Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Kameralismus

Kameralismus ist die deutsche Variante des Merkantilismus, der herrschenden Wirtschaftspolitik im Zeitalter des Absolutismus (16.–18. Jahrhundert).

Inhalt2 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Zielsetzung
  2. 2. Staatliche Steuerung und Kameralistik

Einordnung und Zielsetzung

Kameralismus ist die deutsche Variante des Merkantilismus, der herrschenden Wirtschaftspolitik im Zeitalter des Absolutismus (16.–18. Jahrhundert). Anders als beim Merkantilismus stand nicht vor allem die Förderung des Handels im Mittelpunkt, sondern die Förderung von Landwirtschaft und Bevölkerungswachstum.

Sein vorrangiges Ziel war der Wiederaufbau des durch den Dreißigjährigen Krieg zerstörten Landes. Zunächst sollte dazu die Bevölkerungszahl steigen, etwa durch Siedlungsgründungen und die Anwerbung ausländischer Spezialisten.

Staatliche Steuerung und Kameralistik

Anschließend sollten Infrastruktur und Gewerbe ausgebaut werden. Dazu gründete man neue Manufakturen, teilweise unmittelbar durch den frühmodernen Staat. Kennzeichnend für den Kameralismus sind diese direkte staatliche Intervention und die untergeordnete Bedeutung eines freien Unternehmertums.

Die Grundlage bildete die Kameralwissenschaft, also die Staatswirtschaftslehre. Nach ihrer Vorstellung besteht der wesentliche Zweck des Staates darin, durch eine fähige Zentralverwaltung das Wohl aller Bürger zu garantieren. Dafür brauchte der Staat gut ausgebildete Beamte mit einem Studium der Kameral- oder Rechtswissenschaften. Sie sollten Staat, Wirtschaft, Rechtssystem und den Alltag der Bürger mithilfe geschulter Vernunft, klarer Methoden und der Kenntnis geltender Regeln zweckmäßig organisieren.

Kameralistik bezeichnet die öffentliche Finanzverwaltung. Der Begriff betrifft besonders die Rechnungsführung, außerdem Finanz-, Wirtschafts- und Verwaltungslehre sowie Rechts- und Polizeiwissenschaft.

Weiterlesen