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Jahreszeiten (Ikonographie)

Meist als vierteiliger Zyklus angelegt, symbolisierte die Abfolge von Frühling, Sommer, Herbst und Winter den ewigen Kreislauf der Natur, dem der Mensch …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung der Jahreszeiten in der Kunst
  2. 2. Bildformen und Beziehung zu Monatsbildern
  3. 3. Kennzeichen der einzelnen Jahreszeiten
  4. 4. Beispiele aus der Kunst

Bedeutung der Jahreszeiten in der Kunst

Die Ikonographie der vier Jahreszeiten ist ein wichtiges Motiv der europäischen bildenden Kunst. Meist erscheint sie als vierteiliger Zyklus aus Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Reihenfolge steht für den ewigen Kreislauf der Natur: Werden und Vergehen, Wachsen und Reifen sowie Vergänglichkeit und Erneuerung.

Zugleich versinnbildlichen die Jahreszeiten das Vergehen der Zeit und die regelmäßige, endlose Wiederkehr natürlicher Rhythmen. Als Zeichen für das Vergehen der Zeit sind sie ein Vanitas-Symbol, also ein Hinweis auf die Vergänglichkeit des Lebens. Daher gelten sie auch als Sinnbild für die vier Lebensalter des Menschen.

Bildformen und Beziehung zu Monatsbildern

Jahreszeiten werden auf zwei eng verwandte Arten dargestellt: als allegorische Personifikationen, also menschliche Figuren mit kennzeichnenden Attributen, oder als typische Landschaften einer Jahreszeit. In den Landschaften verrichten Menschen häufig landwirtschaftliche Arbeiten, die eindeutig an eine bestimmte Zeit des Jahres gebunden sind.

Beide Darstellungsformen stehen in enger Beziehung zur Tradition der Monatsbilder. Die beiden Bildgattungen beeinflussten sich im Lauf der Jahrhunderte wiederholt gegenseitig in ihrer Ikonographie, also in der Verwendung und Bedeutung von Bildzeichen.

Kennzeichen der einzelnen Jahreszeiten

Der Frühling erscheint meist als junge Frau mit Blütenkranz; manchmal hält sie in beiden Händen Blumenzweige. Frühlingslandschaften zeigen häufig Pflügen und Säen sowie erstes, vereinzeltes Grün.

Der Sommer wird als Person meist durch reife Früchte oder Kornähren gekennzeichnet. Der Schweizer Bildhauer Ferdinand Schlöth verband diese Figur mit der biblischen, Ähren lesenden Rut. Sommerlandschaften werden vor allem durch die Ernte von Getreide oder Gras bestimmt.

Der Herbst trägt häufig Weintrauben und bunte Blätter. In der Landschaft ist besonders die Weinernte ein typisches Merkmal.

Der Winter ist als Person wegen der Kälte meist dick vermummt. Winterlandschaften sind in der Regel unmittelbar am Schnee zu erkennen.

Beispiele aus der Kunst

Beispiele für Jahreszeitenzyklen sind Johann Georg Platzers „Allegorie der vier Jahreszeiten“ um 1750 sowie Giuseppe Arcimboldos Darstellungen „Der Frühling“ (1563), „Der Sommer“ (1563), „Der Herbst“ (1573) und „Der Winter“ (1563).

Nicolas Poussin schuf 1660–1664 unter anderem „Der Frühling oder das irdische Paradies“, „Der Sommer oder Ruth und Boas“ und „Der Winter oder die Sintflut“. Weitere genannte Darstellungen sind Pierre-Antoine Quillards „Frühling“ um 1730, Franz von Stucks „Frühling“, F. A. Kaulbachs „Allegorie des Herbstes“ und Ambroglio Lorenzettis „Allegorie des Winters“.

Lernvideos zu Jahreszeiten (Ikonographie)

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