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Index der mehrdimensionalen Armut

Der Index der mehrdimensionalen Armut (englisch Multidimensional Poverty Index, abgekürzt MPI) ist ein vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Einstufung von Armut
  3. 3. Dimensionen und Indikatoren
  4. 4. Beispiel Südsudan

Definition und Bedeutung

Der Index der mehrdimensionalen Armut (englisch Multidimensional Poverty Index, MPI) ist ein vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlichter Indikator. Er misst Armut nicht anhand eines einzelnen Wertes, sondern kombiniert mehrere Indikatoren aus den drei Dimensionen Bildung, Gesundheit und Lebensstandard. Der MPI wird speziell für Entwicklungsländer betrachtet.

Entworfen wurde der Index von der Oxford Poverty & Human Development Initiative (OPHI) an der Universität Oxford für das UNDP. Sabina Alkire und James Foster entwickelten die Methode und stellten den Index 2011 erstmals zur Diskussion.

Da in vielen Ländern Daten zu einzelnen Indikatoren fehlen, veröffentlicht das UNDP bislang keine nach MPI-Ergebnissen sortierte Rangliste. Darin unterscheidet sich der MPI beispielsweise vom Index der menschlichen Entwicklung.

Einstufung von Armut

Als arm gilt nach der Methode, wer bei mindestens einem Drittel, also 33 %, der gemessenen Indikatoren einen Mangel erfährt. Ein Mangel bei nur einem Indikator reicht nicht aus, um eine Person als arm einzustufen.

Für weitere Abstufungen gelten folgende Grenzen:

  • Bei einem Mangel in 20–33 % der gemessenen Kategorien gilt eine Person als „von Armut gefährdet“ (vulnerable to poverty).
  • Bei einem Mangel in mehr als 50 % lebt eine Person in „ernsthafter Armut“ (severe poverty).

Dimensionen und Indikatoren

Der MPI umfasst insgesamt zehn Indikatoren in drei Dimensionen:

  • Bildung: Anzahl der Schuljahre und Anwesenheit in der Schule. Beide Indikatoren tragen jeweils 1/6 zum Gesamtindex bei.
  • Gesundheit: Kindersterblichkeit und Ernährung. Beide Indikatoren tragen jeweils 1/6 zum Gesamtindex bei.
  • Lebensstandard: Brennmaterial zum Kochen, Sanitäreinrichtungen, Wasser, Elektrizität, Boden und Besitz. Diese sechs Indikatoren tragen jeweils 1/18 zum Gesamtindex bei.

Innerhalb der jeweiligen Dimension werden die zugehörigen Indikatoren gleich gewichtet. Bildung und Gesundheit bestehen jeweils aus zwei stärker gewichteten Indikatoren; der Lebensstandard wird durch sechs geringer gewichtete Indikatoren erfasst.

Der Index kann abhängig von der jeweiligen Forschung verändert werden. Weitere relevante Einzelindikatoren lassen sich hinzufügen, während als unwichtig betrachtete Indikatoren entfernt werden können.

Beispiel Südsudan

Für den vom Bürgerkrieg gezeichneten Südsudan wurde für das Jahr 2010 ein Indexwert von 0,6 ermittelt. Nach der Auswertung im Bericht über die menschliche Entwicklung 2015 waren 89 % der Bevölkerung arm. 70 % der Bevölkerung waren sogar von „ernsthafter Armut“ betroffen.

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