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Kaliumsulfid

Verhältnisformel, K2S. Kurzbeschreibung. hygroskopischer, farbloser bis gelblicher oder braunroter nach Schwefelwasserstoff riechender Feststoff. Externe …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundlagen und Stoffdaten
  2. 2. Chemische Eigenschaften und Gefahrenreaktionen
  3. 3. Herstellung
  4. 4. Gesundheitsrisiken

Grundlagen und Stoffdaten

Kaliumsulfid ist ein Kaliumsalz des Schwefelwasserstoffs (H2S). Seine Verhältnisformel ist K2S; es wird auch Dikaliummonosulfid, Dikaliumsulfid, Kaliummonosulfid, Kalium Sulfuratum oder POTASSIUM SULFIDE (INCI) genannt. Der Stoff ist ein hygroskopischer, farbloser bis gelblicher oder braunroter Feststoff, der nach Schwefelwasserstoff riecht.

Wichtige Stoffdaten sind: molare Masse 110,26 g·mol−1, Aggregatzustand fest, Dichte 1,81 g·cm−3 bei 14 °C und Schmelzpunkt 840 °C. In Wasser ist Kaliumsulfid leicht löslich, zersetzt sich dabei aber. Die angegebenen Daten gelten, soweit nicht anders vermerkt, bei Standardbedingungen von 0 °C und 1000 hPa.

Chemische Eigenschaften und Gefahrenreaktionen

Kaliumsulfid kann sich bei Kontakt mit Luft spontan selbst entzünden. Es ist hygroskopisch, nimmt also Wasser aus der Umgebung auf; die dabei gebildeten Hydrate sind nicht brennbar. An der Luft wandelt sich Kaliumsulfid allmählich in Kaliumthiosulfat um:

2 K2S + 2 O2 + H2O → K2S2O3 + 2 KOH

Der Kontakt mit Säuren setzt giftigen Schwefelwasserstoff frei. In Gegenwart von Oxidationsmitteln entsteht Schwefeldioxid. Erschütterung oder Reibung können zur Explosion führen. Wässrige Lösungen von Kaliumsulfid sind stark basisch, das heißt sie reagieren wie starke Laugen, und reagieren heftig mit Säuren.

Herstellung

Eine mögliche Herstellung erfolgt durch Sättigung einer Kaliumhydroxidlösung mit Schwefelwasserstoff. Dabei bildet sich zuerst Kaliumhydrogensulfid. Dieses kann anschließend mit einer äquivalenten Menge Kalilauge zu Kaliumsulfid umgesetzt werden:

KOH + H2S → KHS + H2O

KHS + KOH → K2S + H2O

Aus der Lösung kristallisiert das Salz mit 5 mol Kristallwasser. Eine grobe Entwässerung führt teilweise zur Zersetzung. Im Artikel wird außerdem erwähnt, dass die bei Natriumsulfid angegebene Methode erfolgreich ist.

Grundsätzlich kann Kaliumsulfid auch durch Zusammenschmelzen von Schwefel und Kaliumcarbonat gewonnen werden. Das dabei entstehende braune Mischprodukt, Schwefelleber, wird im Handel zwar ebenfalls als Kaliumsulfid angeboten, enthält aber außer Kaliumsulfid auch Kaliumpolysulfide, Kaliumthiosulfat und Kaliumsulfat.

Gesundheitsrisiken

Kaliumsulfid wirkt auf Haut, Augen und Atemwege ätzend. Ätzend bedeutet, dass der Stoff Gewebe chemisch schädigen kann. Bei äußerem Kontakt können je nach Exposition Rötungen, Blasenbildung und Verbrennungserscheinungen auftreten.

Beim Verschlucken kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Koliken kommen. Auch beim Einatmen treten Übelkeit und Erbrechen auf. Zusätzlich werden starker Hustenreiz, Halsschmerzen und Kopfschmerzen genannt. Im schlimmsten Fall kann sich ein Lungenödem bilden, also eine gefährliche Flüssigkeitsansammlung in der Lunge.

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