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Hyphe
Hyphen (aus altgriechisch Ὑφή ‚Gewebe') bezeichnen verzweigte, einreihige Fäden der Pilze und Streptomyzeten, die durch Septen zellartig unterteilt werden …
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Grundaufbau und Bedeutung
Hyphen sind verzweigte, einreihige Fäden von Pilzen und Streptomyzeten; sie heißen auch Pilzfäden. Sie können durch Septen, also Querwände, zellartig unterteilt sein. Die Gesamtheit aller Hyphen bildet das Mycel, aus dem Fruchtkörper entstehen können.
Hyphen haben einen Durchmesser von 2 μm bis 100 μm und können verzweigt oder unverzweigt sein. Sie können parallel nebeneinander liegen oder sich als Plektenchym beziehungsweise Pseudoparenchym zu Fruchtkörpern zusammenschließen.
Wachstum und Aufgaben
Pilzähnliche Protisten und die meisten Schimmelpilze bilden überwiegend unverzweigte, unseptierte Hyphen, also Fäden ohne unterteilende Septen. Höhere Pilze besitzen dagegen regelmäßig septierte Hyphen. Deren Querwände enthalten Poren, die teilweise für die jeweilige Pilzgattung charakteristisch sind. Diese Pilzfäden wachsen vor allem direkt hinter ihrer Spitze.
Substrathyphen dienen der Aufnahme von Nährstoffen. Lufthyphen sorgen bei Pilzen für die Ausbildung von Fruchtkörpern. Aus weiteren Hyphen können Dauer- oder Vermehrungsorgane entstehen, beispielsweise Chlamydosporen oder Konidien.
Die Zellfäden der Actinomycetales unterscheiden sich von Pilzhyphen: Sie haben meist nur etwa 1 μm Durchmesser und ähneln in ihrer Zellorganisation Prokaryoten. Auch manche normalerweise einzelligen Hefepilze, zum Beispiel Saccharomyces cerevisiae, können unter bestimmten Bedingungen Hyphen bilden.
Formen von Hyphen
Das Hartigsche Netz ist ein dichtes Netzwerk aus Hyphen symbiontischer Pilze. Es liegt zwischen der Epidermis und den äußeren Rindenschichten eines Wirtsbaums, bildet Mykorrhiza und dient dem Pilz zur Nährstoffaufnahme.
Generative Hyphen sind relativ undifferenziert und können reproduktive Strukturen bilden. Sie sind meist dünnwandig, durchscheinend sowie unterschiedlich häufig septiert; Schnallen können vorkommen. Gelegentlich liegen sie in einer gelatinösen Matrix.
Skeletthyphen sind dickwandig, nicht oder wenig verzweigt, meist schnallenlos und kaum septiert, aber oft sehr lang. Sie sterben meist früh ab, werden plasmafrei und röhrig-hohl. Dadurch geben sie Fruchtkörpern Härte und Festigkeit; solche Fruchtkörper sind mehr oder weniger korkig oder holzig.
Skelettoide Hyphen sind dickwandige generative Hyphen mit echten Septen; auch Schnallen können vorkommen. Bindehyphen sind mehr oder weniger dickwandig und stark verzweigt. Sie verleihen dem Hyphensystem dadurch Festigkeit.