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Induktivismus

In der Mathematik gibt es den Beweis durch vollständige Induktion, mit dem der Induktivismus nicht verwechselt werden darf. Vollständige Induktion ist ein …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Vorgehen und grundlegender Einwand
  3. 3. Abgrenzung zur vollständigen Induktion
  4. 4. Philosophische Positionen und Induktionsproblem

Grundidee und Bedeutung

Der Induktivismus ist eine Wissenschaftstheorie. Er beschreibt ein Vorgehen, bei dem aus einzelnen Beobachtungen allgemeingültige Gesetze abgeleitet werden. Ein solcher Schluss heißt Induktion.

Dem Induktivismus liegt die Annahme zugrunde, dass vergangene Ereignisse Rückschlüsse auf zukünftige Ereignisse erlauben. Beobachtungen bilden daher den Ausgangspunkt des Erkenntnisprozesses.

Vorgehen und grundlegender Einwand

Beim induktivistischen Vorgehen werden zunächst einzelne Fälle beobachtet. Aus den dabei erkannten Regelmäßigkeiten wird anschließend auf eine allgemeine Gesetzmäßigkeit geschlossen.

Dagegen wird eingewandt, dass eine gezielte Beobachtung oder ein Experiment bereits eine Vorstellung davon voraussetzt, was untersucht werden soll. Diese vorherige Idee bestimmt also die Beobachtung mit. Der Artikel bezeichnet dies als einen deduktiven Vorgang, der im Widerspruch zum reinen Induktivismus steht.

Abgrenzung zur vollständigen Induktion

Der Induktivismus darf nicht mit dem mathematischen Beweisverfahren der vollständigen Induktion verwechselt werden. Trotz seines Namens ist die vollständige Induktion ein deduktiver Schluss: Das Ergebnis wird nach festen logischen Regeln bewiesen und nicht aus einzelnen Beobachtungen verallgemeinert.

Philosophische Positionen und Induktionsproblem

Francis Bacon betrachtete Induktion als einen logischen Prozess, durch den aus dem Wissen über Einzelerscheinungen allgemeines Wissen über die Gesetzmäßigkeiten der Wirklichkeit gewonnen wird.

David Hume argumentierte dagegen, dass Induktion keine endgültige Erkenntnis liefern könne. Diese Schwierigkeit wird als Induktionsproblem bezeichnet und kann zum Skeptizismus führen, also zu Zweifeln an der Möglichkeit sicheren Wissens. Nach Hume lässt sich Kausalität – der Zusammenhang von Ursache und Wirkung – nicht unmittelbar beobachten; der Begriff der Kausalität sei vielmehr aus Gewohnheit zu erklären.

Immanuel Kant kritisierte Hume und entwickelte die Lehre von den zwei Stämmen der Erkenntnis: Erfahrung und Verstand. Karl Popper war ein scharfer Kritiker des Induktivismus und entwickelte das Instrument der Falsifikation. Falsifikation bedeutet, wissenschaftliche Aussagen durch mögliche Gegenbeispiele oder widersprechende Beobachtungen zu prüfen und gegebenenfalls zu widerlegen. David Stove verteidigte den Induktivismus und versuchte, Popper zu widerlegen.

Der Artikel weist darauf hin, dass seine Angaben nicht ausreichend durch Belege abgesichert sind.

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