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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Grönwohld

LOCODE: DE GRW ; Adresse der Amtsverwaltung: Europaplatz 5 22946 Trittau ; Website: www.groenwohld-stormarn.de ; Bürgermeister: Birte Höltig (CDU).

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Gemeinde im Kreis Stormarn
  2. 2. Geschichtliche Entwicklung
  3. 3. Religion und Politik
  4. 4. Kultur, Denkmale und Sport
  5. 5. Bekannter Drehort
  6. 6. Bildung, Verkehr und bekannte Einwohner

Gemeinde im Kreis Stormarn

Grönwohld, auf Niederdeutsch Gröönwoold, ist eine Gemeinde im Osten des Kreises Stormarn in Schleswig-Holstein. Sie liegt südlich von Bad Oldesloe und gehört zum Amt Trittau. Weitere Ortsteile gibt es nicht.

Die Gemeinde liegt auf 41 m über Normalhöhennull und umfasst 9,79 km². Am 31. Dezember 2025 hatte Grönwohld 1478 Einwohner; die Bevölkerungsdichte betrug 151 Einwohner je km². Die geografischen Koordinaten lauten 53° 39′ N und 10° 24′ O.

Geschichtliche Entwicklung

Grönwohld wurde 1248 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dem Mittelalter prägte die Mühlenwirtschaft den Ort. Das Dorf gehörte zum alten landesherrlichen Amt Trittau und zählte zu den 17 Holzdörfern.

Im 17. Jahrhundert ließ die Hamburger Kaufmannsfamilie Amsinck in Grönwohld eine große Drahtmühle bauen. Dort wurde Feindraht hergestellt. 1817 kaufte der Lübecker Kaufmann Hasse die Anlage und wandelte sie in eine Papiermühle um.

Nach der Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen wurde Grönwohld dem neu gegründeten Kreis Stormarn zugeordnet. Mit der Einführung der preußischen Kommunalverfassung kam es 1889 zum ebenfalls neu gebildeten Amtsbezirk Lütjensee. Dieser ging 1948 im Amt Lütjensee auf. Nach dessen Auflösung im Jahr 1972 wurde Grönwohld dem heutigen Amt Trittau zugeteilt.

Religion und Politik

Kirchlich wurde Grönwohld 1248 in das neu gegründete Kirchspiel Trittau eingegliedert. Ein Kirchspiel ist der räumliche Zuständigkeitsbereich einer Kirchengemeinde. Nach dessen Teilung im Jahr 1330 gehörte der Ort zum neuen Kirchspiel Lütjensee. Während der Reformation wurde Grönwohld wie das gesamte Stormarn lutherisch; für die geistliche Versorgung war danach wieder die Kirche in Trittau zuständig. 1953 wurden Grönwohld, Großensee und Lütjensee aus der Kirchengemeinde Trittau herausgelöst. Seitdem gehört Grönwohld zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Lütjensee.

Bei der Kommunalwahl vom 14. Mai 2023 wurden 13 Sitze im Gemeinderat vergeben. Die CDU erreichte 60,4 Prozent und acht Sitze, die SPD 39,6 Prozent und fünf Sitze. Die Wahlbeteiligung lag bei 57,5 Prozent. Bürgermeisterin ist Birte Höltig von der CDU.

Das Gemeindewappen zeigt nach seiner Blasonierung, also der heraldischen Beschreibung, in Silber einen blauen Wellenbalken. Darüber befindet sich ein langgestrecktes rotes Fachwerkhaus mit zwei fast über die gesamte Dachlänge reichenden Schlepperkern übereinander; darunter stehen drei grüne Laubbäume in der Anordnung 1 : 2.

Kultur, Denkmale und Sport

Zu den bedeutenden Bauwerken gehört die Amsincksche Drahtmühle aus dem 17. Jahrhundert am Drahtteich. Sie steht seit 1972 unter Denkmalschutz. Der Fachwerkbau besitzt zum Wasser hin einen Unterbau aus Granit. Das Satteldach der Wassermühle ist mit breiten Dachgauben versehen.

In der Nähe der Drahtmühle steht das Backhaus auf dem Grundstück des ehemaligen Köttner-Hauses an der Adresse Drahtmühle 17. Es wurde ursprünglich um 1930 errichtet. Nachdem es fast vollständig verfallen war, wurde es 1990 rekonstruiert. Weitere geschützte Objekte sind in der Liste der Kulturdenkmale des Landes Schleswig-Holstein erfasst.

Seit 1984 besteht der Tipp-Kick Verein Grönwohld, kurz TKV Grönwohld. Tipp-Kick ist ein Tischfußballspiel mit beweglichen Spielfiguren. Der Verein wurde 2015 Deutscher Mannschaftsmeister und Pokalsieger.

Bekannter Drehort

Von 1997 bis 2021 wurden in Grönwohld und der Umgebung Folgen der NDR-Fernsehreihe „Neues aus Büttenwarder“ gedreht. Der in der Serie gezeigte „Dorfkrug“ ist der Gasthof „Unter den Linden“ in Grönwohld. Außerhalb der Dreharbeiten wird er regulär als Gasthaus betrieben; auch „Lütt un Lütt“ steht dort auf der Getränkekarte.

Schon 1993 diente der Gasthof als Drehort für die NDR-Tatortfolge „Um Haus und Hof“. In dieser Produktion trug er den Namen „Steinbosteler Hof“.

Bildung, Verkehr und bekannte Einwohner

Die Fahrbücherei des Kreises Stormarn versorgt Grönwohld im Abstand von drei Wochen und hält dabei an drei Stellen im Ort.

Über die Bundesstraße 404 von Kiel nach Lauenburg an der Elbe ist die Gemeinde an das überregionale Straßennetz angebunden. Zwischen 1887 und 1976 besaß Grönwohld außerdem eine Bahnstation an der Strecke Schwarzenbek–Bad Oldesloe.

Mit dem Ort verbunden sind unter anderem der Seeoffizier, Diplomat und Spion Karl Boy-Ed, der nach 1918 auf dem Grönwohldhof lebte und dort 1930 starb, sowie der Lyriker und Erzähler Hermann Claudius. Die Dressurreiter Herbert Rehbein und Karin Rehbein waren langjährige Ausbilder auf dem Grönwohldhof. Der Kaufmann und Reeder Adolph Woermann war Eigentümer dieses Hofes und starb dort. Auch der Kardiologe und AfD-Politiker Axel Gehrke lebte und starb in Grönwohld.

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