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Konsum Dresden

Die Konsum Dresden eG (Eigenschreibweise: KONSUM DRESDEN eG) ist eine Konsumgenossenschaft mit Sitz in Dresden. Sie unterhält 30 Konsum- und Frida-Märkte in …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Profil und Aufbau
  2. 2. Ursprünge und Entwicklung bis 1990
  3. 3. Neuausrichtung seit 1990
  4. 4. Auszeichnungen

Profil und Aufbau

Die KONSUM DRESDEN eG ist eine eingetragene Konsumgenossenschaft mit Sitz in Dresden und gehört zur Branche Einzelhandel. Sie unterhält 30 Konsum- und Frida-Märkte in Sachsen. Die Genossenschaft entstand 1990 durch den Zusammenschluss der Konsumgenossenschaften Dresden Stadt und Kreis Dresden-Land und gilt als Rechtsnachfolger des Konsumvereins Vorwärts für Dresden und Umgebung eG.

Im Jahr 2020 beschäftigte KONSUM DRESDEN 805 Menschen, darunter 76 Auszubildende, und erzielte einen Umsatz von 122,2 Mio. Euro. Vorstandssprecher war Sören Goldemann, weiteres Vorstandsmitglied Roger Ulke; Martin Bergner war Aufsichtsratsvorsitzender. Die Genossenschaft hatte mehr als 20.000 Mitglieder. Ihre Einlagen sind Eigentum der Genossenschaft. Als Mitglieder erhalten sie eine prozentuale Rückvergütung, Rabatte auf Einkäufe und eine Dividende. Von 2015 bis 2025 schüttete KONSUM DRESDEN etwa 3,2 Millionen Euro an Mitglieder aus.

Der Umsatz stieg von 109,5 Mio. Euro im Jahr 2018 über 111,8 Mio. Euro 2019 auf 122,2 Mio. Euro 2020. Das Jahresergebnis betrug 2020 830.000 Euro, 2019 313.769 Euro und 2018 378.000 Euro. Die Umsatzrendite, also der Anteil des Jahresergebnisses am Umsatz, lag 2020 bei 0,67 %, 2019 bei 0,28 %, 2018 bei 0,34 % und 2017 bei 0,75 %. Der Anstieg im Jahr 2020 wurde unter anderem mit dem verstärkten Einkauf während der Corona-Pandemie und der nur teilweisen Weitergabe der temporären Umsatzsteuersenkung erklärt.

Ursprünge und Entwicklung bis 1990

1882 wurde auf der Konkordienstraße in Pieschen der erste sächsische Konsumverein gegründet. Am 4. Juni 1888 entstand in Dresden der Konsumverein Vorwärts für Dresden und Umgebung eG. Grundlage sollten die Rochdaler Grundsätze sein. Besonders wichtig war die Verteilung unverfälschter und guter Waren gegen sofortige Barzahlung. Damit reagierte die Konsumgenossenschaft auf häufige Lebensmittelverfälschungen, durch die Waren im Nährgehalt herabgesetzt wurden und gesundheitliche Risiken entstehen konnten. Außerdem sollte die wirtschaftliche Abhängigkeit vom örtlichen Krämer durch das „Anschreiben lassen“ vermindert werden.

1892 wurde die Einkaufsvereinigung Dresden als vierte deutsche Einkaufsvereinigung gegründet. Solche Vereinigungen bündelten den gemeinschaftlichen Einkauf mehrerer Konsumvereine einer Region. 1894 erwarb der Konsumverein Vorwärts ein Grundstück und errichtete sein erstes eigenes Lebensmittellager. Im selben Jahr hatte er 6.238 Mitglieder und einen Jahresumsatz von 1.205.000 Mark. Er gehörte zu den Gründungsgesellschaftern der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine (GEG). Max Hoppe aus dem Vorwärts-Vorstand wurde 1897 Aufsichtsratsvorsitzender der GEG.

Dresdner Genossenschafter wirkten auch am Aufbau überregionaler Organisationen mit. Max Radestock, Geschäftsführer des Konsumvereins Pieschen, arbeitete den Satzungsentwurf für den nationalen Zentralverband deutscher Konsumvereine aus. Dessen Gründungsversammlung fand 1903 in Dresden statt; Radestock wurde ehrenamtliches Mitglied und Vorsitzender des Vorstands.

Um 1900 hatte die genossenschaftliche Eigenproduktion eine große wirtschafts- und sozialpolitische Bedeutung. 1903 beschloss die GEG die Errichtung eines großen Produktionsbetriebs für Seifen. Von den vorgesehenen 300.000 Mark zeichneten Dresdner Genossenschaften 100.000 Mark: Der Konsumverein Pieschen beteiligte sich mit 70.000 Mark, der Vorwärts mit 30.000 Mark.

1931 eröffnete der Konsumverein Vorwärts auf der Fabrikstraße seine erste eigene Fleischverarbeitungsfabrik. Das Gebäude im Stil der Neuen Sachlichkeit steht heute noch und ist denkmalgeschützt. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 wurde der Name Vorwärts entfernt und die Genossenschaft in die Verbrauchergenossenschaft Dresden überführt. Wegen nationalsozialistischer Gesetze und Verordnungen geriet sie in wirtschaftliche Schwierigkeiten und Liquiditätsnot. Nach dem Gesetz vom 21. Mai 1935 und vier Durchführungsverordnungen mussten Vorstand und Aufsichtsrat bis zum 26. Mai 1936 die Liquidation beschließen. Insgesamt gaben auf diese oder ähnliche Weise 73 deutsche Konsumgenossenschaften auf; betroffen war fast ein Drittel aller Mitglieder einer Konsumgenossenschaft. Grundstücke und Lebensmittel-Verteilerstellen in Dresden wurden enteignet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlaubte der SMAD-Befehl 176 die Neugründung von Genossenschaften. Im Dresdner Stadtgebiet entstanden 1946/48 die vier Konsumgenossenschaften Nord, Ost, Süd und West. Sie fusionierten später zu den Konsumgenossenschaften Dresden Stadt und Kreis Dresden-Land. Das 1935/36 enteignete Eigentum wurde auf die Genossenschaften übertragen. Im Zusammenhang mit der Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone mussten die Genossenschaften im Dresdner Raum 1956 bis 1959 viele Konsum-Grundstücke abgeben. 1967 entstand die erste Konsum-Kaufhalle in Dresden, 1977 eröffnete Konsum Dresden die erste eigene Gaststätte.

Neuausrichtung seit 1990

1990 schlossen sich die Konsumgenossenschaften Dresden Stadt und Kreis Dresden-Land zur Konsum Dresden eG zusammen. Ab 1991 begann ein Sanierungsprozess, in dessen Verlauf ein auf marktwirtschaftliche Strukturen ausgerichtetes Vertriebsnetz aufgebaut wurde. Seit 2000 gehören regionale und internationale Spezialitäten zum Sortiment. Aufgrund dieser Neuausrichtung erwirtschaftet die Genossenschaft seit 2004 wieder Gewinne.

Durch die Übernahme von Kaiser’s-Märkten im Jahr 2000 wurde KONSUM Marktführer in Dresden. 2002 führte die Genossenschaft die Mitglieder-Card ein. Sie ersetzte das seit 1888 bestehende Konsum-Rabattmarkenheft. 2003 eröffnete KONSUM die erste Filiale außerhalb des bisherigen Gebiets Dresden und Umgebung in Plauen/Vogtland; diese besteht weiterhin. 2005 ließ das Unternehmen als erstes Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen Deutschlands alle Filialen von TÜV Nord Cert GmbH & Co. KG mit dem Frische-TÜV zertifizieren. Wegen anhaltender Gewinne konnten 2006 erstmals 5 Prozent Dividende auf gezeichnete Geschäftsanteile ausgezahlt werden.

2007 eröffnete KONSUM den ersten Frische-Shop außerhalb Sachsens in Erlangen. Die insgesamt vier Märkte in Franken verursachten jedoch hohe Verluste und wurden wieder geschlossen. Seit August 2019 folgte Sören Goldemann als Vorstand auf Gunther Seifert. 2014 veranstaltete KONSUM erstmals eine Weinmesse; daraus entwickelte sich später „VINO – die lange Nacht der Weine“.

2018 erwirtschafteten 831 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 109,5 Mio. Euro. Frischwaren machten 54,2 % des Gesamtsortiments aus. Dabei arbeitete das Unternehmen vor allem mit Lebensmittelpartnern aus der Region zusammen. Die Mehrzahl der Beschäftigten erhielt einen Stundenlohn, der leicht über dem Mindestlohn lag; Wettbewerber zahlten in diesem Bereich deutlich mehr. Die durchschnittliche Bleibezeit der Mitarbeiter im Unternehmen betrug 14 Jahre. Das 130. Jubiläum wurde 2018 mit einem Mitarbeiterfest im Kraftwerk Mitte in Dresden gefeiert.

2019 stiegen die Einkäufe auf 10,2 Millionen Bons. Etwa 3.500 angebotene Produkte stammten aus Sachsen und erzielten 22,7 Prozent des Umsatzes. Die Umsatzrendite sank auf 0,28 %. Als erster Lebensmittelhändler europaweit erhielt KONSUM für alle Standorte die EMAS-Zertifizierung und erneuerte sie seit 2019 jedes Jahr. EMAS ist ein System zur Prüfung und Verbesserung der Umweltleistung. Seit 2016 ist die Genossenschaft außerdem Mitglied der Umweltallianz Sachsen.

Die Zentrale befindet sich seit 1993 in einem 1910 erbauten Gebäude an der Tharandter Straße mit 2.141,06 m² Fläche. Im Juni 2024 wurde dort eine Photovoltaikanlage installiert, mit der an eigenen Ladestationen Elektroautos des Fuhrparks geladen werden. Laut EMAS-Bericht 2025 bezog KONSUM DRESDEN 50 % des genutzten Stroms aus erneuerbaren Energien.

Während der Corona-Pandemie richtete die Genossenschaft im Frühjahr 2020 einen telefonisch oder per E-Mail bestellbaren Lieferservice für Mitglieder und Kunden in Quarantäne ein. Im Dezember 2020 kam ein Onlineshop hinzu, der 2–3 % des Umsatzes erwirtschaften sollte. Nach dem Ende der Pandemie wurden beide Angebote wegen fehlenden Kundeninteresses eingestellt.

Am 2. Juni 2023 feierte KONSUM DRESDEN mit Ministerpräsident Michael Kretschmer als Gast sein 135-jähriges Bestehen. Am 28. Oktober 2024 wurde bekanntgegeben, dass die Genossenschaft Mitglied der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen werden soll, sobald das Bundeskartellamt die Fusion genehmigt. Ab Februar 2026 kommunizierte eine „Preisparade“-Kampagne günstigere, durch den Lieferantenwechsel ermöglichte Preise, Aktionsangebote und EDEKA-Eigenmarken. Zugleich hielt KONSUM DRESDEN an Regionalität, Qualität und einem familiären Einkaufserlebnis fest.

Auszeichnungen

KONSUM DRESDEN erhielt zahlreiche nationale Auszeichnungen. Dazu zählen „Supermarkt des Jahres“ (2018, 2003 und in der Auflistung auch 2028), der Bio-Handelspreis (2008), „Ein Herz für Bio“ (2008, 2007), der Kreativ Award (2008, 2007), „Turnarounder des Jahres“ (2007), „Top-Arbeitgeber“ (2007), der Ehrenbrief der Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel e. V. (2006), „Ausbildungs-Ass in Gold“ (2003), der Deutsche Fruchtpreis (2001, 2002, 2004, 2022) und „Fleisch-Star“ (2001, 2024).

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