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Hurt (Lied)
Hurt ist ein Rocksong von Trent Reznor, dem Frontmann der Band Nine Inch Nails. Das Stück wurde 2002 auch von Country-Sänger Johnny Cash aufgenommen.
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Lied und Bedeutung
„Hurt“ ist ein 6:12 Minuten langer Rocksong von Trent Reznor, dem Frontmann der Band Nine Inch Nails. Das Stück erschien 1994 auf dem Konzeptalbum „The Downward Spiral“ und bildet dort als 14. und letzter Titel den Abschluss einer zusammenhängenden Geschichte.
Wie die übrigen Lieder des Albums schildert „Hurt“ den Verfall des lyrischen Ichs in Depressionen. Das Lied ist als dessen Abschiedsbrief angelegt: Im vorherigen Titel „The Downward Spiral“ hat das lyrische Ich Suizid begangen oder zumindest versucht, sich das Leben zu nehmen. Dadurch erhält „Hurt“ innerhalb des Albums die Funktion eines abschließenden Rückblicks.
Veröffentlichungen
Nach der Veröffentlichung auf „The Downward Spiral“ erschien „Hurt“ auch als Promo-Single sowie auf dem Remix-Album „Further Down the Spiral“. Live-Aufnahmen wurden auf „And All That Could Have Been“ von 2002 und „Beside You in Time“ von 2007 veröffentlicht.
Johnny Cashs Neuinterpretation
Der Country-Sänger Johnny Cash nahm „Hurt“ 2002 für sein Album „American IV: The Man Comes Around“ neu auf. Seine Version ist mit 3:39 Minuten deutlich kürzer als das Original.
Cash hatte den Vorschlag seines Produzenten Rick Rubin zunächst abgelehnt, weil er mit der Originalaufnahme von Nine Inch Nails nichts anfangen konnte. Rubin spielte daraufhin ein Demo mit einem neuen Arrangement ein. Dieses überzeugte Cash, den Song aufzunehmen. Später bezeichnete Cash das Stück als den besten Anti-Drogen-Song, den er je gehört habe.
Rubin fragte Trent Reznor um Erlaubnis zur Veröffentlichung. Zwei Wochen später erhielt Reznor die fertige Aufnahme per Post. Er empfand es zunächst als sehr ungewohnt und als Eingriff in seine Privatsphäre, dass sich ein anderer Künstler seinen persönlichsten Song zu eigen machte. Zugleich betrachtete er die Coverversion als große Ehre, weil Johnny Cash für ihn zu den größten Sängern und Songwritern aller Zeiten gehörte. Dies bedeute ihm mehr als die Grammys der Musikindustrie.
Cashs Aufnahme gewann 2003 den CMA Award als „Single of the Year“. Im Mai 2008 stand sie weiterhin auf Platz eins der „Top Singles of the 2000s“ bei Rate Your Music. Das von Mark Romanek inszenierte Musikvideo wurde 2003 bei den Country Music Awards als „Music Video of the Year“ ausgezeichnet und erhielt 2004 einen Grammy für das Beste Musik-Kurzvideo.
Chartplatzierungen und Verkaufserfolge
Johnny Cashs Version erschien gemeinsam mit einer Coverversion des Depeche-Mode-Songs „Personal Jesus“ als Single. 2003 hielt sich „Hurt“ sechs Wochen in den deutschen Charts und erreichte Platz 82. Nach der Ausstrahlung einer 45-minütigen Johnny-Cash-Dokumentation im Ersten im August 2010 stiegen die Downloadverkäufe, sodass das Lied erneut in die Charts kam.
Im Februar 2012 erreichte Cashs Aufnahme Platz 68, nachdem Behnam Moghaddam „Hurt“ in der Castingshow „The Voice of Germany“ gesungen hatte. Moghaddams eigene Version kam auf Platz 31 und erzielte damit die höchste im Artikel genannte deutsche Chartposition für den Titel. Leona Lewis erreichte Ende 2011 mit ihrer Version Platz 8 der britischen Charts.
Für Cashs Version werden insgesamt 2.095.000 Verkäufe sowie sechs Gold- und fünf Platinauszeichnungen angegeben. Dazu gehören Gold in Brasilien für 30.000, Dänemark für 45.000, Deutschland für 150.000, Italien für 25.000 und Spanien für 30.000 Verkäufe. In Neuseeland erhielt die Aufnahme Doppelplatin für 60.000 Verkäufe, im Vereinigten Königreich Doppelplatin für 1.200.000. In den Vereinigten Staaten wurden eine Gold-Auszeichnung für die Single und Doppelplatin für die Videosingle bei zusammen 600.000 Verkäufen verzeichnet.
Weitere Coverversionen
Neben Johnny Cash nahmen zahlreiche Künstler „Hurt“ in unterschiedlichen Musikstilen neu auf:
• 2004 veröffentlichte Zimbl, der frühere Sänger der Bates, eine Version auf „Bubblegum Trash Forever“. • 2006 folgte die deutsche EBM- und Synth-Pop-Band Absurd Minds auf „The Cycle“. • 2011 erschienen Aufnahmen der britischen Sängerin Leona Lewis sowie der US-amerikanischen Post-Hardcore- und Metalcore-Band Hundredth auf dem Album „Let Go“. • 2013 veröffentlichten Youn Sun Nah eine Bearbeitung auf „Lento“ und die Bochumer Band Secret Discovery eine eigene Version. • 2015 coverte die deutsche Band Mindead das Lied auf „Controlling the Tides“. • 2016 nahm die portugiesische Fado-Sängerin Mísia den Song für „Do Primeiro Fado Ao Ultimo Tango“ auf. • 2017 veröffentlichte die schwedische Band In Flames eine Version auf der EP „Down, Wicked & No Good“. Die Band hatte das Lied bereits seit 2012 akustisch bei Konzerten gespielt. • 2021 produzierte der Hörspielverlag Wolfy-Office eine Fassung als Promotrack zur Hörspielreihe „Die Prüfung“. Peter Müller spielte sie ein; Constanze Buttmann, Stephanie Preis und Katja Keßler, die zugleich Hauptrollen im Hörspiel sprechen, übernahmen den Gesang.