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Harmandir Sahib

Erbaut wurde er vom fünften Guru der Sikhs, Arjan Dev, im 16. Jahrhundert und erfuhr weiteren Ausbau (eine goldene Kuppel) unter Ranjit Singh im 19. Jahrhundert …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Funktion
  2. 2. Tempelanlage und religiöses Leben
  3. 3. Historische Entwicklung und Konflikte

Bedeutung und Funktion

Der Harmandir Sahib, im Deutschen meist Goldener Tempel genannt, ist das höchste Heiligtum der Sikhs. Er steht in Amritsar im indischen Bundesstaat Punjab. Erbaut wurde er im 16. Jahrhundert vom fünften Guru der Sikhs, Arjan Dev. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage unter Ranjit Singh weiter ausgebaut, unter anderem durch eine goldene Kuppel.

Der Tempel ist ein religiöser Ort für Sikhs, wird aber täglich auch von vielen anderen Besuchern und Pilgern aufgesucht. Nach dem Glauben der Sikhs kann das Baden im heiligen Wasser oder das Trinken davon das persönliche Karma verbessern.

Tempelanlage und religiöses Leben

Der mit Blattgold belegte Tempel steht auf einer Insel im künstlich angelegten See Amrit Sarovar. Der Name bedeutet aus Sanskrit „Nektar-Teich“ beziehungsweise „Nektar-See“. Die Insel ist von einer Palastanlage umgeben. Diese besitzt auf allen vier Seiten ein Tor. Die vier Tore symbolisieren die Offenheit der Sikhs gegenüber allen Menschen und Religionen.

Während des Tages werden im Tempel Verse aus dem heiligen Buch Guru Granth Sahib rezitiert. Die Rezitation wird musikalisch begleitet und über Lautsprecher in der gesamten Anlage übertragen. Der Tempel ist ständig geöffnet. Pilger dürfen nachts höchstens drei Tage unter den Arkaden oder in angrenzenden Räumen schlafen. In einem benachbarten Gebäude erhalten sie während dieser Zeit einfaches Essen.

Die Anlage wird sehr sorgfältig gepflegt und täglich aufgewischt; im Inneren des Tempels geschieht dies sogar mit Milch. Im ersten Stock über dem Haupteingang befindet sich ein Museum. Es zeigt Waffen sowie Gemälde bedeutender Sikhmärtyrer und -gurus. Thematisiert wird die Leidensgeschichte der Sikhs unter Hindus und Muslimen seit dem 17. Jahrhundert, wobei auch verschiedene historische Folterarten und das damit verbundene Leiden dargestellt werden. Auf einer Abbildung ist rechts der Goldene Tempel und links im Hintergrund der Akal Takht mit goldener Kuppel zu sehen.

Historische Entwicklung und Konflikte

Der Goldene Tempel wurde im 16. Jahrhundert von Guru Arjan Dev, dem fünften Guru der Sikhs, erbaut. Während der Kriege mit Ahmad Schah Durrani wurde er beschädigt und in den 1760er Jahren wiederhergestellt. Im frühen 19. Jahrhundert ließ Ranjit Singh, der Maharadscha des Punjab, die Anlage weiter ausbauen; zu den Veränderungen gehörte eine goldene Kuppel.

1984 geriet der Tempel im Zusammenhang mit der Ausrufung des Staates Khalistan durch radikale Sikhs und der Erstürmung des Heiligtums durch indische Soldaten in der Operation Blue Star weltweit in die Schlagzeilen. Bei der Erstürmung starb der Sikh-Anführer Jarnail Singh Bhindranwale. Als Reaktion darauf wurde die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi von ihren Sikh-Leibwächtern ermordet. Weitere Operationen gegen Sikh-Extremisten im Tempel folgten im April 1986 unter dem Namen Operation Black Thunder und im Mai 1988 als Operation Black Thunder II.

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