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Interface – Tech analysis and policy ideas for Europe
... Datenökonomie, staatliche Überwachung, digitale Grundrechte, Medienwandel sowie andere internet- und technologienahe Themen. interface – Tech …
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Überblick
Interface – Tech analysis and policy ideas for Europe e. V. ist eine 2008 gegründete Denkfabrik in Berlin. Bis zum 18. Juni 2024 hieß sie Stiftung Neue Verantwortung e. V. (SNV). Die Organisation ist als gemeinnütziger eingetragener Verein organisiert und befasst sich mit politischen und gesellschaftlichen Fragen neuer Technologien.
Zu ihren Themen gehören IT-Sicherheit, Datenökonomie, staatliche Überwachung, digitale Grundrechte, Medienwandel sowie weitere internet- und technologienahe Bereiche. In der Selbstbeschreibung geht es darum, konkrete Vorschläge zu entwickeln, wie die deutsche Politik den technologischen Wandel in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat gestalten kann. Außerdem möchte der Verein der Zivilgesellschaft eine stärkere Stimme in der Digitalisierungspolitik geben.
Entwicklung
Der Verein wurde 2008 gegründet. Ursprünglich sollte er jungen Nachwuchskräften aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen jeweils für ein Jahr eine Plattform in Berlin bieten. Dort sollten sie an gesellschaftlichen Problemen arbeiten, publizieren und Netzwerke aufbauen.
Zu den Trägern bei der Gründung gehörten die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (Acatech), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften und der Deutsche Sportbund. Finanziert wurde die Organisation zunächst durch Spenden von Unternehmen und Unternehmern, darunter Friedhelm Loh, die Beisheim Holding, EnBW, Bosch und Giesecke & Devrient.
Gründungsmitglieder in den operativen Geschäften der SNV von 2008 bis 2013 waren Lars Zimmermann, Tobias Leipprand und Timo Noetzel. Mit dem Wechsel des Vorstands Ende 2014 begann eine Neuausrichtung: Aus der ursprünglichen Plattform wurde stärker eine Denkfabrik mit Schwerpunkt Digitalisierung und einem festen, interdisziplinären Personalstamm. Die Finanzierung erfolgte danach größtenteils durch gemeinnützige Stiftungen oder öffentliche Förderungen. Der Artikel weist darauf hin, dass zur Entwicklung zwischen 2014 und 2024 noch Informationen fehlen.
Organisation und Aufgaben
Interface ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin. Als Zweck wird eine Denkfabrik für politische und gesellschaftliche Fragen neuer Technologien genannt. 2026 hatte der Verein 7 Mitglieder. Der Vorsitz liegt bei Anna Wohlfarth; für die Leitung ist der geschäftsführende Vorstand verantwortlich. Vorstandsmitglieder sind Anna Wohlfarth und Stefan Heumann.
2021 beschäftigte die Organisation 19 Fachleute unterschiedlicher Disziplinen. Interdisziplinär bedeutet hier, dass Personen mit verschiedenen fachlichen Hintergründen zusammenarbeiten, etwa aus Politik, Technik, Recht oder Gesellschaftswissenschaften. Die Arbeit richtet sich vor allem an politische Entscheidungsträger und an die öffentliche Debatte über Digitalisierung.
Themen und Arbeitsweise
Die Vereinsarbeit konzentriert sich auf politische und gesellschaftliche Themen, die mit Digitalisierung und technologisch-gesellschaftlichen Umbrüchen zusammenhängen. Dazu zählen digitale Infrastrukturen, Automatisierung menschlicher Arbeit, IT- und Cyber-Sicherheit sowie digitale Überwachung. Der Verein will sich besonders auf aktuelle politische Entwicklungen und laufende gesellschaftliche Debatten beziehen.
Ein wichtiges Mittel der Arbeit sind Publikationen. Darin veröffentlicht die Denkfabrik Analysen und praktische Handlungsempfehlungen für den Politikbetrieb. Beispiele sind Vorschläge zur strengeren Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes, zur Breitbandpolitik oder zur IT-Sicherheitspolitik. Szenario-Studien untersuchen mögliche zukünftige Entwicklungen, etwa den Wandel des Arbeitsmarkts durch Automatisierungstechnik und Robotik. Andere Veröffentlichungen fordern verstärkte Investitionen in Künstliche Intelligenz oder behandeln Auswirkungen von Technologien auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Neben Veröffentlichungen organisiert der Verein öffentliche Diskussionsveranstaltungen. Gäste waren unter anderem Klaus-Dieter Fritsche, Sarah Harrison, Andrei Soldatov und Robby Mook. Mitarbeitende der Denkfabrik beteiligen sich außerdem als Gastautoren in Zeitungen und Online-Medien an öffentlichen und akademischen Debatten.
Politische Positionen
In politischen Debatten vertritt Interface Positionen zu Digitalisierung, Grundrechten und staatlicher Technikpolitik. Während der Reformen der deutschen Geheimdienstgesetze in den Jahren 2016 und 2020 sprach sich Thorsten Wetzling, Leiter des Bereichs „Digitale Grundrechte, Überwachung und Demokratie“ der damaligen Stiftung, für eine stärkere Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes aus.
Im Zusammenhang mit Verwaltungsmodernisierung wurde gefordert, mehr Daten aus Behörden und Verwaltungen für Bürger und Start-ups öffentlich zugänglich zu machen. In anderen Papieren kritisierte die Organisation eine Aufweichung der Netzneutralität. Netzneutralität bedeutet, dass Daten im Internet grundsätzlich gleich behandelt werden sollen, unabhängig von Absender, Empfänger oder Inhalt.
Außerdem argumentiert die Organisation für mehr staatliche Eingriffe im Bereich der IT-Sicherheit und für eine stärkere Beteiligung der Zivilgesellschaft durch Parlament und Regierung. Als durchgängige Position erscheint im Artikel ein starker Schutz von Grundrechten und Privatsphäre.
Finanzierung
Der Verein verfügte 2019 nach eigenen Angaben über ein jährliches Budget von circa 1,62 Millionen Euro. Der größte Teil dieses Budgets wurde durch Förderungen gemeinnütziger Organisationen, Stiftungen und öffentlicher Einrichtungen gedeckt. Unternehmensspenden machten 12 Prozent des Gesamtbudgets aus.
Insgesamt finanzierten 2019 28 Förderer die Organisation. Zu den größten Förderern gehörten die Open Society Foundation, Luminate, die Robert Bosch Stiftung, die William and Flora Hewlett Foundation, das Auswärtige Amt und die Stiftung Mercator. Für 2016 nennt die Infobox einen Umsatz von 1.100.000 Euro.