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Josef Keindl

Josef A. Keindl (* 20. November 1903 als Josef August Keindl in Wien; † 16. Dezember 2007 ebenda) war ein österreichischer Gymnasiallehrer und Geograph.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Person und fachlicher Schwerpunkt
  2. 2. Ausbildung und beruflicher Weg
  3. 3. Ausgewählte Schriften und Themen

Person und fachlicher Schwerpunkt

Josef August Keindl (* 20. November 1903 in Wien; † 16. Dezember 2007 ebenda) war ein österreichischer Gymnasiallehrer und Geograph. Seine wissenschaftliche Arbeit verband Geographie, Naturwissenschaften und Pädagogik. Besonders befasste er sich mit Wirtschaftsgeographie, Physiogeographie, Naturphilosophie und Fragen des Unterrichts.

Unter Physiogeographie versteht man die Geographie der natürlichen Erscheinungen und Prozesse der Erde. Wirtschaftsgeographie untersucht dagegen die räumliche Verteilung und Entwicklung wirtschaftlicher Tätigkeiten. Keindls Veröffentlichungen behandelten außerdem grundlegende Fragen zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion sowie zur Entwicklung und den Zusammenhängen der physikalisch erfassbaren Welt.

Ausbildung und beruflicher Weg

Nach der Matura studierte Keindl an der Universität Wien Geographie und Biologie. 1926 promovierte er bei Eduard Brückner mit der geomorphologischen Arbeit „Das Pielachtal, eine talgeschichtliche Untersuchung“. Geomorphologie ist die Wissenschaft von den Formen der Erdoberfläche und ihrer Entstehung; die Dissertation untersuchte dementsprechend die Geschichte und Entwicklung eines Tales.

1927 trat Keindl als Professor für Biologie am Bundesgymnasium Wien-Penzing in den Schuldienst ein. Diese Tätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung aus; später wurde er zum Oberstudienrat ernannt.

Daneben setzte Keindl seine wissenschaftliche und hochschulische Arbeit fort. 1942 habilitierte er sich an der Universität Wien für Geographie. Eine Habilitation ist der akademische Nachweis, selbstständig in einem Fach lehren und forschen zu können. Von 1948 bis 1966 hatte er einen Lehrauftrag am Wirtschaftsgeographischen Institut der Hochschule für Welthandel. 1955 erhielt er außerdem eine Dozentur für das Fach Besondere Unterrichtslehre am Geographischen Institut der Universität Wien, die er 1968 niederlegte.

Keindl wurde 1929 Mitglied der Österreichischen Geographischen Gesellschaft. Er trat insbesondere mit Beiträgen zur Wirtschafts- und Physiogeographie, zur Naturphilosophie und zur Pädagogik hervor.

Ausgewählte Schriften und Themen

Keindls Schriften zeigen die Verbindung von Geographie, Naturwissenschaft, Philosophie und Unterricht. Zu seinen ausgewählten Veröffentlichungen gehören:

  • „Theorie der Weltraummassen“ (1934).
  • „Dehnt sich die Erde aus?: Eine geologische Studie“ (1940).
  • „‚Wir müssen wissen!‘: Probleme zwischen Naturwissenschaft und Religion“ (1941).
  • „Die kausale Fragestellung in der Erdkunde“ (Habilitationsschrift, 1942). Die kausale Fragestellung richtet sich darauf, nach Ursachen und Zusammenhängen geographischer Erscheinungen zu fragen.
  • „Wege erkundlicher Forschung Richtung und Leistung der geographischen Wissenschaft“ (1947).
  • „Altern Erde und Weltall?: Eine Untersuchung über Energiehaushalt und Einheit der physikalisch erfassbaren Welt“ (1951).
  • „Studien zur vergleichenden Erdkunde“ (1953).
  • „Die wirtschaftliche Lage Islands“ (1960).
  • „Das Geschehen im Kosmos. Naturphilosophische Erwägungen über die Zusammenhänge in der Welt“ (1965).
  • „Explosion und Expansion: Umkehr der Weltentwicklung“ (1991).

Die Titel verdeutlichen, dass Keindl sowohl konkrete geographische und wirtschaftliche Themen – etwa das Pielachtal oder Island – als auch groß angelegte naturphilosophische Fragen zur Erde, zum Weltall, zur Energie und zur Weltentwicklung behandelte.

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