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Hr-Bigband

Die hr-Bigband – Frankfurt Radio Big Band (Big Band des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main) wurde 1946 als „Tanzorchester von Radio Frankfurt“ (dem …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und Bedeutung
  2. 2. Künstlerische Leitung
  3. 3. Instrumentengruppen und Besetzung
  4. 4. Auszeichnungen und Nominierungen
  5. 5. Aufnahmen und künstlerische Bandbreite

Profil und Bedeutung

Die hr-Bigband – Frankfurt Radio Big Band ist die Big Band des Hessischen Rundfunks in Frankfurt am Main. Sie wurde 1946 als „Tanzorchester von Radio Frankfurt“ gegründet; Radio Frankfurt wurde später zum Hessischen Rundfunk. Anfangs produzierte das Orchester vor allem Unterhaltungsmusik und begleitete Radio- und Fernsehshows wie den Frankfurter Wecker.

Seit den 1970er Jahren entwickelte sich das Ensemble zu einer Jazz-Bigband, deren Schwerpunkt auf Konzerten liegt. Mit etwa 60 Konzerten pro Jahr spielt sie ein breites Spektrum des Jazz. Ihre Programme verbinden Jazz außerdem mit Klassik, Pop, fremden Musikkulturen und Elektronik. Seit 2004 ist Olaf Stötzler Orchestermanager und Produzent; er erweitert das Repertoire fortlaufend um zeitgenössische Programme.

Künstlerische Leitung

Die musikalische Entwicklung der hr-Bigband wurde durch mehrere Chefdirigenten geprägt:

• Willy Berking (1946–1972) • Heinz Schönberger (1972–1989) • Kurt Bong (1989–2000) • Jörg Achim Keller (2000–2008) • Örjan Fahlström (2008–2011) • Jim McNeely (2011–2022)

Nach seiner Zeit als Chefdirigent war Jim McNeely von 2022 bis 2024 Composer in Residence, also ein Komponist, der für eine begrenzte Zeit eng mit dem Orchester zusammenarbeitet und neue Musik für dieses entwickelt. Seit 2024 nimmt Darcy James Argue diese Funktion wahr.

Instrumentengruppen und Besetzung

Die Besetzung folgt dem typischen Aufbau einer Big Band aus Holzbläsern, Blechbläsern und einer Rhythmusgruppe.

Zu den Holzbläsern gehören Heinz-Dieter Sauerborn und Oliver Leicht am Altsaxofon, Steffen Weber und Denis Gäbel am Tenorsaxofon sowie Rainer Heute am Baritonsaxofon; mehrere von ihnen spielen zusätzlich weitere Instrumente.

Die Blechbläsergruppe umfasst die Trompeter Axel Schlosser, Martin Auer, Frank Wellert und Thomas Vogel. Axel Schlosser spielt außerdem Flügelhorn. Die Posaunen werden von Günter Bollmann, Christian Jaksjø und Felix Fromm gespielt; Robert Hedemann übernimmt die Bassposaune.

Die Rhythmusgruppe besteht aus Sebastian Scobel am Klavier, Martin Scales an der Gitarre, Hans Glawischnig am Bass und Paul Höchstädter am Schlagzeug. Die im Artikel genannten Eintrittsjahre reichen von 1996 bei Martin Auer bis 2023 bei Sebastian Scobel.

Auszeichnungen und Nominierungen

Mehrere Produktionen der hr-Bigband wurden mit bedeutenden Musikpreisen ausgezeichnet. Das Album Allgäu Meets India mit Matthias Schriefl erhielt 2025 den Deutschen Jazzpreis als „Rundfunkproduktion des Jahres“. Out of the Desert – Live at Jazzfest Berlin mit dem Joachim Kühn Trio, der hr-Bigband und dem Leiter Ed Partyka gewann 2012 den ECHO Jazz als „Big-Band Album des Jahres“. 2014 erhielt Wunderkammer XXL mit Michael Wollny und Tamar Halperin denselben Preis. Im folgenden Jahr war Little Drop of Poison mit Rebekka Bakken dafür nominiert. Money Jungle: Ellington re-orchestrated, eine großorchestrale Neuinterpretation von Money Jungle, wurde 2010 mit dem Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Bei der Zahl der Grammy-Nominierungen nennt der Artikel unterschiedliche Zählweisen: Insgesamt sei die hr-Bigband bisher dreimal nominiert worden, nach eigener Zählweise jedoch fünfmal. Aufgeführt werden Returning to Forever für 2025, Songs You Like a Lot und Holy Room – Live at Alte Oper für 2021, Barefoot Dances and Other Visions für 2019 sowie Songs I Like a Lot für 2014. Die Nominierungen betreffen die Kategorien „Best Large Jazz Ensemble Album“, „Best Jazz Vocal Album“ und „Best Instrumental Arrangement Accompanying Vocals“.

Aufnahmen und künstlerische Bandbreite

Die Auswahl-Diskographie von 2001 bis 2025 zeigt die stilistische Breite und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Solisten, Komponisten und Ensembles. Zu den neueren Veröffentlichungen gehören Primal Colors (2025) mit Jim McNeely und dem Frankfurt Radio Symphony, Returning to Forever und Turning Point (beide 2024), Chet Remembered (2023) sowie Rituals (2022) mit Jim McNeely und Chris Potter.

Die Big Band nahm sowohl eigenständige Jazzprogramme als auch Bearbeitungen bekannter Musik auf. Beispiele sind Play the Music of Nino Rota (2019), Saluting Sgt. Pepper (2017), A Little Drop of Poison mit Kompositionen von Tom Waits (2014), Money Jungle – Ellington reorchestrated (2009), Do It Again – Three Decades of Steely Dan (2004), ¡Libertango! – Hommage an Astor Piazzolla (2003) und American Songs of Kurt Weill (2001). Projekte wie Allgäu meets India (2024), Viva o Som! – The Music of Hermeto Pascoal (2009) und Meeting of the Spirits – A Celebration of the Mahavishnu Orchestra (2006) verdeutlichen die Verbindung des Big-Band-Jazz mit unterschiedlichen musikalischen Kulturen und Stilrichtungen.

Zum Werk gehören außerdem genreübergreifende Produktionen mit Sinfonieorchester, Elektronik oder gesprochenem Text. Scorched (2003) entstand mit John Scofield, John Patitucci, Peter Erskine und dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt. Limbic System Files (2008) bezog nuBox und DJ Illvibe ein. Die hr-Bigband wirkte zudem an Hörspielen und Jazz-Melodramen mit, darunter Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (2013), Ralph Ellison: Der Unsichtbare (2017) und Max Frisch: Homo faber (2018).

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