet dagegen ein nichtprädikatives Verb das Prädikat nur ein.
Das Prädikat besteht aus der Kopula und einem prädikativ verwendeten Nomen oder Adjektiv. Die Kopula macht dabei aus einem Nicht-Verb ein Verb. Sie hat kaum eine eigene Bedeutung und zeigt vor allem die Flexion des Prädikats an; deshalb gilt sie als bedeutungsleer.
Bedeutung und Bildung
Das deutsche Verb sein ist die wichtigste Kopula. Die mit sein gebildete Satzaussage kann zwei Grundbedeutungen haben:
- Identifizierend: „Es ist Rolf.“ Das Prädikatsnomen „Rolf“ identifiziert den Satzgegenstand.
- Klassifizierend: „Er ist ein Esel.“ Das Prädikatsnomen „Esel“ ordnet den Satzgegenstand einer Klasse zu.
Auch ein Eigenschaftswort kann das Prädikat bilden: „Er ist schlank.“ „Schlank“ ist hier ein prädikatives Adjektiv.
Im Deutschen dienen neben sein auch heißen, werden, scheinen und bleiben zur Bildung des Kopulasatzes. Im Französischen werden außerdem sembler und paraître verwendet. Diese Verben sind semantisch nicht immer vollständig bedeutungsleer, können aber Prädikatsnomina oder prädikative Adjektive einleiten, die mit dem Satzgegenstand kongruieren. Einige Sprachen, darunter Neugriechisch und Russisch, verzichten teilweise auf eine Kopula, die semantisch einen „leeren Sinn“ haben muss.
Beispiele
Im Deutschen zeigen die Sätze „Otto ist der Stärkste“ und „Elvira bleibt die Schönste“ Kopulasätze mit prädikativem Nomen beziehungsweise substantiviertem Adjektiv.
Im Französischen enthalten „Nicole est heureuse“, „Judith semble heureuse“ und „Edith paraît heureuse“ die Kopula beziehungsweise ein kopulaähnliches Verb mit dem prädikativen Adjektiv „heureuse“.
Das Irische veranschaulicht, dass die Stellung der Bestandteile und die Kennzeichnung des Prädikats eine wichtige Rolle spielen:
- „Is é an dalta an fear.“ bedeutet „Der Mann ist der Schüler.“ Das Prädikat ist „an dalta“ („der Schüler“).
- „Is é an fear an dalta.“ kann „Der Schüler ist der Mann“ beziehungsweise „Der Mann ist der Schüler“ bedeuten. Das Prädikat ist „an fear“ („der Mann“).
- „Is mise an múinteoir.“ bedeutet „Ich bin der Lehrer.“
- „Is tusa an múinteoir.“ bedeutet „Du bist der Lehrer.“
- „Is eisean an múinteoir.“ und „Is é an múinteoir é.“ bedeuten „Er ist der Lehrer.“
- „Is é an múinteoir an fear.“ und „Is é an fear an múinteoir.“ bedeuten „Der Mann ist der Lehrer.“
- „Is é Pól an múinteoir.“ bedeutet „Paul ist der Lehrer.“