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Ilmenau (Fluss)
Die Ilmenau ist ein 86 Kilometer langer, mit dem Quellfluss Stederau 125 Kilometer langer, linker und südlicher Nebenfluss der Elbe im nordöstlichen …
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Kernüberblick
Die Ilmenau ist ein linker und südlicher Nebenfluss der Elbe im nordöstlichen Niedersachsen. Sie liegt in den Landkreisen Harburg, Uelzen und Lüneburg und gehört zum Flusssystem der Elbe, über die ihr Wasser in die Nordsee abfließt. Der Fluss ist 86 Kilometer lang; zusammen mit dem Quellfluss Stederau beträgt die Länge 125 Kilometer. Mit einer mittleren Wasserführung von rund 18 Kubikmetern pro Sekunde ist die Ilmenau der bei weitem größte Fluss der Lüneburger Heide.
Die Ilmenau entsteht bei Uelzen im Ortsteil Veerßen durch den Zusammenfluss der Gerdau und der Stederau. Ihre Quellhöhe liegt dort bei 38 m ü. NHN; die Gerdau beginnt bei 70 m ü. NHN, die Stederau bei 90 m ü. NHN. Die Ilmenau mündet bei Hoopte, einem Ortsteil von Winsen (Luhe), auf 2 m ü. NHN in die Elbe. Der Höhenunterschied beträgt 36 Meter, das Sohlgefälle 0,29 ‰. Das Einzugsgebiet umfasst 2984 km².
Von der Nordwestkante der Brausebrücke an der Abtsmühle in Lüneburg bis zur Mündung in die Elbe bei Elbkilometer 599 ist die Ilmenau eine Bundeswasserstraße. Zuständig ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe. Die Gewässerkennzahl der Ilmenau ist DE: 594.
Verlauf und Zuflüsse
Die Ilmenau entsteht südlich von Uelzen in der Lüneburger Heide aus den Quellflüssen Gerdau und Stederau. Die Gerdau kommt von Nordwesten und ist etwas größer; die Stederau kommt von Süden und ist etwas länger. Von Uelzen fließt die Ilmenau meist nach Norden über Bad Bevensen, Bienenbüttel und Lüneburg nach Winsen. In Uelzen erhält sie durch die Wipperau zusätzlich Wasser von Osten.
Bei Stöckte nimmt die Ilmenau ihren größten Nebenfluss auf: die Luhe, die von Süden kommt. Schon vorher trifft westlich von Barum von rechts der Neetze-Kanal auf die Ilmenau. Dieser Kanal wurde im 19. Jahrhundert zwischen Walmsworth bei Rullstorf und St. Dionys gebaut. Etwa 300 Meter danach mündet ebenfalls von rechts der Barumer Schöpfwerkskanal ein, eine frühere Verbindung der Neetze mit der Ilmenau.
Von diesem Bereich bis gut vier Kilometer vor der Mündung in die Elbe wurde der natürliche Flusslauf durch ein eingedeichtes künstliches Gewässerbett ersetzt. Dieser 11,6 Kilometer lange Seitenkanal heißt Ilmenaukanal und verkürzt den Schifffahrtsweg um sechs Kilometer. Gleichzeitig wurde in Laßrönne ein Schöpfwerk gebaut. Früher floss die Ilmenau in diesem Tal wild; bei Tönnhausen ist das Bett der Alten Ilmenau noch erhalten. Bei Hoopte mündet die Ilmenau von Süden in die von Osten kommende Elbe. Zum Schutz vor Sturmfluten wurde an der Ilmenaumündung 1974 das Ilmenausperrwerk in Betrieb genommen.
Wasserqualität und Naturschutz
Die Gewässergüte der Ilmenau wird vom NLWKN überwacht. Dabei ist der Quellfluss Stederau in zwei Wasserkörper gegliedert, die Ilmenau selbst in drei Wasserkörper. Ein Wasserkörper ist ein abgegrenzter Abschnitt eines Gewässers, der für die Bewertung seiner Beschaffenheit genutzt wird. Zu jedem Wasserkörper gibt es ein Datenblatt, in dem die strukturelle, chemische und biologische Beschaffenheit bewertet wird.
Von ihrem Quellgebiet bis nach Lüneburg hat die Ilmenau die Gewässergüte II. Das bedeutet: mäßig belastet. Der Fachbegriff „betamesosaprob“ beschreibt dabei eine mittlere organische Belastung. Die chemische Beschaffenheit wird wegen gefundenem Quecksilber als „schlecht“ bewertet; dies gilt auch weiter für den Unterlauf. Das ökologische Potential wird als „mäßig“ bezeichnet. Nördlich von Lüneburg bis zur Mündung in die Elbe hat die Ilmenau die Gewässergüte II–III, also „kritisch belastet“. Der Artikel nennt dafür den Bereich „beta- bis alphamesosaprob“.
Entlang der Ilmenau gibt es ausgewiesene Schutzgebiete. Dazu gehören das Naturschutzgebiet Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten innerhalb des FFH-Gebiets „Ilmenau mit Nebenbächen“ sowie die Ilmenau-Luhe-Niederung. FFH-Gebiete sind europäische Schutzgebiete für bestimmte Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten.
Schifffahrt und Verkehrswege
Die Ilmenau ist ab Lüneburg flussabwärts schiffbar. Die schiffbare Strecke beginnt bei Kilometer 0,00 in Lüneburg und ist 28,84 Kilometer lang. Sie ist als Binnenschifffahrtsstraße klassifiziert: Von Kilometer 0,00 bis zum Unterwasser der Schleuse Fahrenholz gehört sie zur Klasse I, von dort bis zur Mündung zur Klasse III.
Zwischen Lüneburg und Hoopte müssen drei Schleusen passiert werden: Bardowick bei Kilometer 5,65, Wittorf bei Kilometer 12,35 und Fahrenholz bei Kilometer 17,70. Die Schleusen Wittorf und Fahrenholz sind jeweils 45 Meter lang und 6,5 Meter breit. Die Schleuse Bardowick hat eine nutzbare Länge von 42,9 Metern und eine Kammerbreite von 6,5 Metern. Das Unterwasser der Schleuse Fahrenholz liegt bereits im Tidebereich der Elbe. Die Abladetiefe beträgt 0,9 Meter; die Brückendurchfahrtshöhe am Ilmenau-Sperrwerk beträgt 7,20 Meter über dem mittleren Tidewasserstand.
Heute hat die Ilmenau nur geringe verkehrstechnische Bedeutung. Früher verband sie Lüneburg mit dem Stöckter Hafen, der als Schutzhafen für Binnenschiffer und als Umschlagshafen diente. Über ihn wurde zum Beispiel eine holzverarbeitende Fabrik in Winsen (Luhe) auf dem Wasserweg beliefert. Ein früheres Ausflugsboot, das von Lüneburg flussauf- und flussabwärts fuhr, hat seinen Betrieb eingestellt.
Historische Entwicklung
Die Ilmenau war zwischen Lüneburg und der Elbe früher ein wichtiger Transportweg. Von Lüneburg wurden vor allem Salz, Kalk, Zement und Eisenwaren verschifft. Aus Bardowick und den Orten weiter flussabwärts kamen Gemüse, Kartoffeln, Heu, Stroh und Stalldünger. Flussaufwärts wurden unter anderem Fische, Korn, Torf und Textilien transportiert. Genutzt wurden kleine Ewer und Kähne, sogenannte Böterschiffe. Stromaufwärts wurden die Schiffe von Männern gezogen, die Tregger genannt wurden.
Der alte Verlauf der Ilmenau führte von Lüneburg nach Norden über Bardowick und Wittorf bis Horburg, wo von rechts die Neetze einmündete. Danach floss die Ilmenau nach Westen durch Oldershausen, nahm südlich von Fahrenholz von links die Roddau auf, durchfloss Mover und Tönnhausen, verband sich über eine Querverbindung der Netzke mit der von links kommenden Luhe und mündete bei Laßrönne in die Elbe.
Nach der Neujahrsflut von 1855 wurde 1886 das „große Meliorationsprojekt“ des Baurates Heß genehmigt. Ziel war, zu verhindern, dass Winterwasser aus dem Oberlauf der Ilmenau bei gleichzeitigem Elbhochwasser die Felder der Winsener Marsch überflutete. Es wurde ein Kanal von Wittorf bis zur Mündung der Luhe gebaut; außerdem wurde die Marsch durch einen hochwasserfreien Winterdeich gesichert. Am 2. Oktober 1886 begann bei Tönnhausen der Bau des Ilmenaukanals. Am 21. Dezember 1888 wurde bei Fahrenholz die alte Ilmenau in den Ilmenaukanal umgeleitet. Der neue Weg war für die Schifffahrt sechs Kilometer kürzer und auch für größere Schiffe befahrbar.
Das Bett der alten Ilmenau führte ab Horburg danach nur noch das Wasser der Neetze. Zwischen Fahrenholz und Tönnhausen wuchs die alte Ilmenau mit der Zeit zu. Der Artikel erwähnt, dass Reaktivierungspläne für den historischen Flussverlauf durch die Stiftung Lebensraum Elbe diskutiert werden.
Freizeit und Kultur
Die Ilmenau ist auch für Freizeitaktivitäten wichtig. Am 14. August 2009 wurde der Ilmenauradweg eröffnet. Er führt von Bad Bodenteich oder, für geübtere Radfahrer, alternativ vom Museumsdorf Hösseringen über 120 Kilometer bis nach Hoopte an der Elbe.
Für den Wassersport ist besonders der Abschnitt zwischen Uelzen und Lüneburg bedeutsam. Dort hat die Ilmenau eine zügige Strömung und nur ein Wehr unterhalb von Bad Bevensen. Deshalb wird sie häufig für Wanderfahrten mit dem Kanu genutzt. In Melbeck gibt es nahe dem Ortskern eine Kanustation mit Kanu-Safe sowie einen Wohnmobil-Stellplatz mit Zeltmöglichkeit. Kanuverleih gibt es in Fahrenholz und in Lüneburg. Rudervereine an der Ilmenau sind der RC Wiking in Lüneburg und der RC Welle in Bardowick.
In Bienenbüttel entstand im Rahmen des Projektes „Kunstraum Ilmenau“ entlang des Flusses ein zwölfteiliger Skulpturenpfad. Damit ist die Ilmenau nicht nur ein Natur- und Verkehrsraum, sondern auch Teil regionaler Kulturprojekte.