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Heiko Bellmann
Heiko Bellmann (* 17. März 1950 in Rotenburg (Wümme); † 7. März 2014 in Geislingen an der Steige) war ein deutscher Zoologe. Der Buchautor aus Lonsee hat …
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Bedeutung und Fachgebiete
Heiko Bellmann (17. März 1950 in Rotenburg (Wümme) – 7. März 2014 in Geislingen an der Steige) war ein deutscher Zoologe und Buchautor aus Lonsee. Bekannt wurde er besonders durch entomologische Arbeiten über Insekten und arachnologische Arbeiten über Spinnentiere. Seine Bestimmungsbücher machten ihn auch im Ausland bekannt. Bestimmungsbücher dienen dazu, Tier- oder Pflanzenarten anhand typischer Merkmale sicher zu erkennen. Ein wesentlicher Bestandteil seiner Bücher waren eigene hochwertige Makrofotografien, also stark vergrößerte Aufnahmen kleiner Tiere und Strukturen.
Bellmann beschäftigte sich vor allem mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt Mittel- und Südeuropas. Seine Veröffentlichungen verbanden wissenschaftliche Informationen mit praktischer Bestimmungshilfe für Naturinteressierte. Dadurch waren sie sowohl für Fachleute als auch für ein breiteres Publikum nutzbar.
Ausbildung und wissenschaftliche Arbeit
Nach dem Abitur studierte Bellmann Biologie an der Georg-August-Universität Göttingen. 1975 wechselte er an die Universität Ulm und arbeitete dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 1979 promovierte er an der Ulmer Fakultät für Naturwissenschaften und Mathematik. Thema seiner Dissertation war die Ethologie, also das Verhalten von Tieren, bei mitteleuropäischen Bauchsammlerbienen. Untersucht wurden die Arten Osmia bicolor, Osmia aurulenta, Osmia rufohirta, Anthidium punctatum, Anthidiellum strigatum und Trachusa byssina.
Seit 1971 dokumentierte Bellmann besonders Insekten und Spinnentiere fotografisch. Nach eigenen Angaben umfasste sein Bildarchiv 2006 rund 50.000 Dias von etwa 2400 Tier- und 1800 Pflanzenarten. Berücksichtigt waren die wichtigsten Tier- und Pflanzengruppen Mittel- und Südeuropas, mit Ausnahme der Vögel, Fische, Einzeller und marinen Organismen. Zahlreiche Aufnahmen entstanden in Mitteleuropa und im Mittelmeerraum. Das Bildarchiv verwendete Bellmann auch für Dia-Vorträge zu verschiedenen Themen.
Seit Mitte der 1980er-Jahre wurde er durch farbig bebilderte Feldführer bekannt. Zusammen mit weiteren Autoren arbeitete er an den Bänden 4 bis 6 der Naturenzyklopädie Europas (1992) mit. Mit Reinhard Witt veröffentlichte er außerdem die zweibändige Naturenzyklopädie der Insekten (1994). Seit 1996 führte er gemeinsam mit Klaus Honomichl das von Werner Jacobs begründete Werk Biologie und Ökologie der Insekten fort. Es erschien sowohl als Taschenlexikon als auch als erweitertes CD-ROM-Lexikon.
Bellmann starb am 7. März 2014. Am Tag zuvor hatte er während eines Vortrags in Geislingen an der Steige bei Ulm einen Schwächeanfall erlitten und war in ein Krankenhaus gebracht worden.
Wichtige Veröffentlichungen und Themen
Zu Bellmanns frühen Veröffentlichungen gehören Insekten im Kreislauf der Natur (1976), die Dissertation von 1979 sowie die Bestimmungsbücher Spinnen: beobachten, bestimmen (1984), Heuschrecken: beobachten – bestimmen (1985) und Libellen: beobachten – bestimmen (1993). Außerdem veröffentlichte er 1985 eine Darstellung der Stimmen heimischer Heuschrecken.
Zu seinen umfassenden Werken zählen Bienen, Wespen, Ameisen. Hautflügler Mitteleuropas (1995), der Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas (1997), Der neue Kosmos-Insektenführer (1999), Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen (2003) sowie Der Kosmos-Heuschreckenführer. Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen (2006). Weitere Bücher behandelten unter anderem Pflanzen- und Tierarten Mitteleuropas, Schmetterlinge, Spinnen, Pflanzengallen und Naturbeobachtung für Familien. Gemeinsam mit Martin Baehr veröffentlichte er 2009 Welche Spinne ist das? 132 Spinnen einfach bestimmen. Sein letztes genanntes Werk war Geheimnisvolle Pflanzengallen (2012).
Einige Bücher wurden ins Französische, Spanische, Niederländische oder Polnische übersetzt. Bellmann war außerdem als Hauptverfasser, Mitverfasser, Bearbeiter und Fotograf an verschiedenen Naturenzyklopädien und Naturführern beteiligt. Die Verbindung aus verständlichen Bestimmungsinformationen und eigenen Fotografien prägte sein Werk.