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Jesper Bøje Christensen
Dezember 1944 in Kopenhagen; † 8. Juli 2026 in Frankfurt am Main) war ein dänischer Cembalist und Musikforscher, besonders auf dem Gebiet des Generalbasses.
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Person und Bedeutung
Jesper Bøje Christensen (* 3. Dezember 1944 in Kopenhagen; † 8. Juli 2026 in Frankfurt am Main) war ein dänischer Cembalist und Musikforscher. Sein besonderer Schwerpunkt war der Generalbass, also die historische Praxis, eine notierte Bassstimme mithilfe von Akkorden zu begleiten. Er verband Forschung, Lehre und musikalische Aufführungspraxis.
Lehre und fachliche Tätigkeit
Von 1972 bis 1985 lehrte Christensen historischen Tonsatz, Generalbass und Aufführungspraxis an der Königlichen Dänischen Hochschule für Musik in Kopenhagen. Seit 1988 unterrichtete er an der Schola Cantorum Basiliensis Cembalo, Generalbass, Kammermusik und Aufführungspraxis.
Außerdem war er Gastprofessor am CNSM in Lyon, am Département de musique ancienne des Genfer Konservatoriums und am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium Graz. Er gab zahlreiche Meisterkurse und wirkte als Juror bei internationalen Wettbewerben. Beim Cembalowettbewerb des MAfestival Brügge gehörte er 1992, 1995, 1998 und 2001 der Jury an. 2006 war er Jurypräsident beim Kammermusikwettbewerb Premio Bonporti in Rovereto; beim Telemann-Wettbewerb in Magdeburg übernahm er mehrfach den Vorsitz.
Forschung und Schriften
Christensens wichtigste Veröffentlichung ist „Die Grundlagen des Generalbassspiels im 18. Jahrhundert. Ein Lehrbuch nach zeitgenössischen Quellen“. Das Werk erschien 1992 bei Bärenreiter in Kassel, lag 2012 in 6. Auflage vor und wurde ins Englische, Französische, Italienische und Tschechische übersetzt.
Mit Jörg-Andreas Bötticher verfasste er außerdem den Artikel „Generalbaß“ für die zweite Ausgabe des Musiklexikons „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“.
Weitere Aufsätze behandeln die Generalbasspraxis bei Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach, das Verhältnis zwischen Solostimme und Lage der Generalbass-Aussetzung, Francesco Maria Veracinis Aussagen über das Dirigieren sowie die musikalische Bedeutung historischer Tondokumente für das Verständnis der Aufführungspraxis des 19. Jahrhunderts.
Einspielungen
Als Cembalist wirkte Christensen an Aufnahmen vor allem barocker Instrumentalmusik mit. Eingespielt wurden unter anderem Werke von Luigi Boccherini, Francesco Antonio Bonporti, Arcangelo Corelli, Francesco Geminiani, Johann Mattheson, Georg Muffat und Antonio Vivaldi. Zu seinen musikalischen Partnern gehörten Chiara Banchini, Gaetano Nasillo, Luciano Contini, Kathy Gohl, Tobias Bonz, Toke Lund Christiansen und das Ensemble 415.
Mehrere Aufnahmen wurden ausgezeichnet: Bonportis „Invenzioni a violino solo“ erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Corellis „Concerti Grossi“ op. 6 und Muffats „Armonico Tributo“ wurden mit dem Diapason d’or gewürdigt. Die Einspielung von Matthesons zwölf Kammersonaten „Der brauchbare Virtuoso“ wurde 1980 von der dänischen Zeitung „Weekendavisen“ zur Aufnahme des Jahres gewählt und kam in der Zeitschrift „gramophone“ auf die Auswahlliste der zehn besten Aufnahmen des Jahres.
Mit Mikkel Nordso, Klaus Nordso und Tine Rehling nahm Christensen außerdem „Timewave“ auf.