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Hiobs Revolte

Hiobs Revolte ist ein ungarisch-deutsches Filmdrama von Imre Gyöngyössy und Barna Kabay aus dem Jahr 1983. In der DDR lief er unter dem Titel Hiob lehnt …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Einordnung
  2. 2. Adoption und Glaube
  3. 3. Bedrohung und Abschied
  4. 4. Produktion, Rezeption und Auszeichnung

Einordnung

„Hiobs Revolte“ (ungarischer Originaltitel: „Jób lázadása“) ist ein ungarisch-deutsches Filmdrama aus dem Jahr 1983. Regie führten Imre Gyöngyössy und Barna Kabay, die zusammen mit Katalin Petényi auch das Drehbuch schrieben. Der 94 Minuten lange, ungarischsprachige Film spielt im Ungarn des Jahres 1943 und behandelt die Gefährdung einer jüdischen Familie durch Antisemitismus und Deportation. In der DDR lief er unter dem Titel „Hiob lehnt sich auf“.

Adoption und Glaube

Das jüdisch-chassidische Ehepaar Jób und Róza hat bereits alle sieben Kinder verloren. Es adoptiert den christlichen Waisenjungen Lackó, obwohl Juden zu dieser Zeit keine Christen mehr adoptieren dürfen; die Unterlagen werden deshalb auf 1938 rückdatiert. Jób gibt zwei Kälbchen für den Jungen. Lackós widerspenstige Art deutet er als göttliches Zeichen: Ein Funken eines Kalbes sei auf Lackó übergesprungen und habe ihm gezeigt, dass dies der richtige Junge sei.

Jób hofft, Lackó werde im Unterschied zu den Eltern überleben sowie Geist und Glauben der Familie weitertragen. Andere Juden des Dorfes missbilligen sein Vorgehen, und Rabbi Mandele wirft ihm Blasphemie vor. Lackó ist ohne Gotteskenntnis aufgewachsen. Er beobachtet neugierig den Sabbat und die Gebete. Als Jób sagt, Gott sei in allem, auch in Fröschen, fängt Lackó mit der Nachbarin Kati Frösche, um seinem Vater Freude zu machen.

Bedrohung und Abschied

Nach einer Begegnung mit dem Mönch Günther erhält Lackó Religionsunterricht. Als Jób für ihn betet und am nächsten Morgen Regen fällt, versteht er dies als Erhörung. Dann erkrankt Lackó an Diphtherie, an der zuvor zwei Kinder Jóbs gestorben waren. Jób und Róza beten verzweifelt; Lackó wird gesund. Die jüdische Gemeinde betrachtet dies als Segen und bringt Geschenke.

Die Eltern bereiten Lackó zunehmend auf ihren bevorstehenden Abschied vor. Bei einem Festessen schenken sie ihm Jóbs Messer. Während Lackó kränkelt, bringen sie ihn zu Ilka und Jani, die künftig mit ihm in einem von Jób gekauften Haus leben sollen. Als Lackó zurückkehrt, trägt das alte Haus einen Judenstern. Seine Eltern weisen ihn ab, damit er nicht bei ihnen bleibt. Er erlebt Erschießungen von Deserteuren und sieht schließlich Viehwagen durch das Dorf fahren: Kati wird deportiert, ebenso Jób und Róza. Lackó klettert zu ihnen auf einen Wagen, doch Jób setzt ihn ab. Er erinnert ihn daran, auf die Ankunft des Messias zu warten. Lackó bleibt zurück und ruft nach dem Messias.

Produktion, Rezeption und Auszeichnung

Der Film entstand als deutsch-ungarische Koproduktion mit Beteiligung des ZDF, der Macropos-Film und der Star-Film Martin Moszkowicz aus München. Ferenc Zenthe spielt Jób, Hédi Temessy Róza und Gábor Fehér Lackó. Die Musik schrieb Zoltán Jeney, die Kamera führte Gábor Szabó. Die Premiere war am 1. Dezember 1983 in Ungarn; die deutsche Fernseherstausstrahlung im ZDF folgte am 11. März 1984. 2019 entstand beim ungarischen Filmlabor ein digitales Remastering.

Der Filmdienst bezeichnete den Film als realistisch und poetisch gestaltetes Zeitbild über die Bedeutung religiöser und menschlicher Werte. Cinema fasste ihn als „bewegend, poetisch und realistisch zugleich“ zusammen. 1984 wurde „Hiobs Revolte“ als ungarischer Beitrag für den Oscar eingereicht und in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert.

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